Für das Jahr 2019

Rechte Straftaten im Schwalm-Eder-Kreis 2019 sind stark gestiegen

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Sie präsentierten die Kriminalstatistik des Landkreises von links Markus Brettschneider, Sprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder, Hans-Jochen Ringelhann, stellvertretender Leiter der Polizeistation Melsungen, Hubertus Hannappel, Leiter der Polizeidirektion und der stellvertretende Kripo-Chef Dirk Eschinger. 

Im Schwalm-Eder-Kreis gab es 2019 weniger Straftaten. Die Anzahl der rechten Straftaten ist gestiegen.

Die Anzahl der registrierten Straftaten im Schwalm-Eder-Kreis ist rückläufig. Für das Jahr 2019 verzeichnete die Polizei im Landkreis einen Rückgang um 316 Fälle auf 6135 Delikte. Die Kriminalitätsbelastung sank auf den niedrigsten Stand seit 1971, dem Beginn der statistischen Auswertung in der heutigen Form. Die Aufklärungsquote stieg mit 66,3 Prozent auf einen Spitzenwert.

Gute Nachrichten: So sanken beispielsweise die Wohnungseinbrüche um 29 Taten auf 114 Delikte und auch die Jugendkriminalität sank um 38 auf 670 Fälle.

Eine Zunahme gab es hingegen bei den Raubdelikten – von 16 auf 41 Taten. Gestiegen sind die politisch motivierten Straftaten – und zwar deutlich, wie es in der Pressekonferenz zur Vorstellung der Statistik in Melsungen hieß.

Anzahl der politisch motivierten Taten ist gestiegen

Für den Bereich der politisch motivierten Kriminalität wurden im Schwalm-Eder-Kreis für das Berichtsjahr 60 Straftaten gezählt. Dies ist ein Anstieg um 19 Taten oder 46,3 Prozent. Unter diesen Straftaten waren drei Gewaltdelikte. 

Davon wurden zwei begangen von Tätern mit einem rechtsextremen Hintergrund und ein Delikt ist nicht eindeutig zuzuordnen. Bei diesem Fall habe sich ein Mann seiner Festnahme widersetzt. Zuvor hatte der Mann wirres Zeug gegrölt. So soll er zwar Hitler gelobt, aber auch die Deutschen verunglimpft haben.

Angestiegen sind nur die Straftaten aus dem rechten Spektrum. Sie stiegen um 19 Taten auf 41. Die Taten aus dem linken Spektrum sanken um zwei auf drei Taten. Eine Tat fällt unter ausländische Ideologien und 15 Taten sind nicht eindeutig zuzuordnen.

Ein Überblick weiterer Straftaten

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Bei den Straftagen gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab es eine Zunahme um 21 auf insgesamt 138 Delikte (+17,9 Prozent)

Die Aufklärungsquote sank um 7,3 Prozent auf 88,4 Prozent.

Bei dem Verbreiten pornografischer Schriften gab es eine Steigerung von 28 auf 51 Fälle (+82,1 Prozent).

Straftaten gegen das Leben

Die Straftaten gegen das Leben sanken 2019 auf neun Taten, im Jahr zuvor wurden elf Taten registriert. Die Aufklärungsquote sank um zwei Prozent auf 88,9 Prozent.

Bei den neun Taten handelt es sich um einen Mord, sieben Totschlagsdelikte sowie eine fahrlässige Tötung.

Beim Mord war ein Mann auf der Autobahn 49 wohl absichtlich in den Gegenverkehr gezogen. Der Fahrer eines entgegenkommenden Fahrzeugs starb bei dem Unfall. Sein Beifahrer und ein weiterer Verkehrsteilnehmer wurden schwer verletzt. Der Täter überlebte. Bei den Totschlagsdelikten ist es sechs mal beim Versuch geblieben. In einem Fall war die Polizei von einem Totschlag ausgegangen. Dieser stellte sich als Unfall heraus.

Internetkriminalität umfasst viele Delikte

Die Formen der Internetkriminalität umfassen ein breites Spektrum an Delikten, wobei Betrug im Internet einen Großteil der Fälle ausmacht. Die Anzahl der Taten stieg um 171 Delikte auf insgesamt 746 Delikte. Die Aufklärungsquote sank von 89,5 Prozent auf 78 Prozent.

Anzahl der Körperverletzung ist gestiegen

Die Anzahl der Körperverletzungen stieg im Berichtsjahr um 81 Fälle (+13,3 Prozent) auf 692 Fälle. Die Aufklärungsquote blieb mit 93,8 Prozent gleich.

Von den 692 Fällen der Körperverletzung entfallen 193 (+22 Fälle) auf die gefährliche/ schwere Körperverletzung. Die weiteren 499 Delikte entfallen auf die einfache Körperverletzung (462 Delikte), die fahrläs-sige Körperverletzung (25 Delikte), die Misshandlung Schutzbefohlener (11 Delikte) und eine Körperverletzung mit Todesfolge.

Von Damai D. Dewert

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