Kartons voller Geschenke

Sorgt für leuchtende Kinderaugen: Zum zwölften Mal sammelt die Obermelsungerin Beata Keim Pakete für „Weihnachten im Schuhkarton“ ein. Foto: Rehermann

Obermelsungen. Beata Keim nimmt seit zwölf Jahren Pakete für „Weihnachten im Schuhkarton" an.

Noch ist der Flur von Beata Keim leer. In den kommenden Wochen wird sich das ändern: Dann bringen hunderte Menschen aus der Region Schuhkartons zu ihr nach Obermelsungen, gefüllt mit kleinen Geschenken für Kinder in ärmeren Regionen der Welt.

Seit zwölf Jahren führt Keim dort eine Sammelstelle für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die vom christlichen Verein Geschenke der Hoffnung organisiert wird. „Als ich vor 13 Jahren mein erstes eigenes Paket gepackt habe, war die nächste Sammelstelle in Heinebach. Da dachte ich, dass hier doch jemand die Lücke füllen muss“, sagt die Obermelsungerin. Mit den Jahren ist die Aktion gewachsen: Im vergangenen Jahr schickte Keim 840 Schuhkartons auf die Reise nach Polen und Zentralasien.

„Für viele Kinder ist der Schuhkarton das erste Weihnachtsgeschenk überhaupt.“

Mit ihrer Sammelstelle übernimmt Keim jedoch mehr als nur die Paketannahme: Während die Aktion läuft, überprüft sie jedes Päckchen, ob es die Zollbestimmungen einhält. Sie verziert die Kartons mit Geschenkpapier, sortiert nach Altersgruppen und nimmt Spenden entgegen, mit denen der Transport der Schuhkartons finanziert wird. Zudem sammelt sie das ganze Jahr über liebevolle Kleinigkeiten, mit denen sie Lücken in den Kartons auffüllt, wenn ein Geschenk nicht den Zollbestimmungen genügt.

„Viele Länder verbieten zum Beispiel die Einfuhr von Lebensmitteln“, erklärt Keim. „Deshalb müssen wir leider Kekse und Gummibärchen aussortieren.“

Auch spitze Gegenstände wie Scheren und Messer gehören nicht in die Pakete.

Gerne gesehen sind hingegen Schulsachen, Kuscheltiere und neuwertige Kleidung, ebenso wie ein persönlicher Gruß an das beschenkte Kind. „Für viele Kinder ist der Schuhkarton das erste Weihnachtsgeschenk überhaupt,“ erläutert Beata Keim ihre Motivation, sich ehrenamtlich für die Aktion einzusetzen. „Eine Nachricht vom Schenkenden gibt ihnen das Gefühl, dass ihnen jemand persönlich eine Freude machen will - und das ist für viele unglaublich wichtig.“

Von Vanessa Rehermann

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