Bewässerung und LED-Flutlicht

Der Regen kommt auf Knopfdruck: Sportanlagen in Körle werden für 120.000 Euro saniert

Die Wasserrohre für die neue Beregnungsanlage liegen bereits bereit: Lutz Erbeck (links) und Marco Kraß, die Vorsitzenden des FC Körle, freuen sich auf die Sanierung der Sportanlage.
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Die Wasserrohre für die neue Beregnungsanlage liegen bereits bereit: Lutz Erbeck (links) und Marco Kraß, die Vorsitzenden des FC Körle, freuen sich auf die Sanierung der Sportanlage.

Der Fußballsport ist beim FC Körle zwar derzeit nahezu auf Eis gelegt, aber an anderer Stelle geht der Verein jetzt trotz Coronapandemie in die Vollen. Der Sportplatz wird in den kommenden Monaten totalsaniert – inklusive dem Einbau einer Beregnungsanlage sowie der Umrüstung des Flutlichts auf LED-Technik.

Körle - Der Platz befinde sich in einem schlechten Zustand, er sei völlig überspielt. Denn vor der Coronapandemie wurde die Spielfläche täglich genutzt, sagt der Vorsitzende des FC Körle, Lutz Erbeck. Insbesondere der kleinere Trainingsplatz, befinde sich in einem „desolaten Zustand“, sagt Erbeck.

„In Eigenregie können wir da nichts mehr ausrichten.“ Ein richtiges Training sei auf dem Platz nicht möglich. Ein weiteres Problem: Die Rasenflächen leiden unter der Trockenheit der vergangenen Sommer. „Der Rasen geht uns kaputt, wenn wir ihn nicht wässern“, sagt der Vizevorsitzende und Leiter des Sanierungsprojekts Marco Kraß. Deshalb müssen die Mitglieder mit einem Rasensprenger nachhelfen, der alle paar Stunden versetzt werden muss, damit auch jeder Grashalm Wasser abbekommt. „Für uns ist das ein wahnsinniger personeller Aufwand, denn es muss alle paar Stunden jemand hier hochfahren“, sagt Erbeck. Hinzu komme, dass diese Aufgabe Rentner übernommen haben. Jedoch sei der Wasserschlauch des Sprengers so schwer, dass es wirklich nicht zumutbar für die Senioren sei, diesen über den Platz zu tragen.

Das Vorhaben

Neben der Verkaufshütte liegen die großen blauen Rohre bereits bereit: Sie werden künftig Abhilfe in Sachen Bewässerung schaffen. Die Rohre werden unter der Spielfläche verlegt und kleine Rasensprenger eingebaut. Damit funktioniert die Bewässerung künftig auf Knopfdruck und per Programmierung ganz automatisch. „Für uns bedeutet die Anlage eine enorme Erleichterung“, sagt Kraß. Die Anlage könne man nachts laufen lassen, somit werde auch verhindert, dass Wasser direkt wieder verdunstet, wenn die Sonne auf die Spielfläche scheint. „Wir sparen also auch noch Wasser“, sagt Erbeck.

Die Sportrasenfläche wird komplett erneuert. Eine Fachfirma trägt abgestorbenes Material ab, trägt eine neue Rasentragschicht auf und stellt eine geschlossene Grasnarbe her. Damit verschwinden auch alle Unebenheiten, die die Spieler beim Training stören. Der Trainingsplatz soll außerdem vergrößert werden, berichtet Erbeck. Der Hauptplatz wird dafür ein Stück in Richtung Neubaugebiet verschoben. Hinzu kommen bewegliche statt fest installierter Tore. Etwa alle zwei Jahre müsse die Rasenfläche aufbereitet werden, sonst sei der Spielspaß schnell wieder vorbei, sagt Erbeck. Deshalb müsse der Verein noch Gespräche mit der Gemeinde führen.

Auch die 32 Jahre alte Flutlichtanlage wird umgerüstet. Sie bekommt stromsparende LED-Technik. „Dadurch sparen wir mindestens die Hälfte der Energiekosten ein.“ Durch ein Förderprogramm muss der Verein dort lediglich fünf Prozent der Kosten von 45 000 Euro tragen – also 2250 Euro. Auch die marode Verkaufshütte soll erneuert beziehungsweise neu gebaut werden. Aber das sei ein Plan, der frühestens ab 2023 umzusetzen sei.

Das Extra

Der Sportplatz wird auch eine digitale Anzeigentafel bekommen. Sie zeigt dann nicht nur die Spielzeit, sondern auch den aktuellen Spielstand an. In dieser Spielklasse sei dies schon einmalig, sagt Erbeck. Möglich sei die Finanzierung durch Sponsoren, die auf der Tafel Werbung machen.

Der Zeitplan

Die Arbeiten für die Installation der Bewässerungsanlage sollen Mitte April beginnen, Ende April die Arbeiten an der Rasenfläche starten. „Wir hoffen auch, dass das mit dem Flutlicht noch in diesem Jahr klappt“, sagt Lutz Erbeck. Er hofft, dass die Fußballer im August auf dem sanierten Platz spielen können. Bis Ende Juli wird die Fläche also nicht genutzt werden können.

Sollte der Spielbetrieb aufgrund aktueller Coronaregeln indes möglich sein, wolle die Gemeinde sich um eine Zwischenlösung bemühen, heißt es vom Verein.

Die Kosten

Die Gesamtkosten von 120.000 Euro tragen Bund, Land, Landkreis, Gemeinde, der Landessportbund sowie der Verein. Davon entfallen 35.000 Euro auf die Beregnungsanlage und 45.000 Euro auf die LED-Technik. Großer Dank gehe insbesondere an die örtlichen Banken sowie an den Sportbeauftragen Jörg-Thomas Görl für die finanzielle beziehungsweise fachliche Unterstützung. Auch die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung stünden mit ihrer Unterstützung dem Verein zur Seite. (Carolin Hartung)

Mitglieder halten dem FC die Treue

Die Coronapandemie wirke sich beim FC Körle nicht so stark aus wie bei anderen Vereinen, sagt der stellvertretende Vorsitzende Marco Kraß. Es fände zwar kein Spielbetrieb statt, der dem Verein Einnahmen bescheren würde, gleichzeitig seien aber auch die Ausgaben auf ein Minimum beschränkt – nämlich auf die laufenden Kosten fürs Vereinsheim sowie beispielsweise die Versicherung. Jedoch bezahlen die Mitglieder ja auch ihre Vereinsbeiträge. „Und obwohl wir anfangs Bedenken hatten, die Mitglieder haben uns alle die Treue gehalten und sind im Verein geblieben“, sagt der Vorsitzende Lutz Erbeck stolz. Auch die Sponsoren seien zum größten Teil noch an Bord. Wie man jedoch die lange trainingsfreie Zeit wieder aufholen solle, darüber herrscht noch Ungewissheit. „Die Spieler halten sich zwar fit“, sagt Erbeck, aber zusammen auf dem Platz zu trainieren sei dann doch noch mal etwas ganz anderes. Auch der soziale Kontakt der Spieler untereinander fehle. Um wenigstens virtuell etwas gemeinsam zu machen, träfen sich die Mannschaften mit ihren Trainern regelmäßig auf ein Bier per Videokonferenz. Seit Kurzem dürfen wenigstens die Bambinis wieder trainieren. „Für die Kinder ist das sehr sehr wichtig. Meine Tochter ist so froh, dass endlich wieder Training ist“, sagt Marco Kraß. 

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