Gemeinde investiert 200.000 Euro in neuen Platz 

Neue Ortsmitte Körle: Haus für Dorfplatz wird derzeit in Spangenberg gebaut

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Im Zweischichtbetrieb: Die Mitarbeiter von Holzbau-Kühlborn arbeiten derzeit an dem Wohn- und Geschäftshaus für die Körler Ortsmitte. Damit die großen Elemente gewendet werden können, arbeiten die Mitarbeiter auf hydraulischen Schmetterlingstischen. 

Körle/Spangenberg. Ein Wohn- und Geschäftshaus aus Holz wird unter anderem den neuen Platz in Körle prägen. Die Arbeiten für das Millionenprojekt laufen bereits auf Hochtouren. 

In den Hallen bei Holzbau Kühlborn in Spangenberg läuft derzeit die Produktion für das neue Wohn- und Geschäftshaus, das in der Körler Ortsmitte errichtet wird, auf Hochtouren. Ende November werden die Fertigbauteile nach Körle geliefert – etwa 25 Lastwagen-Fuhren werden nötig sein. Kühlborn investiert in das Projekt 1,8 Millionen Euro.

Kopf des Ganzen ist Florian Hamacher. Der Holzbauingenieur beschäftigt sich seit etwa fünf Wochen mit der Planung des Hauses, das zu 90 Prozent aus Holz bestehen wird. Auf Grundlage des Bauantrages hat er auf dem Computer den Baukörper erstellt. Auf dem 3D-Modell ist jede Dachziegel, jeder Holzbalken und jeder Stahlträger verzeichnet. Durch diese präzise Planung habe man am Ende keinen Verschnitt, sagt Juniorchef Kai Kühlborn. „Und auf der Baustelle kann dann quasi kein Fehler passieren.“ 

Der Bau des Hauses sei vergleichbar mit der Lego-Technik. „Nur ein bisschen größer“, sagt Hamacher. Was der Ingenieur am Computer erstellt, wird auf einen USB-Stick übertragen. Dieser wird von den Mitarbeitern in der Produktion eingelesen, erklärt Kühlborn. Durch die Daten auf dem Stick wissen die Maschinen dann automatisch, wie die Holzteile zugeschnitten werden müssen, sagt der Juniorchef. 

Plant am Computer: Holzbauingenieur Florian Hamacher erstellt den Baukörper als 3 D-Modell.

Etwa 50 Außenwandelemente werden für das dreigeschossige Haus in Körle benötigt. Diese bestehen aus je sechs Schichten. Bis auf die Putzschicht ist alles aus Holz. „Der Großteil des Holzes, das wir verarbeiten, kommt aus Österreich“, sagt Kühlborn. Es handelt sich um Fichte.

Zahlreiche Wände sind bereits fertig produziert und zum Abtransport bereit. Verpackt werden die Fertigbauteile übrigens nicht. „Wir kommen komplett ohne Styropor und Plastikverpackung aus“, sagt Kühlborn. Dem völlig unbehandelten Holz mache es auch nichts aus, wenn es nass würde. „Das trocknet ganz schnell wieder ab.“ Das Holz wird wie in einer Sauna vor der Verarbeitung getrocknet. Der Feuchtigkeitsgehalt sinke von 80 Prozent auf etwa 15, sagt Kühlborn. „Dadurch ist das Holz tot und arbeitet nicht mehr.“ Auch Holzwürmer oder ähnliches Ungeziefer seien nach der Erhitzung tot.

Innenwandteile: In den Hallen bei Holzbau Kühlborn liegen bereits zahlreiche Teile für den Transport nach Körle bereit.

Die Mitarbeiter, die die Außenwände zusammenbauen, arbeiten an hydraulischen Tischen.

Die Schmetterlingstische haben den Vorteil, dass die großen Elemente einfach gewendet werden können. Die Wände werden fix und fertig nach Körle geliefert, sagt Kühlborn. Sogar Rolladen und Fenster werden in Spangenberg eingebaut. Die Fenster werden ganz am Ende in die Wandelemente eingebaut, sagt Kühlborn. „Das ist der letzte Schritt vor der Auslieferung.“

Die Planung sei bei einem solchen Projekt das A und O, sagt Kühlborn. Stimme ein Detail nicht, falle dies einem bei der Montage auf die Füße. Spektakulär wird insbesondere die Lieferung und Montage des Fahrstuhlschachts. Dieser 14 Meter hohe Schacht, der ebenfalls aus Holz besteht, wird im Ganzen geliefert. Weil er elf Tonnen wiegt, sei ein spezieller Kran nötig. Der Baustellenkran, mit dem derzeit in der Ortsmitte gearbeitet wird, könne eine solche Last nicht heben.

Kühlborn investiert knapp zwei Millionen

In Körle wird die Ortsmitte an der Nürnberger Straße komplett umgestaltet. Es entsteht ein Dorfplatz mit einem dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshaus. Außergewöhnlich ist, dass im Erdgeschoss die VR-Partnerbank und die Kreissparkasse eine gemeinsame Geschäftsstelle betreiben werden.

Einziehen wird außerdem eine Filiale des Schwälmer Brotladens. Holzbau Kühlborn investiert rund 1,8 Millionen Euro in das Projekt. Die Gemeinde Körle trägt die Kosten für die Umgestaltung des Platzes mit etwa 200.000 Euro. 

65.000 Euro gibt es aus dem Dorferneuerungsprogramm. In der neuen Ortsmitte befindet sich bereits die U3-Kita der Gemeinde. Zum Jahreswechsel sollen die beiden Allgemeinmediziner Dirk Schaumburg und Thomas Bohn in die Räume über der Kita ziehen. Ein Fahrstuhl garantiert die Barrierefreiheit für die Patienten. Derzeit laufen die Gründungsarbeiten für das Wohn- und Geschäftshaus.

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