Michael Gießler (45) übernimmt Amt von Ralf Buschbeck

Neuer Ortsvorsteher von Empfershausen: Wir brauchen dringend Bauplätze

Neuer Ortsvorsteher von Empfershausen: Michael Gießler auf dem Spielplatz, der um eine Wasserspiel-Attraktion erweitert werden soll.  
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Neuer Ortsvorsteher von Empfershausen: Michael Gießler auf dem Spielplatz, der um eine Wasserspiel-Attraktion erweitert werden soll.  

Sie haben immer ein Ohr für das, was die Menschen in ihrem Dorf beschäftigt: die Ortsvorsteher. In unserer Serie Ortstermin stellen wir sie und ihre Ziele in loser Folge vor. Diesmal Michael Gießler in Empfershausen.

Empfershausen – Ganz freiwillig hat sich Michael Gießler nicht für das Amt des Ortsvorstehers entschieden. Sein Vorgänger Ralf Buschbeck gab das Amt ab und Gießler bekam schließlich bei den Wahlen die meisten Stimmen. „Der Wähler hat es entschieden“, sagt er. Aber Gießler kennt sich aus. Zehn Jahre lang engagiert er sich bereits als Mitglied im Ortsbeirat Empfershausen. Dem Örtchen, das er seit 2006 seine Heimat nennt.

Die Gemeinschaft

Die Lage sei einfach wahnsinnig schön. Und die Dorfgemeinschaft: „Die ist wie eine kleine Familie“, sagt der Ortsvorsteher, der aus Guxhagen stammt und als Ingenieur bei Volkswagen arbeitet. Man müsse in Empfershausen nicht lange um Hilfe fragen. Die Menschen seien hilfsbereit und packten gern mit an. Jedoch habe die Coronakrise negative Auswirkungen auf die Dorfgemeinschaft, sagt Gießler. „Jeder kümmert sich gerade mehr um sich selbst.“ Es würde sicher schwierig, nach der Ruhe dann wieder den roten Faden aufzunehmen. „Dass alles so wird wie vorher, glaube ich nicht.“

Die Feste

Die Empfershäuser sind gesellig. Vier Veranstaltungen gibt es sonst übers Jahr verteilt. Es beginnt mit dem Osterfeuer, im Sommer geht’s weiter mit dem Beachvolleyballturnier, später dem Schützenfest mit Biathlon und schließlich dem Laternenumzug. Als dieser im November 2019 stattgefunden hat, konnte noch niemand ahnen, dass die nächste Veranstaltung erst im Sommer 2021 stattfindet. „Wir haben jetzt einen Tag unser Beachvolleyballturnier ausgetragen“, sagt Gießler. Man habe regelrecht gespürt, wie sehr den Empfershäusern das gesellige Beisammensein gefehlt habe. „Wir hatten an einem Tag so viel Umsatz wie sonst an zwei Tagen.“

Die Landstraße

Sorgen bereitet dem Ortsvorsteher jedoch die Landstraße. Schon wieder wurde die dringend notwendige Sanierung verschoben. Nun auf 2024. „Für Empfershausen ist das ein riesen Thema.“ Die Straße ist seit Jahren in einem äußerst schlechten Zustand. Hinzu kommt der Lastwagenverkehr von und zum Basaltwerk in Quentel – es scheppert jedes Mal, wenn ein Lastwagen über die vielen Dellen und Schlaglöcher rauscht. „Es wäre schön, wenn wir als Ortsbeirat besser in die Planungen zur Straßensanierung einbezogen würden“, sagt Gießler, der auch Vorsitzender vom Imkerverein in Felsberg und Vorsitzender des Schützenvereins in Empfershausen ist.

Der Radweg

Auch der Radweg-Lückenschluss sei dem Ortsbeirat ein Anliegen. Vom Unterdorf bis zur Schnellbahnbrücke soll noch ein Radweg gebaut werden – allerdings auch erst, wenn die Landesstraße saniert wird. „Aber der Lückenschluss ist ganz wichtig für uns.“ Auch wolle sich der Ortsbeirat weiter dafür einsetzen, dass endlich ein öffentlicher Bus nach Empfershausen fährt. „Ohne Auto kommt man hier nicht weg.“ Es gebe zwar den Bürgerbus, aber der fahre ja auch nur zu bestimmten Zeiten und spreche eher ein älteres Klientel an. „Ich möchte, dass Jugendliche nicht mehr aufs Mama-Taxi angewiesen sind.“

Die Bauplätze

Die Jugend liegt Gießler ohnehin am Herzen. Deshalb findet er es auch besonders schade, wenn junge Empfershäuser notgedrungen ihre Heimat verlassen müssen, weil es keine Bauplätze gebe. „Wir haben hier keinen Leerstand. Sobald eine Immobilie angeboten wird, ist sie direkt wieder vergeben. Wir brauchen dringend Bauplätze.“

Die Feuerwehr

Wenn junge Menschen Empfershausen verlassen, sehe es auch für die Feuerwehr düster aus. Schon im Jahr 2006 habe es in dem Körler Ortsteil kurz vor einer Zwangsverpflichtung gestanden, da nicht mehr genügend aktive Brandschützer zur Verfügung standen, sagt Gießler. „Und das Problem werden wir wieder bekommen“, prognostiziert er. Noch sei die Einsatzabteilung gut aufgestellt, aber viele seien doch um die 50 Jahre alt. Schon jetzt sei es schwierig, Leute zu finden, die sich zu Atemschutzgeräterträgern ausbilden lassen. Die Ausrüstung sei schwer, gerade für die vielen Frauen in der Wehr ein Grund, dies abzulehnen.

Der Spielplatz

Worum sich der Ortsbeirat auch kümmern will, ist der Spielplatz. Der tolle große Platz werde gut frequentiert, auch von vielen Nicht-Empfershäusern. Deshalb soll der Platz aufgewertet werden. Unter anderem plant der Ortsbeirat mit einer neuen Wasserspiel-Attraktion. Und da packen sicherlich viele Empfershäuser mit an. (Carolin Hartung)

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