Kampf gegen Diabetes: Karl Schnabel läuft täglich durch Körle

Bewegung ist für ihn das A und O: Karl Schnabel geht täglich zu Fuß durch Körle und legt dabei am Ende der Nürnberger Straße am Abzweig nach Melsungen eine 30-minütige Pause ein. Foto: Grugel

Körle. Gesundheit hat auch mit Bewegung zu tun, da ist sich Karl Schnabel sicher: Der Körler rennt seit einem Jahr der Zuckerkrankheit davon. Die Idee dafür gab ihm der Hausarzt.

Bei bestimmten Diabetes-Typen kann Bewegung den Zuckerspiegel positiv beeinflussen, ist etwa bei der freien Enyklopädie Wikipedia zu lesen. Karl Schnabel kann davon ein Lied singen: Innerhalb von zwölf Monaten ging sein Medikamentenverbrauch von vier Spritzen pro Tag auf eine halbe Tablette zurück, berichtet er.

Wie das? Der 76-Jährige wohnt Am alten Schulgarten. Von dort geht er täglich durch Körle bis zum Ende der Nürnberger Straße. Dort setzt sich der Witwer für eine halbe Stunde auf seinen Rollator an die Kreuzung zur Bundesstraße nach Melsungen und beobachtet das Verkehrsgeschehen. Anschließend geht es durchs Dorf zurück zum Alten Schulgarten.

Für die vielen Autofahrer entlang der Strecke ist der Vater von zwei Kindern nicht zu übersehen. Dauernd hupen und grüßen sie ihn vom Steuer aus. Kein Wunder: Karl Schnabel wohnt seit 17 Jahren in Körle. Da kennen ihn die Leute. Und wer es wissen will, dem erzählt der 76-Jährige freimütig vom Sinn seiner Spaziergänge am Morgen. Dazu gehört auch die 30-minütige Pause an der Kreuzung, an der so viele nette Grüße auszutauschen sind, die der Gesundheit sicherlich auch förderlich sind.

In seinem Leben ist der Vater von zwei erwachsenen Kindern viel herumgekommen. Als junger Mann kam er aus Pommern in die Göttinger Gegend. Dort war er jahrelang auf einem Rittergut beschäftigt. Später wohnte der Körler eine Zeitlang in Helsa-Eschenstruth und Melsungen-Röhrenfurth und arbeitete für Volkswagen. Doch am Ende war es Körle, wo Schnabel blieb.

Die Gemeinde gefällt ihm. Arzt und Apotheker sind von seiner Wohnung aus nur einen Steinwurf entfernt. Warmes Wasser aus dem Hahn und für die Heizung kommen aus dem gemeindeeigenen Heizwerk - „die Hähne muss man nur aufdrehen“, freut sich Schnabel über den Luxus. Und auch sonst gibt es mit dem Bürgerbus, den Einkaufsmöglichkeiten und dem örtlichen Veranstaltungsangebot für den 76-Jährigen alles, was man so braucht. Keine Frage, das Motto der Gemeinde im Fuldatal stimmt mit der Ansicht des 76-Jährigen überein: Körle hat’s.

Von Lorenz Grugel

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