Erntegespräch 2019 in Melsungen

Hessischer Bauernverband: Ernte 2019 fiel insgesamt besser aus als 2018

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Im Schwalm-Eder-Kreis gab es 2019 laut RVB 35 Prozent weniger Anbauflächen als im langjährigen Durchschnitt.

Trockenheit, Hitze und extreme Wetterlagen führen zu Verlusten bei der Ernte. Deshalb müssen sich die Landwirte mit dem sich verändernden Klima auseinandersetzen. 

Die gute Nachricht: Die Ernte ist für Hessen gar nicht so schlecht ausgefallen, obwohl auch das Erntejahr 2019 von Trockenheit, Hitze und zu wenig Regen geprägt war. 

Das erläuterte Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes, gestern beim Erntegespräch auf dem Hof von Bernd Brüne in Melsungen.

Bei der Wintergerste lägen die Erträge nicht nur deutlich über dem Niveau von 2018, sondern sogar knapp über dem ansonsten üblichen Ertragsdurchschnitt.

Sorgenkind ist der Raps

Dem Weizen, der Getreidesorte Triticale und dem Roggen haben Hitze und Trockenheit hingegen stärker zugesetzt. Laut dem Regionalbauernverband Kurhessen (RVB) lag der Ertrag rund zehn Prozent unter dem sonst üblichen Durchschnitt. 

„Beim Weizen hängt der Ertrag in diesem Jahr auch sehr vom Standort ab“, sagte Schmal.

Sorgenkind ist der Raps. Laut Schmal gegen die Erträge immer weiter zurück, was aber nicht nur der Witterung geschuldet sei. Vielmehr habe sich die Anzahl der Anbauflächen deutlich verringert. 

Zum Teil hätten Landwirte aufgrund der schlechten Aussaatbedingungen ihre Anbauflächen von vornherein reduziert, zum anderen ist der gesäte Raps laut RVB nicht gut beziehungsweise lückenhaft angewachsen und musste umgegraben werden. 

Die Ertragseinbußen beträgen zehn bis 15 Prozent. 

Viehfutter kann knapp werden

Im Schwalm-Eder-Kreis gab es 2019 laut RVB 35 Prozent weniger Anbauflächen als im langjährigen Durchschnitt. Hessenweit sind es sogar 50 Prozent weniger. 

Eine weitere Ursache für den Rückgang der Rapsanbauflächen sieht Schmal im Erlös, den die Landwirte bekommen. Dieser liegt laut Schmal derzeit bei 37,50 Euro pro 100 Kilogramm. 

„Gut wäre das Doppelte“, so Schmal. Auch das Verbot von Pflanzenschutzmitteln führe dazu, dass Landwirte auf den Anbau von Raps verzichten würden. Einbußen von bis 20 Prozent seien auch beim Grünland zu verzeichnen. 

Laut Schmal könnte es passieren, dass das Viehfutter knapp wird. Bei Kartoffeln, Mais, Kohl und Zuckerrüben hofft der Regionalbauernverband noch auf durchschnittliche Erträge. 

Hintergrund

Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es 1691 landwirtschaftliche Betriebe. 72 360 Quadratmeter Fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Auf 36 353 Hektar wird Getreide angebaut, auf 4650 Hektar Raps, 6940 Hektar entfallen auf Futterpflanzen. Zuckerrüben wachsen auf 3524 Hektar, Weiß-, Rotkohl und Spargel auf 450 Hektar. Blühflächen gibt es auf 621 Hektar. Beim Getreideanbau liegt der Winterweizen vorn. Er wird auf 62,5 Prozent der 36 353 Hektar Ackerfläche angebaut.

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