Preisverleihung am Samstag mit Stargast 

Die drei Sieger des Melsunger Kabarettwettbewerbs Scharfe Barte stehen fest 

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Polterte gut los: Emir Puyan Taghikhani alias Helmuth Steierwald hatte viele Lacher auf seiner Seite.

Melsungen. Wer gewinnt beim Melsunger Kabarettwettbewerb Scharfe Barte? Wer lag in der Gunst des Publikums vorn, und wen kürte die Jury zum Sieger? Diese Fragen werden bei der Preisverleihung am Samstag, 17. November, beantwortet. 

Am Montag hieß es zunächst Vorhang auf für den letzten Teil der Scharfen Barte in diesem Jahr: Wieder standen Künstler auf der Bühne, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Aber es werden keine Äpfel und Birnen verglichen, denn abgerechnet wird bei der Scharfen Barte erst ganz zum Schluss.

Während das Duo Blömer und Tillack feinsinniges Kabarett mit vielen subtilen Tönen bot, polterte Helmuth Steierwald auf die Bühne und brachte einen Lacher nach dem anderen. Feinsinniges Kabarett traf auf brachiale Stand-up-Comedy. Damit waren dann alle sechs Beiträge des Wettbewerbs gespielt. Die Jury wird nun entscheiden, wem sie den Preis in diesem Jahr verleihen wird. Und das Publikum bestimmt den Preisträger der Scharfen Barte. Alle Ergebnisse werden am Samstag bekannt gegeben.

Blömer und Tillack

Die zwei Herren aus Westfalen, Bernd Blömer und Dirk Tillack, lernten sich beim Sportstudium in Köln kennen. Das sieht man den beiden Rheinländern, die auch eine Schauspielausbildung haben, an. Elegant spielten sie mit ihren Körpern während der Einlagen und schlugen schon mal ein Rad. Unschlagbar auch die Mimik von Dirk Tillack. Wie er mit seinen Gesichtsmuskeln spielte, erinnerte ein wenig an den italienischen Schauspieler Adriano Celentano. Pantomimisch kommentierte er so einen Traum, in dem er den französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy mimt. Das Ergebnis ist eine Persiflage auf das ehemalige Staatsoberhaupt und das eitle Gehabe einiger Politiker an sich.

Sehr schön auch wie Tillack die Suche nach dem perfekten Satz schilderte. „Es wurde doch schon alles gesagt, so viel geredet. Da ist der Satz schon auf der Zunge und wird doch wieder runtergeschluckt. Das musste mal gesagt werden.“ Herrlich auch der Bildungsauftrag – da kam Blömer mit Hut und zwei Socken über den Ohren auf die Bühne und ähnelte damit einem Hund mit Schlappohren. Sie spielten Auszüge aus ihren Programmen „Wir müssen draußen bleiben“ und „Auf die Plätze. Gedanken. Los.“

Helmuth Steierwald

Er fesselte aus dem Stand. Daher wohl auch Stand-up- Comedy. Helmuth Steierwald heißt Emir Puyan Taghikhani. Doch da dieser Name zu kompliziert ist, hat sich der Sohn einer Türkin und eines Iraners im Münchner Hofbräuhaus einen typischen bayerischen und eingängigen Künstlernamen zugelegt.

Sein Ziel: die Integration. „Entschieden zu hart“ lautet sein Programm. Und das brachte das Ganze auf den Punkt. Mit viel Selbstironie nahm er sich und seinen Körper schön auf die Schippe. Das fehlende Sixpack gehörte dazu, wie auch die reichliche Körperbehaarung. „Ich wusste gar nicht, dass Epilepsie nichts mit Haarentfernung zu tun hat.“

Er feiert Weihnachten, weil er auf das Fest der Eskalation auf keinen Fall verzichten will und den 11. September: „Da hat meine Mutter Geburtstag.“

Seine Ausflüge in die Welt der Masturbation waren ebenso erheiternd: So versuchte er als Pubertierender, eine Anleitung aus dem Netz als PDF herunterzuladen. 

Die Preisträger

Die Jury tagte am Montag im Anschluss an den Auftritt der letzten beiden Kandidaten. Sie benannte folgende Preisträger – in alphabetischer Reihenfolge: Blömer//Tillack – Helmuth Steierwald – Michael Tumbrinck. Um die Spannung zu erhalten, wird die Platzierung erst am Samstag bekannt gegeben. Dann wird auch mitgeteilt, wer den Publikumspreis gewinnt und wer mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet wird. Der Gala-Abend mit Preisverleihung beginnt mit Kurzprogrammen der Sieger sowie Gaststar Erik Lehmann „Notizen aus dem Muttiheft“, am Samstag, 17. November, um 19 Uhr, in der Kulturfabrik. Karten in der Kultur- und Tourist-Info und an der Abendkasse für 15 Euro und ermäßigt 12. 

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