Tiere verenden qualvoll 

Weidezäune können zur tödlichen Falle werden

Ärgert sich über Weidezäune: Jagdpächter Tim Lingemann findet immer wieder Tiere, die sich in Weidezäunen verfangen und sterben. Foto: C. Hartung

Guxhagen. Für Wildtiere wie Rehe und Hirsche werden Weidezäune immer wieder zur tödlichen Falle. Darauf weist Jagdpächter Tim Lingemann aus Guxhagen hin.

Regelmäßig findet er an Weidezäunen Tiere, die sich in den Drähten der Zäune verfangen haben. „Erst neulich hat sich eine hochtragende Ricke darin verheddert und den Vorderlauf gebrochen“, sagt Lingemann. Vor lauter Panik würden die Tiere dann an einem Herzschlag versterben, „oder ich muss sie vor Ort erlösen.“

Lingemann ärgert sich seit Jahren über die Nachlässigkeit mancher Weidepächter. „Ich verstehe nicht, wieso die Leute die Drähte nicht nach oben binden, wenn die Weiden über Wochen nicht genutzt werden.“ Mobile Zäune könnten zudem einfach abgebaut werden. Wenn sich ein Tier in den Drähten verfängt, sei das katastrophal. „Die gehen jämmerlich kaputt.“

Totes Reh: Erst kürzlich hatte sich ein Tier mit dem Vorderlauf im Zaun verfangen. Foto: Lingemann/privat

Bei der Ricke, die sich neulich an einem Zaun in Ellenberg verfangen hatte, sei er von Anwohnern und der Polizei informiert worden. „Die Anwohner hatten das Tier schreien hören.“ Anfang des vergangenen Jahres habe sich ein Kitz an den Drähten aufgehangen. „Wenn die Zäune unter Strom stehen, dann hält das das Wild ab, aber so laufen sie einfach rein.“ Gefährlich seien die Zäune besonders dann, wenn unten dünne Drähte angebracht seien. „Normalerweise gehören die breiten nach unten, die flattern mehr und sind für die Tiere besser sichtbar.“

Dass Weidezäune immer wieder zur tödlichen Falle werden, bestätigt auch Achim Hinz, Sprecher des Kreisjagdvereins Melsungen. „Ich weiß, dass das in Kirchhof in der Brunft auch schon passiert ist.“ Warum einige Landwirte die mobilen Zäune nicht abbauen, wenn sie länger nicht genutzt werden, könne er nicht verstehen. Besonders Hirsche seien gefährdet, weil sie mit ihrem Geweih hängen bleiben könnten. Selbst, wenn sie es schaffen, sich loszureißen, könnte der Kontakt mit dem Zaun später im Wald böse Folgen haben, so Lingemann. „Die reißen den Draht ab und verfangen sich im schlechtesten Fall an einem Baum.“

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