Sperrung der Straße sorgt für Ärger

Nach Brand in Windrad: Verkehrsteilnehmer entfernt Straßen-Sperrung - Polizei: "Eine Straftat"

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Der Baumstamm wurde am Donnerstag unerlaubt entfernt. Die Polizei sucht den Täter.  

Nach dem Brand im Windrad bei Körle im Schwalm-Eder-Kreis bei Kassel bleibt die Kreisstraße weiter gesperrt. Das sorgt für Ärger. Die Polizei ermittelt.

  • Nach dem Brand in einem Windrad bei Körle bleibt die Kreisstraße weiter gesperrt
  • Autofahrer hat die Straßensperrung umgangen
  • Polizei sucht Fahrer, der Baumstamm entfernte

Auch ein dicker Baumstamm hält die Verkehrsteilnehmer nicht davon ab, die Straße zwischen Albshausen und Körle weiter zu befahren. Die Kreisstraße ist seit dem Brand des Windrades aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Nach Brand in Windrad bei Körle: Straße weiter gesperrt - Verkehrsteilnehmer entfernt Baumstamm

Wie die Polizei mitteilt, wurde der Baumstamm, der seitens Hessen Mobil dort abgelegt worden war, um zu verhindern, dass die Sperrung ständig zur Seite geräumt wird, am Donnerstag entfernt. Diese Tat gehe nun über eine Ordnungswidrigkeit hinaus.

 „Es ist kein Spaß und die Polizei ermittelt nun wegen einer Straftat“, sagt Polizeipressesprecher Markus Brettschneider. Laut Strafgesetzbuch erwartet den Täter eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Nach Brand im Windrad bei Körle: Landwirt kann nicht auf sein Feld

Die Sperrung, die nun seit Mitte Februar besteht, weil ein Rotorblatt abzubrechen droht, bereitet nicht nur den Autofahrern, sondern vor allem auch den Landwirten Sorge, deren Felder sich in diesem Bereich befinden. Stefan Friedrich aus Körle gehört beispielsweise das Feld, auf dem das ausgebrannte Windrad steht. Vom Windrad-Betreiber Eurowind habe er die klare Ansage erhalten, dass der Bereich um das Windrad nicht befahren werden dürfe. „Ich darf also nicht auf mein Feld.“ 

Und dabei müsse er in vier Wochen die Zuckerrüben einsäen, schließlich habe er mit der Zuckerfabrik in Wabern einen Liefervertrag, den er einhalten müsse. „Wenn ich nicht einsäen kann, muss ich den Schaden der Versicherung von Eurowind melden.“ So sei es mit der Firma abgesprochen, damit die Landwirte nicht auf dem Schaden durch Ausfälle sitzen bleiben. Wann die Sperrung aufgehoben werden kann, ist immer noch offen.

Nach Brand in Windrad bei Körle: Reparatur wird noch geprüft - Neues Windrad darf nicht gebaut werden

Wenn das Windrad nicht repariert werden kann, dann darf an dieser Stelle auch kein neues gebaut werden. Denn die Windkaftanlage befindet sich nicht auf einem Vorranggebiet für Windenergie, heißt es vom Regierungspräsidium Kassel. Aber wieso wurden dort 2002 überhaupt die beiden Windräder aufgestellt?

Schon der im Jahr 1999 beschlossene Flächennutzungsplan der Gemeinde Körle habe die heute genutzte Windvorrangfläche auf dem Körler Berg ausgewiesen, teilt Körles Bürgermeister Mario Gerhold mit. Die Regionalplanung habe damals die Empfehlung an alle Kommunen herausgegeben, entsprechende Festlegungen zu treffen.

„Im Jahr 2000 zeigte eine Firma tatsächlich Interesse an dem Standort“, so Gerhold. Nach umfangreicher Öffentlichkeitsbeteiligung, Vorlage von Gutachten und kontroverser Diskussion habe die Gemeindevertretung 2001 der Aufstellung der beiden Anlagen zugestimmt. „Ob und warum diese Fläche trotz bestehender Nutzung nach Auskunft des RP nicht als Vorranggebiet im Regionalplan geführt wird, ist uns nicht bekannt.“

Nach Brand im Windrad bei Körle: "Bedauerlicher Schadensfall"

Der Brand des Windrades sei ein bedauerlicher Schadensfall, sagt Gerhold. Die Sinnhaftigkeit von Windenergie solle durch einen solchen Vorfall nicht infrage gestellt werden. Laut Gerhold haben die beiden Anlagen sei Inbetriebnahme rund 50 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. „Das entspricht einem Jahresverbrauch von rund 15.000 Haushalten.“

Die Polizeibittet um Hinweise auf den Verkehrsteilnehmer, der am Donnerstag den Baumstamm entfernt hat. Es handelt sich vermutlich um ein größeres Fahrzeug, Tel. 0 56 61/7 08 90.

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