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Guxhagen wartet auf Lärmschutz: Neue Berechnungen erforderlich

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Von: Manfred Schaake

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Lastwagen an Lastwagen: Die Autobahn 7 zwischen Guxhagen und Dörnhagen, links die Fahrbahn Richtung Norden nahe des Wohngebietes Hundsforth. Die Anwohner leiden unter dem Lärm. Lärmschutzwände und -wälle sollen Abhilfe schaffen, doch ein Baubeginn steht noch nicht fest. Jetzt sind erst einmal weitere Berechnungen erforderlich.
Lastwagen an Lastwagen: Die Autobahn 7 zwischen Guxhagen und Dörnhagen, links die Fahrbahn Richtung Norden nahe des Wohngebietes Hundsforth. Die Anwohner leiden unter dem Lärm. Lärmschutzwände und -wälle sollen Abhilfe schaffen, doch ein Baubeginn steht noch nicht fest. Jetzt sind erst einmal weitere Berechnungen erforderlich. © Manfred Schaake

Die vom Lärm der A 7 geplagten Menschen in Guxhagen müssen weiter auf den angekündigten Lärmschutz warten. Ein Baubeginn ist noch nicht in Sicht, ergaben HNA-Recherchen. Eine Neuberechnung des Lärmschutzes sei notwendig, teilt die jetzt zuständige Autobahn GmbH des Bundes auf Anfrage mit.

Guxhagen – Guxhagens Bürgermeisterin Susanne Schneider hofft, dass die Vertreter der Autobahn GmbH im Herbst in einer öffentlichen Veranstaltung in Guxhagen informiert werden. Der Termin sei in Aussicht gestellt worden, nachdem die HNA das Thema jetzt aufgegriffen und nachgefragt hatte.

Die Arbeiten für den Lärmschutz für das Wohngebiet Hundsforth hätten eigentlich im Frühjahr 2021 starten sollen. Doch es tat sich nichts. Wegen einer neuen Berechnungsgrundlage mussten die Planungen für den Lärmschutz noch einmal neu aufgestellt werden – die HNA berichtete. Im Herbst 2021 hieß es dann: Der Lärmschutz wird länger. Die schlechte Nachricht: Baustart sei erst 2022, teilte die Autobahn GmbH mit. Doch daraus wird nichts, ergaben die Recherchen.

Nach Angaben von dem Vorsitzenden Dieter Fischer kämpft die Bürgerinitiative Lärmstopp A 7 bereits seit 1990 für den Lärmschutz. „Mehr als 2500 Menschen haben unterschrieben“, sagt Fischer. Nach seinen Angaben haben sich inzwischen sieben Bürgerinitiativen in Nordhessen zusammengeschlossen.

Bisherige Planung wird geprüft

Nach neuen Anfragen der HNA und der Bürgermeisterin gibt es inzwischen Antworten der Autobahn GmbH. Bereits im Oktober 2020 habe Hessen Mobil – damals noch zuständig für die Autobahnen – der Gemeinde Guxhagen mitgeteilt, dass eine Neuberechnung des Lärmschutzes erforderlich sei. Während der Projektbearbeitung sei die Richtlinie RLS 19 eingeführt und 2021 eine Verkehrszählung vorgenommen worden. Die Autobahn GmbH nehme daher eine lärmtechnische Berechnung vor und prüfe die bisherige Planung, sagte Joachim Schmidt, Pressesprecher der Niederlassung Nordwest der Autobahn GmbH. Und: „Der genaue Baubeginn und das genaue Bauende stehen noch nicht fest.“

Wie lang wird der Lärmschutz an der A 7 in Guxhagen sein? Schmidt: „Konzeptionell wird eine nördliche Verlängerung des ergänzenden Schallschutzes aus dem Jahr 2020 um rund 250 Meter geprüft. Nach Süden hin endet der Schallschutz weiterhin unmittelbar nördlich der querenden DB-Trasse.“ Die Planung sehe eine Kombination aus Wällen und Wänden vor. Über die Baukosten könne derzeit noch nichts gesagt werden.

Kämpfen für den Lärmschutz der Menschen: Bürgermeisterin Susanne Schneider und Dieter Fischer von der Bürgerinitiative Lärmstopp A 7.
Kämpfen für den Lärmschutz der Menschen: Bürgermeisterin Susanne Schneider und Dieter Fischer von der Bürgerinitiative Lärmstopp A 7. © Schaake, Manfred

Im Zusammenhang mit der Verlängerung sind auch Fragen des Grunderwerbs zu klären. Die Gemeinde Guxhagen werde dabei eng mit der Autobahn GmbH zusammenarbeiten und habe ihre Unterstützung zugesagt, betonte Bürgermeisterin Schneider. Für Breitenau sowie für Büchenwerra und Ellenberg werde es in Zukunft eine lärmtechnische Überprüfung geben, erläutert Schneider: „Grundsätzlich gilt, dass anstehende Fahrbahnsanierungen dazu genutzt werden, um durch die Verwendung geeigneter Beläge auch Verbesserungen beim Lärmschutz zu erreichen.“

Die Bürgermeisterin hat inzwischen mit dem Leiter der Außenstelle Kassel der Autobahn GmbH, Bernhard Klöpfel, gesprochen. Das Gespräch sei sehr konstruktiv gewesen, sagte sie. Die Autobahn GmbH sei bereit, sich mit Guxhagenern, der Bürgerinitiative und der Gemeinde auszutauschen. Schneider sagt: „Die Maschinerie ist nach der HNA-Anfrage in Gang gekommen. Ich erwarte im Herbst verlässliche Zahlen und konkrete Auskunft darüber, wie der Lärmschutz umgesetzt wird.“

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