Inforveranstaltung 

Sorgen um die Sicherheit: Infoveranstaltung zur geplanten Ortsumgehung Felsberg 

Dort kommt der Kreisel hin: An der Kreuzung Steinweg/Berliner Platz/Teichweg, vorn links, mündet die neue Umgehungsstraße auf die alte Führung der Landesstraße. Fotos: manfred schaake

Felsberg – Angst um die Sicherheit der Schulkinder, zusätzliche Lärmbelästigungen für die Drei-Burgen-Schule und die Sorgen darüber, dass Lastwagen trotz Umgehungsstraße auch künftig durch Felsbergs Altstadt rollen: 

– das waren nur drei von über 20 kritischen Punkten, die am Donnerstagabend in der vollbesetzten Schulaula diskutiert wurden. Während der über zweistündigen Bürger-Informationsveranstaltung zum Thema Ortsumgehung blieben auch Fragen offen. Die Bauarbeiten für die 2,45 Kilometer lange, 4,7 Millionen teure Ortsumgehung starten am 26. August. Zum symbolischen ersten Spatenstich am 29. August in der Nähe des Felsburg-Stadions ist auch die Bevölkerung eingeladen.

Die Diskussion machte eines der Probleme deutlich: Die Altstadt soll entlastet werden, aber der gesamte Verkehr rollt ab dem Kreisel an der Sparkasse weiter über den Steinweg. Laut Hessen Mobil wird die Belastung ab 2025 täglich zwischen 2600 und 4500 Fahrzeugen liegen, davon 220 bis 380 im Schwerverkehr. Ein Auszug aus den Punkten.

 Untergasse

„Diese Umgehung ist ein hohles Gerät.” So formulierte es Ernst Kühn, Anwohner der Untergasse, wie die Landesstraße 3220 in der Altstadt heißt. Lastwagen Richtung Böddiger werden nach Ansicht Kühns weiter über diese Straße rollen, „es gibt keine Entlastung der Untergasse”. Steinmetz kündigte an, dass die so genannte Dorfmoderation zur Innenstadt-Gestaltung noch 2019 beginnen werde. Regina Junge vom Hessen Mobil-Dezernat Planung sagte, die Stadt könne für die Innenstadt neue Konzepte entwickeln bis hin zum Bach in der Straßenmitte.

Schwerverkehr

„Die Ortsumgehung ist eine Krux”, sagte Thomas Pape, der sein Haus am Obertor mit viel Aufwand saniert hat. Pape: „Was weh tut, sind die Lkw. Warum sperrt man die gesamte Altstadt nicht für alle Lkw?”

Seit Jahrzehnten unerträglich sei, dass der gesamte Basalt-Transport aus Rhünda mitten durch Felsberg rolle. Rohre seien schon geplatzt, und niemand kümmere sich darum. Regina Junge: „Wenn die Umgehung fertig ist, fährt kein Lkw mehr durch die Altstadt.” Es gebe ein großes Maß an Unvernunft bei den Lkw-Fahrern.

Steinweg

Fest steht, dass der Gesamtverkehr von Sparkasse bis zur Ederbrücke über den Steinweg rollt. „Der Straßenzustand ist unerträglich”, sagte Anwohner Hardy Voland. Wobei auch der miserable Zustand des Belags der Ederbrücke kritisiert werde. Man habe das im Auge, meinten Bürgermeister Steinmetz und Volker Löwer vom Hessen Mobil-Dezernat Bau.

 Schule

Lärmschutz für die Drei-Burgen-Schule werde es nicht geben, lautete die Behörden-Antwort auf die Fragen von Schulleiter Karl-Werner Reinbold. Nur am Kreisel Steinweg, so die Vertreter von Hessen Mobil, würden Grenzwerte überschritten, gebe es die Möglichkeit des so genannten passiven Lärmschutzes.

 Tempo 70

Auf der Umgehung darf künftig bis zu Tempo 70 gefahren werden. Das gilt laut Hessen Mobil auch für die Kreuzung Ederweg/Teichweg (Umgehungsstraße), die von vielen Schülern benutzt wird. Eine Reduzierung auf Tempo 50 werde es nicht geben. Diese Behörden-Aussage sorgte im Saal für große Unruhe. An der Kreuzung werde es nur ein Schild „Achtung Kinder” geben. Bürgermeister Steinmetz: „Das wird ein sehr sensibler Bereich sein. Für eine eventuelle Ampel wird Vorsorge getroffen.” Steinmetz regte an, die Kreisverkehrswacht mit in das Sicherheitskonzept für Kinder einzubeziehen.

 Tempo 50

Bei Tempo 50 auf der Ortsumgehung hätte man den Sinn verfehlt”, meinte Planerin Junge zu entsprechenden Forderungen. Immer wieder hieß es seitens der Behörde, man müsse bei der schwierigen Aufgabe viele Kompromisse eingehen. Junge: „Man kann nicht jeden Wunsch erfüllen.”

 Hochwasserschutz

Weil die neue Straße in einem Hochwasserschutzgebiet gebaut wird, gibt es Vorschriften für einen Ausgleich. Bei Lohre und an der Kläranlage Felsberg wurden nahe der Eder so genannte Retentionsräume geschaffen – Becken mitten in der Natur, in denen Wasser zurückgehalten werden kann. Das sind bei Lohre 17000 und in Felsberg 6000 Kubikmeter.

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