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Endlich wieder kurze Wege nach Wagenfurth – Brücke ist fertig

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Freuen sich über die Freigabe der neuen Fuldabrücke: Die Wagenfurther Ortsbeiratsmitglieder Olaf Kruska (von links), Silke Krell, Joachim Gebauer und Dirk Freudenstein.
Freuen sich über die Freigabe der neuen Fuldabrücke: Die Wagenfurther Ortsbeiratsmitglieder Olaf Kruska (von links), Silke Krell, Joachim Gebauer und Dirk Freudenstein. © William Abu El-Qumssan

Die neue Brücke zwischen Körle und Wagenfurth ist freigegeben. Zwei Neuerungen im Vergleich zur alten Brücke stechen besonders heraus.

Körle/Wagenfurth – Das Warten bei den Wagenfurthern hat ein Ende: Die Fuldabrücke zwischen dem Körler Ortsteil und der Kerngemeinde ist am Mittwoch freigegeben worden. Für etwas mehr als ein Jahr musste jeder, der nach Wagenfurth wollte, Umwege in Kauf nehmen.

„Ich freue mich sehr darüber, dass wir ab jetzt wieder direkt in unser Dorf kommen“, sagt Ortsvorsteher Olaf Kruska im Gespräch mit unserer Zeitung. Kruska betont, wie wichtig die Brücke für die Wagenfurther ist: „Für die Landwirte und das Gewerbe ist diese Verbindung unerlässlich, seitdem es die Straße nach Lobenhausen nicht mehr gibt.“

Auch für Schüler und Pendler, die zum Körler Bahnhof müssen, brechen nun wieder entspanntere Zeiten an, sagt Kruska.

Wagenfurther Brücke jetzt mit Fußgängerweg

Die Brücke, die im Auftrag des Landkreises von Hessen Mobil gebaut wurde, sollte laut Vertrag eigentlich Ende September fertig sein. Doch es fehlten Arbeiter für die Asphaltiermaschinen, um die zwei Mündungsbereiche fertigzustellen, berichtet Erwin Schmoll, Bauleiter der beauftragten Firma Bickhardt Bau. Die Brücke selbst sei bereits Ende August fertig gewesen.

Körles Bürgermeister Mario Gerhold sagte, dass solche Investitionen in die Infrastrukturen auf Dörfern nach wie vor nicht für selbstverständlich genommen werden sollten. Mit einem Gehweg und Beleuchtung sei die Brücke eine deutliche Aufwertung. Er hob außerdem die schöne Optik der Brücke und die kurze Bauzeit hervor.

Auch der Wagenfurther Ortsbeirat ist erfreut, wie schnell der Neubau verlief. „Großen Respekt an alle Beteiligten, die während dieses heißen Sommers hier in der Sonne geschuftet haben“, sagt Joachim Gebauer. Vizelandrat Kaufmann habe laut Gebauer die richtigen Worte gefunden: „Diese Brücke wird gebraucht.“

Die wichtigsten Zahlen zur neuen Brücke bei Wagenfurth

1,5 Meter, so breit ist der Gehweg auf der Brücke. Damit konnte die Vorgängerbrücke nicht aufwarten: Auf ihr mussten sich alle Verkehrsteilnehmer und Fußgänger die Fahrbahn teilen. Laut Körles Bürgermeister Mario Gerhold ist der Fußgängerweg eine wichtige Neuerung.

3,6 Millionen Euro wird der Neubau laut Vizelandrat Jürgen Kaufmann voraussichtlich kosten. Die Auftragssumme lag bei 2,8 Millionen Euro. Die Mehrkosten sind laut Kaufmann durch mehrere nötige Gutachten zustande gekommen. „Allein 600 000 Euro waren für weitere Bodengutachten nötig.“ Der Boden an den Fuldaufern sei sehr weich, deshalb musste im Vorfeld mehrfach geprüft werden. So seien mögliche Probleme beim Bau vermieden worden, die die Kosten noch mehr in die Höhe hätten schießen lassen können. Die von Anfang an festgelegten 1,8 Millionen Euro, mit der das Land Hessen den Bau fördert, bleiben unverändert.

4 Straßenlaternen auf der Brücke sind ebenfalls eine auffällige Neuerung durch den Neubau. Die Laternen sind auf der Gehwegseite angebracht worden. Wie lange die vier Leuchten sowie alle anderen Straßenlampen in Körle künftig aus Energiespar-Gründen brennen dürfen, wird bei der Gemeindevertretersitzung Mitte November entschieden.

Bei der Freigabe der neuen Fuldabrücke bei Wagenfurth waren dabei von links Mario Gerhold (Bürgermeister Körle), Landrat Winfried Becker, Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann, Erwin Schmoll (Bauleiter Bickhardt Bau), Lukas Benkner (Projektleiter Bickhardt Bau) und Martin Riehl (Hessen Mobil).
Bei der Freigabe der neuen Fuldabrücke bei Wagenfurth waren dabei von links Mario Gerhold (Bürgermeister Körle), Landrat Winfried Becker, Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann, Erwin Schmoll (Bauleiter Bickhardt Bau), Lukas Benkner (Projektleiter Bickhardt Bau) und Martin Riehl (Hessen Mobil). © William Abu El-Qumssan

4,5 Meter ist die Fahrbahn der Brücke breit. „Das ist genug Platz für die Maschinen der Wagenfurther Landwirte“, sagt Ortsvorsteher Olaf Kruska. Auch für die Holzbaufirma Dieling und die Kräne des Baudienstleisters Osterberg reiche die neue Fahrbahn aus. Gerhold nannte die Fahrbahnbreite und den Gehweg einen guten Kompromiss für alle Verkehrsteilnehmer.

415 Tage mussten die Wagenfurther ohne die direkte Verbindung nach Körle auskommen. Am 30. August 2021 begannen die ersten Arbeiten an der alten Brücke, am 6. September wurde dann die Sperrung der Brücke eingerichtet und nur noch über die Brücke bei Grebenau kam man nach Wagenfurth. Bereits 2017 war die maximale Traglast der alten Brücke auf zwölf Tonnen begrenzt worden.

4800 Arbeitsstunden hat die Firma Bickhardt Bau laut Bauleiter Erwin Schmoll etwa in das Bauprojekt gesteckt. Letzter wichtiger Bauschritt war die Asphaltierung der Zufahrten zur Brücke. Außerdem wurde laut Schmoll die Erde an den Ufern wieder aufgeschüttet, damit das Gelände wieder aussieht, wie vor dem Baubeginn. Abschließend wurde die Baustraße zurück gebaut und die Straßenmarkierungen wurden aufgetragen. (William Abu El-Qumssan)

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