Fulda-Eder-Energie ist Geschichte

Energieversorger gibt auf: Kommunen im Landkreis verkaufen FEE-Anteile an EAM

Guter Dinge: Zur Gründungsveranstaltung der Fulda-Eder-Energie kamen 2013 die Bürgermeister, Beigeordneten und Geschäftsführer der Städtischen Werke in Melsungen zusammen. Im Januar endet das Kapitel FEE.
+
Guter Dinge: Zur Gründungsveranstaltung der Fulda-Eder-Energie kamen 2013 die Bürgermeister, Beigeordneten und Geschäftsführer der Städtischen Werke in Melsungen zusammen. Im Januar endet das Kapitel FEE.

Die Fulda-Eder-Energie (FEE) ist Geschichte. Der regionale Energieversorger gibt auf. Die an der FEE beteiligten sieben Kommunen aus dem nördlichen Schwalm-Eder-Kreis und die Städtischen Werke Kassel geben im Rechtsstreit mit der EAM nach.

Schwalm-Eder - Die Parlamente sollen in den kommenden Tagen und Wochen über den Verkauf der Anteile an die EAM entscheiden. Mit der EAM bestehe eine Einigung darüber, dass die Kommunen ihre finanziellen Einlagen zurückerhalten. Für die etwa 1300 Stromkunden der FEE bedeutet dies, dass sie künftig Kunden der Städtischen Werke Kassen sein werden – zu den bestehenden Konditionen, das teilt die Gesellschaft mit.

Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen in Bezug auf die zu übertragenden Stromleitungen kam es zwischen der FEE und der EAM von 2013 bis 2016 zu keiner Einigung beim Verkauf der Netze. Die FEE reichte 2016 Klage beim Landgericht Kassel ein. Bereits beim ersten Verhandlungstermin im Februar 2018 wurde deutlich, dass sich die Parteien auf eine lange Verfahrensdauer einstellen mussten. Das Gericht empfahl den Beteiligten schon damals, sich um eine außergerichtliche Lösung zu bemühen. „Wir sehen aktuell keine Perspektive für uns als FEE“, sagt Mario Gerhold, Körles Bürgermeister und Sprecher der Gesellschafter. Es seien schon fast zehn Jahre seit der Konzessionsvergabe ins Land gegangen und immer noch keine Lösung in Sicht. Die Übernahme der FEE soll zum 1. Januar 2021 in der EAM aufgehen. Die EAM wird dann als neue Eigentümerin der FEE die Beendigung des Prozesses beim Landgericht beantragen.

Die ursprüngliche Zielsetzung bei Gründung der Fulda-Eder Energie war, durch eine kommunale Beteiligung an den Stromnetzen den Einfluss der Städte und Gemeinden deutlich zu stärken und sich für eine nachhaltige und regionale Energieerzeugung einzusetzen.

Diese Intention – vor allem auch der Klimaschutz – seien heute noch richtig, sagt Gerhold. Dies gelte auch trotz der mittlerweile erfolgten Rekommunalisierung der Eon-Mitte zur EAM. Nach so vielen Jahren sei es aber immer schwieriger geworden, die Beteiligten zusammen zu halten. (Damai D. Dewert)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.