HNA-Markt: Ein Oldtimer-Traum in Weinrot

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16 Jahre und ungezählte Arbeitsstunden: Viel Mühe steckte Bernd Brixy in die Restauration seines Opel P4 Baujahr 1936. Das Auto hat 24 PS und knapp 1000 Kilometer auf dem Tacho.

Von 1935 bis 1937 produzierte die Adam Opel AG in ihrem Werk über 65 000 Opel P4. Das Fahrzeug bot schon damals für vier Personen großzügig Platz und galt als erster Volkswagen. Von ehemals tausenden Fahrzeugen fahren heute nur noch sehr wenige auf deutschen Straßen.

Ein bis ins Detail restauriertes Exemplar Baujahr 1936 möchte nun der Empfershäuser Bernd Brixy in gute Hände geben. Zeit seines Lebens war der Kraftfahrzeugmechanikermeister ein eingefleischter Opelaner. Als Besitzers eines Autohauses in Fernwald-Steinbach drehte sich auch sein gesamtes Berufsleben um die Marke mit dem Blitz. „Wir waren fünfmaliger Sieger des Opel-Gold-Pokals“, erinnert sich der Chef von 28 Mitarbeitern noch heute mit stolz.

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HNA-Markt: Bernd Brixy aus Empfershausen verkauft einen Opel P4, Baujahr1936, der sich in originalgetreuem Zustand befindet.

Im Jahr 1982 kaufte Bernd Brixy einem guten Freund den Opel P4 für den Preis von 2500 DM ab. „Wenn ich damals gewusst hätte, was auf mich zukommt, hätte ich ihn wohl nicht gekauft“, sagt der gebürtige Steinbacher mit einem Schmunzeln.

Drei Vorbesitzer standen in den Papieren des 24 PS starken Oldtimers. Zuletzt habe ein Förster den Opel als Waldauto benutzt. „Der Wagen war nicht im Originalzustand. Er hatte mit einem Opel P4 nichts zu tun. Keine Ahnung wie das Auto damals überhaupt TÜV bekommen hat. Da waren sogar VW-Teile verbaut. Die Lenkung war angeschweißt, die mussten wir regelrecht rausschneiden“, erzählt Bernd Brixy.

Vom Schrotthaufen zum Schmuckstück

Sechzehn Jahre und ungezählte Arbeitsstunden sollte es schließlich dauern bis der P4 wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt war. Dank seiner Erfahrung als Kraftfahrzeugmechanikermeister und der Hilfe der Mitglieder der „Alt-Opel-Interessengemeinschaft“ gelang es Bernd Brixy aus einem sprichwörtlichen Schrotthaufen, ein wahres Schmuckstück zu machen: „Ich habe sehr viel Wert auf die Details gelegt. Egal ob Tacho oder Innenspiegel, alles musste stimmen.“

Enormer Aufwand

Im Jahr 1996 erteilte schließlich auch der TÜV seinen Segen. Bis dahin sei es ein langer und teilweise mühseliger Weg gewesen, erzählt der Empfershäuser: „Es war eine große Herausforderung.“ Allein auf die Reifen für seinen P4 musste Bernd Brixy sechs Jahre warten. Die Pneus wurden in England in Handarbeit gefertigt. Auch die Autositze wurden originalgetreu nachgebaut: „Man kann bei so einem Auto nicht einfach mal ein Ersatzteil aus dem Regal holen.“

Bis vor Kurzem nahm der Empfershäuser mit seinem schmucken Oldtimer regelmäßig an Oldtimertreffen, Rundfahrten und ADAC-Oldtimer-Rallyes teil und heimste mit seinem top gepflegten P4 auch so manchen Preis ein.

Nun möchte sich Bernd Brixy von dem Opel trennen. Für knapp 29 500 Euro bekommt ein Käufer des Opel P4 nicht nur ein bis zur letzten Schraube originalgetreues Stück Automobilgeschichte inklusive zwei Ersatzmotoren, sondern auch Unterlagen und zahlreiche Fotos. „Er hatte seine Zeit und jetzt ist die Zeit um“, sagt der Empfershäuser.

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