Ortsbeirat hält Blitzer für bester Lösung

Wegen Rasern an der Ortsdurchfahrt: Albshäuser sorgen sich um Kinder

Warten auf den Bus: Die Haltestelle liegt genau an der viel befahrenen Straße. Manche Kinder werden von ihren Eltern bis zur Haltestelle gefahren. Foto: Kauffeld/nh

Albshausen. Tempo 50 gilt zwar an der Albshäuser Ortsdurchfahrt, „daran halten sich aber nur wenige“, sagt Ortsvorsteher Ralf Kauffeld. Regelmäßig nutzten Autofahrer die Nürnberger Straße als regelrechte Rennstrecke.

„Hier muss sich endlich etwas tun, bevor noch etwas passiert.“ Der Ortsbeirat setzt sich nun dafür ein, dass entweder ein festes Blitzgerät installiert wird oder die Ortsdurchfahrt zur Tempo-30-Zone wird. „So geht es auf jeden Fall nicht mehr weiter. Der Verkehr nimmt ja auch immer mehr zu.“

Die Albshäuser sorgen sich vor allen Dingen um die Sicherheit ihrer Kinder. 25 Kinder stünden in den Morgenstunden regelmäßig an der Haltestelle, die sich direkt an der viel befahrenen Nürnberger Straße befindet und warteten auf den Schulbus. Währenddessen rauschten Autofahrer mit teils stark überhöhter Geschwindigkeit an den Kindern vorbei. „Manche Eltern fahren ihre Kinder schon bis zur Haltestelle, damit sie nicht an der Straße lang laufen müssen“, sagt Kauffeld.

Im Februar wurde an der Ortsdurchfahrt eine Geschwindigkeitsmessung gemacht. In fünf Stunden fuhren 56 Fahrer schneller als die erlaubten 50 km/h, zwei waren sogar schneller als 70 km/h. „Und da wurde ja nur in eine Richtung gemessen und in einer recht ruhigen Zeit zwischen 8 und 13 Uhr“, sagt Kauffeld. Im Berufsverkehr stelle sich die Situation noch mal anders dar. Außerdem sei die Ortsdurchfahrt auch regelmäßig Umleitungsstrecke, wenn auf der A 7 ein Unfall sei. „Dann ist hier ein enormer Verkehr.“

Die Ortsdurchfahrt sei mittlerweile so stark befahren, dass sich ihre 86-jährige Nachbarin schon gar nicht mehr traue, die Straße zu überqueren, erzählt Petra Reinemund. „Sie hat Angst, dass sie es nicht schnell genug bis auf die andere Seite schafft.“ Einen Fußgängerüberweg gibt es nämlich nicht und teilweise überholten sich die Autos sogar mitten im Ort. Katzen hielten sich einige Anwohner schon gar nicht mehr. „Die werden hier regelmäßig totgefahren“, sagt Kauffeld.

Ein fester Blitzer wie am Ortseingang von Dörnhagen, sei die beste Lösung, sagt Kauffeld. „Allerdings würde die 70 000 Euro kosten.“

Eine Alternative wäre eine Tempo-30-Zone. „Das wäre nicht mit großen Kosten verbunden und die würde auch nicht dafür sorgen, dass man später am Ziel ankommt.“ Bevor die Entscheidung fällt, ob überhaupt eine Verkehrsberuhigung nötig ist, muss aber eine Verkehrsschau gemacht werden.

Der Ortsbeirat will nun mit der Forderung an den Gemeindevorstand herantreten. Der Bürgermeister ist die zuständige Behörde für die Kreisstraße. 

Das sagt der Landrat

In einem Schreiben an Albshausens Ortsvorsteher Ralf Kauffeld teilt Landrat Winfried Becker mit, dass die Einrichtung einer festen Messstelle Angelegenheit des Ordnungsbehördenbezirks sei. Im Entscheidungsverfahren müsse auch die Polizeiakademie Hessen beteiligt werden. Feste Blitzanlagen sollten grundsätzlich an „Unfallhäufungspunkten“ oder an besonders schutzwürdigen Örtlichkeiten wie zum Beispiel an Kindergärten, Schulen, Fußgängerüberüberwegen, Bushaltestellen oder unübersichtlichen Einmündungen installiert werden. Die Verkehrssituation müsse zunächst mit Verkehrszählungen und -messungen analysiert werden. „Ich werde die Straßenverkehrsbehörde meines Hauses anweisen, die Verkehrssituation in Albshausen im nächsten Ortstermin mit dem Bürgermeister zu thematisieren.“ Sinnvoll seien regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen. „Ich werde den Ordnungsbehördenbezirk Melsungen und den Regionalen Verkehrsdienst der Polizeidirektion des Schwalm-Eder-Kreises daher um regelmäßige Kontrollen in Albshausen bitten.“ 

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