Gemeinde will, dass Grundschule die Betreuung übernimmt – Eltern sind verärgert

Hort in Körle soll 2017 schließen

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Wohin nach der Schule: In der Gemeinde Körle ist noch ungewiss, wie es mit der Nachmittagsbetreuung der Grundschüler nach 2017 weiter geht. Die Gemeinde ist mit der Grundschule im Gespräch.

Körle. Die Gemeinde Körle will die Hortbetreuung in der Kindertagesstätte Pfiffikus in den nächsten Jahren schrittweise zurückfahren – und 2017 ganz einstellen.

So steht es in der neuen Kita-Satzung, über die die Körler Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montag, 1. Juni beschließen.

Das bedeute aber nicht, dass es in Körle künftig keine Nachmittagsbetreuung für Grundschüler mehr gebe, betonte Bürgermeister Mario Gerhold auf HNA-Anfrage. Vielmehr sei geplant, dass der Hort künftig an der Grundschule angesiedelt werde. „Wir sind mit der Grundschule seit drei Jahren im Gespräch, weil wir möchten, dass dort ein Ganztagsangebot etabliert wird“, sagte Gerhold. Das brauche natürlich Zeit – so gebe es an der Grundschule zum Beispiel keine Mensa, um ein Mittagessen für die Kinder anbieten zu können.

„Die Gemeinde wirbt mit Bauplätzen für junge Familien, tut aber immer weniger für die Kinder.“

Auch müsse die Trägerschaft geklärt werden. „Wir sehen uns weiterhin als Partner“, sagte Gerhold – aber die Kosten für die Hortbetreuung will die Gemeinde nicht mehr tragen. Der Hort sei für die Gemeinde eine freiwillige Aufgabe. 80.000 Euro Kosten würden dafür jährlich anfallen.

Außerdem gebe es ein Platzproblem in den Kita-Räumen, das man lösen könne, wenn der Hort umziehe. Ein weiterer Anbau an das Gebäude sei nicht möglich. Gerhold sagte, die Betreuung der Grundschulkinder gehöre an die Grundschule. Dafür gebe es in der Region bereits viele gute Beispiele, etwa in Röhrenfurth. Er fügte allerdings hinzu, die Motivation an der Grundschule Körle, die Hortbetreuung zu übernehmen, sei „ausbaufähig.“

Schulleiterin Inge Mathes sagte gegenüber der HNA: „Wir sind um eine Lösung bemüht.“ Konkreter wollte sie sich nicht äußern. Marion Unzeitig, Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule, stellte klar: „Der Förderverein hat sich dagegen ausgesprochen, sich um die Hortbetreuung zu kümmern.“ Der Förderverein, der derzeit acht Mitglieder hat, könne nicht als Arbeitgeber auftreten: „Das schaffen wir einfach nicht.“ Unzeitig schildert: „Aus der Elternschaft weiß ich, dass die Leute entsetzt sind.“ Es sei doch paradox: „Die Gemeinde wirbt mit Bauplätzen für junge Familien, tut aber immer weniger für die Kinder.“

Auch der Kinderverein, der in Körle viele Projekte für Kinder mit Spendensammlungen unterstützt, sieht sich nicht in der Lage, sich um die Hortbetreuung zu kümmern. „Das können wir nicht stemmen“, sagt Vorsitzende Tina Kuntz. „Es ist ja nicht damit getan, nur der Träger zu sein.“ Man müsse auch die Organisation übernehmen, Vorstellungsgespräche führen und ähnliches. Es habe in den Reihen des Kindervereins einzelne Frauen gegeben, die interessiert seien, sich für den Hort zu engagieren. Diese sollten sich aber direkt an die Grundschule wenden, sagte Kuntz.

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