Es geht um viel Geld

Flickschusterei beim Breitband für die Schulen im Schwalm-Eder-Kreis

Breitbandausbau in Arbeit: von links Mirko Rücker, Christian Eppler und Christian Götz verlegen in Guxhagen Glasfaserkabel. Das Bild entstand 2017.
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Breitbandausbau in Arbeit: von links Mirko Rücker, Christian Eppler und Christian Götz verlegen in Guxhagen Glasfaserkabel. Derzeit werden Schulen im Ausbaugebiet angeschlossen. Das Bild entstand 2017.

Der Weg zum digitalen Arbeiten an den Schulen ist steinig. Jedenfalls für einige Schulen. Außerdem geht es für den Landkreis beim Anschluss der Schulen ans Breitbandnetz um viel Geld.

Schwalm-Eder – Der Schwalm-Eder-Kreis könnte beim Breitbandausbau im schlimmsten Fall auf Kosten in Millionenhöhe sitzen bleiben. Denn für den Anschluss der 47 Schulen und Standorte, die nicht im bisherigen Ausbaugebiet der Breitband Nordhessen GmbH (BNG) liegen, gibt es laut Landrat Winfried Becker eine Förderung von 90 Prozent von Bund und Land.

Der Bewilligungsbescheid ist in Arbeit, die Genehmigung für den vorzeitigen Ausbaubeginn liegt sogar bereits vor – nur es fand sich kein Unternehmen für die Umsetzung. Was es laut Landrat Winfried Becker zusätzlich schwierig macht: der Bescheid sieht eine Förderung nur nach dem Deckungslückenmodell vor. Der sperrige Begriff bedeutet, dass ein privates Unternehmen die Tiefbauarbeiten übernimmt und die Schulen anschließt. Die Deckungslücke zwischen den Kosten und einem wirtschaftlichen Betrieb wird dann zu 90 Prozent von Bund und Land ausgeglichen.

Um das Fördergeld zu bekommen, müsste also erneut ausgeschrieben werden. Das könne dauern und der Ausgang sei offen, sagt Becker. Fast 50 Millionen Euro umfasste die aktuelle Ausschreibung. Sie beinhaltete aber auch einen Anschluss aller Schulen in Nordhessen, die nicht im bisherigen Ausbaugebiet der Breitband Nordhessen GmbH (BNG) liegen. Der einzige Bewerber ist bekanntermaßen kurz vor Vertragsunterschrift abgesprungen. Wohl aus Kapazitätsgründen. Derzeit fänden auf allen Ebenen Gespräche statt, um die so wichtige Versorgung mit schnellem Internet hinzubekommen. Zum Beispiel wollen die Beruflichen Schulen in Schwalmstadt betroffene Schulen in ihrem Gebiet mit Richtfunk versorgen. Der Landkreis frage regelmäßig andere Breitbandanbieter ab. Das Thema Digitalisierung haben gerade durch Corona noch mal richtig an Bedeutung gewonnen, räumt Becker ein. Umso wichtiger seien jetzt schnelle und tragfähige Lösungen. (Damai D. Dewert)

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