Nach Sprengung von Geldautomaten in Guxhagen: Filiale soll bald wieder öffnen, aber Sparkasse bittet um Geduld

Die Kreissparkasse in Guxhagen zwei Tage nach der Sprengung: Innen laufen die Aufräumarbeiten.
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Die Kreissparkasse in Guxhagen zwei Tage nach der Sprengung: Innen laufen die Aufräumarbeiten.

Guxhagen – Zwei Tage nach der Sprengung des Geldautomaten mitten in der Guxhagener Ortsmitte sitzt der Schreck bei den Bewohnern des Fachwerkhauses noch tief.

„Klar, wenn man über einer Bank wohnt, dann hat man schon im Kopf, dass so etwas mal passieren könnte, aber dass es dann tatsächlich passiert, denkt man doch nicht.“ Das sagt Marlen Domel, die seit zwölf Jahren im Fachwerkhaus an der Untergasse wohnt – gemeinsam mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann im zweiten Stock.

Acht weitere Wohnungen befinden sich über der Sparkassen-Filiale.

Gegen halb eins sei sie in der besagten Nacht ins Bett gegangen, „und gegen zwei Uhr knallte es zum ersten Mal“. Sie und ihr Mann hätten erst gedacht, es sei im Haus irgendwo etwas umgefallen. Aber dann folgte einen kurzen Moment später der richtig große Knall. „Das Bett hat vibriert und die Weihnachtsdeko ist sogar umgefallen.“

Im Bad haben die Domels statt eines Fensters einen Lüftungsschacht – „aus dem zog Rauch auf und es hat ganz komisch gestunken, verbrannt und verschmort irgendwie“, sagt die Frau, die in der Bäckerei Most in Guxhagen arbeitet. „Wir dachten, es brennt.“ Dass es sich bei dem Rauch um Staub handelte, wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. „Für uns war klar, jetzt ziehen wir uns ganz schnell an und dann ab nach draußen.“

Ihr Sohn habe die Nacht bei einem Freund geschlafen, aber die neunjährige Tochter bekam das Chaos mit. Aber panisch sei niemand geworden, berichtet die Mutter. „Wir waren alle ruhig, auch die anderen Bewohner.“

Als sie auf der Straße die Scherben vor der Sparkasse gesehen hätten, sei ihnen erst klar geworden, was überhaupt passiert war. Innerhalb von fünf Minuten seien dann auch schon Polizei und Feuerwehr vor Ort gewesen. „Das hat so toll geklappt“, sagt Marlen Domel. Gegenüber der Metzgerei habe die Feuerwehr direkt ein Zelt aufgebaut, damit sich die Bewohner im Trockenen aufhalten konnten. „Und die Kinder durften sogar in den Rettungswagen, um sich aufzuwärmen.“ Kurze Zeit später öffnete dann auch Heiko Kilian das ehemalige Gasthaus Zur Linde. „Da gab es Getränke und Decken für uns.“ Die Hilfsbereitschaft sei einfach toll gewesen. Über den Jahreswechsel wollen die Domels erst einmal fünf Tage wegfahren, zu Freunden – „um ein bisschen abzuschalten“.

KSK: Filiale soll wieder öffnen

Die Filiale soll in denselben Räumen wieder eröffnet werden. Immer wieder war in Guxhagen das Gerücht zu hören, dass sich die Kreissparkasse aus der Ortsmitte zurückziehen will. Doch das stünde nicht zur Debatte, heißt es auf HNA-Anfrage von Ulrich Siebald, Sprecher der Kreissparkasse. Auch die massive Zerstörung der Räume beeinflusse diese Entscheidung nicht. „Im Erdgeschoss wurde nahezu die komplette Inneneinrichtung zerstört. Die Treppe in die erste Etage ist beschädigt und in der ersten Etage wurden durch die Druckwelle sogar Decken zerstört.“ Deshalb werde es auch „eine Zeit dauern wird, bis wir die Geschäftsstelle wiederhergestellt haben. Wir haben zwar einen Überblick über die Schäden aber noch keine Angebote oder gar Termine mit Handwerkern für den Wiederaufbau.“ (Carolin Hartung)

Service: Ab 3. Januar können Sparkassenkunden auch kostenfrei bei der VR Partnerbank in Guxhagen Geld abheben. Beratung: Tel. 0 56 61 / 70 70

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