„Beim Einspielen haben meine Hände gezittert.“

Geiger am Akkordeon wird Zweiter bei „Jugend musiziert“

Das Tolle am Akkordeon: Man kann es überall mit hinnehmen – also auch mal draußen auf dem Balkon spielen. Das ist einer der Gründe, warum Niko Geiger sein Instrument mag. Foto: Féaux de Lacroix

Körle. Dem Nachnamen nach müsste er eigentlich Geige spielen - aber Niko Geiger aus Körle hat sich für das Akkordeon entschieden. Und wurde Zweiter beim Wettbewerb "Jugend musiziert".

Vor zweieinhalb Jahren hat Niko Geiger angefangen, Akkordeon zu spielen. Sein Vorbild war der Großvater: „Mein Opa hat sehr gut Akkordeon gespielt, deshalb wollte ich das auch lernen.“ Der Großvater starb 2007 - in seinen Grabstein wurde ein Akkordeon eingemeißelt. Seinem Enkel konnte er das Spielen dieses Instruments somit leider nicht mehr beibringen.

Doch mit Dirk Hennemann hat Niko Geiger in Vellmar einen tollen Lehrer gefunden, der ihn einmal pro Woche unterrichtet. „Am Anfang war es schwierig, aber dann hat mir das Spielen richtig Spaß gemacht“, sagt Geiger. Täglich übt er nun eine halbe Stunde lang. Besonders gefallen ihm Stücke des Komponisten Alexander Jekic.

„Am Akkordeon mag ich besonders, dass man es überall mit hinnehmen kann - und dass man Schalten kann.“ Schalten heißt, verschiedene Register auszuwählen. „Damit kann das Akkordeon zum Beispiel wie eine Orgel klingen“, erklärt Geiger. Spielt er eigentlich auch mal auf dem alten Akkordeon seines Großvaters? Nein, sagt er - denn das ist ein Knopfakkordeon, während Niko Geiger Tastenakkordeon spielt. Es sei schwierig gewesen, einen Lehrer in der Region zu finden. Aber Geiger ist froh, dass es so gekommen ist - denn mit seinem Lehrer Dirk Hennemann versteht er sich richtig gut.

Hennemann war es auch, der dem Zehnjährigen vorschlug, beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ anzutreten. „Ich hatte Lust, mitzumachen“, sagt der Körler.

Auftritte vor Publikum war Geiger bereits gewöhnt: In Altersheimen hat er schon häufiger gespielt. Nach dem dritten Auftritt dort sei er nicht mehr aufgeregt gewesen, erzählt der Zehnjährige. Ganz anders sah das aber am Tag des Wettbewerbs aus. „Beim Einspielen haben meine Hände so gezittert, dass ich kaum die Tasten drücken konnte“, erinnert er sich. Als er vor der Jury auf der Bühne saß, legte sich die Aufregung zum Glück. Niko Geiger überzeugte die Juroren mit seinem Auftritt und belegte Platz zwei. Der Ehrgeiz des Zehnjährigen ist geweckt: „Ich würde schon gern Profi werden“, sagt er.

Erstmal setzt er sich aber kleinere Ziele - zum Beispiel, den Soundtrack des Films „Fluch der Karibik“ spielen zu können.

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