Tonnen noch nicht da

Warten auf die Biotonne: Guxhagener kritisieren Umstellung des Müllkalenders

Biotonne
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Die Biotonne gibt es seit diesem Monat im Kreis.

Es mutet ein wenig an wie ein Schildbürgerstreich, der sich in Guxhagen in Sachen Müll abspielt. Folgt man dem neuen Müllkalender, wäre gestern zum ersten Mal der Biomüll abgeholt worden. Das Kuriose: Die Guxhagener haben noch gar keine Biomülltonnen bekommen, die sie hätten nach draußen stellen können.

Guxhagen – Darüber wundert sich beispielsweise Edgar Farin aus Guxhagen. Dem Zyklus des alten Müllkalenders folgend hätte gestern eigentlich der Restmüll abgeholt werden müssen. „Nach meinen Informationen wird nun der Restmüll nach fast vier Wochen am 15. Juli geleert“, so Farin. „Bis dahin muss man sehen, was man mit dem Müll anstellt, der sich ja weiterhin ansammelt, aber nicht mehr in die vollen Mülltonnen passt.“ Eine alternative Entsorgungsmöglichkeit habe man ja nicht, da die Biotonne noch nicht da sei. Auch bei Facebook häufen sich die Beschwerden über den verwirrenden Müllkalender.

Der Restmüll

Tatsächlich wird der Restmüll mit Einführung der Biotonne nun nicht mehr alle zwei Wochen, sondern nur noch alle drei Wochen abgeholt. Schließlich verringere sich ja das Müllvolumen für den Restmüll durch die Nutzung der Biotonnen, sagt Friedhelm Holzapfel, stellvertretender Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Schwalm-Eder. „Und jetzt in der Übergangsphase wird man leider nicht drumherum kommen, bis zum 15. Juli zu sammeln. Wir bitten die Leute, durchzuhalten.“ Jedoch sei es an diesem Termin auch erlaubt, Restmüll, der nicht mehr in die schwarzen Tonnen passt, einfach in beliebigen Säcken, auch normalen Plastiktüten, dazu zu stellen.

Die Verteilung

Der neue Müllkalender sei wohl erstellt worden, als noch nicht absehbar war, wie man mit der Verteilung der Tonnen vorankommt. In Guxhagen sei die Verteilung gestern angelaufen. Im ganzen Schwalm-Eder-Kreis startet die Biotonne im Juli. Die Tonnen fehlen nicht nur in Guxhagen, sondern auch in Gudensberg und Niedenstein. Auch seien „Nacharbeiten“ in manchen Straßen anderer Gemeinden nötg, wo noch einzelne Tonnen fehlten, sagt Holzapfel.

Die Entsorgung

Die Abfuhr der Tonnen sowie die Verteilung habe neu ausgeschrieben werden müssen, deshalb gebe es zusätzlich eine Einarbeitungsphase der neu beauftragen Firmen und infolgedessen könne es auch erst einmal zu Problemen kommen. Bisher war die Fehr-Knettenbrech Industrie GmbH aus Lohfelden für die Entsorgung zuständig, nun ist die RMG Rohstoffmanagement GmbH aus Eltville eingesetzt. Die Biotonnen wiederum bringt die Firma SSI Schäfer aus Neunkirchen.

Noch mehr Kritik

Dass die Restmülltonnen künftig nur noch alle drei Wochen abgeholt werden, ärgert Claus Schiffner aus Melsungen.

Er sieht insbesondere bei jungen Familien mit Windelkindern ein Problem. Aber auch bei Senioren: „Bei unseren Enkelkindern ist der Platzbedarf für Windeln gerade mal so, dass die 14-tägige Leerung der Hausmüll-Tonne gerade ausreicht. Und ich wage die Behauptung, dass bei unseren älteren Mitbewohnern im Falle von Inkontinenz dies sich in ähnlicher Weise darstellt.“

Wem der Platz in der Restmülltonne nicht ausreicht, könne über die Kommune eine größere Tonne erhalten, sagt Holzapfel. Dies kostet eben.

Wer nur gelegentlich mehr Hausmüll habe, als die Tonne fasse, können Beistellsäcke bei seiner Gemeinde kaufen. Windelsäcke stellten einige Kommunen kostenlos zur Verfügung, heißt es dazu weiter. (Carolin Hartung)

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