Senioren sollen im Ort bleiben

In Körle ist eine Wohnanlage mit Tagespflege geplant

Skizze einer möglichen Wohnanlage in Körle
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Diese Skizze zeigt, wie eine solche Wohnanlage am Birkenweg aussehen könnte. Noch ist aber nichts in Stein gemeißelt.

Die Chancen, dass es in Körle bald eine Seniorenwohnanlage mit Tagespflege gibt, stehen äußerst gut. Die Gemeindevertreter haben in ihrer jüngsten Sitzung die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen.

Körle – Investor für eine mögliche Wohnanlage am Birkenweg ist der Körler Achim Erbeck, der in der Fuldagemeinde eine Werbeagentur betreibt. Der Plan sei, so Erbeck gegenüber der HNA, dass auf dem Grundstück eine Anlage für betreutes Wohnen entsteht. Je nachdem, ob Bewohner beispielsweise an Demenz leiden oder noch gut alleine zurechtkommen, soll es unterschiedliche Wohngruppenkonzepte geben. Partner des Projekts sollen die Hera-Residenzen-Gruppe aus Leipzig werden sowie die Sabine Peter GmbH, die den gleichnamigen Mobilen Pflegedienst in Körle betreibt.

Bei dem Grundstück handelt es sich um den ehemaligen Bauernhof Gibhardt. Zuletzt hatte das Grundstück dem Ehepaar Frank und Sabine Peter gehört. Da sie zu ihren Kindern nach Australien auswandern werden (HNA berichtete), hatte er seine Firma für Kernbohrungen und Betonschneidetechnik verkauft und Sabine Peter ihren Mobilen Pflegedienst. Dieser wird seit Sommer dieses Jahres unter demselben Namen von einer neu gegründeten GmbH weitergeführt. Muttergesellschaft ist das Pflegeunternehmen Hera-Residenzen.

Erbeck hatte das Grundstück erworben, weil ihm die Idee im Kopf gesteckt habe, dort etwas für die Körler Senioren zu tun. Deshalb habe er auch das Gespräch mit Diana Kurz-Hoffmann, der Geschäftsführerin des Mobilen Pflegeteams Sabine Peter GmbH, gesucht, um gemeinsam zu ergründen, was in Körle fehlt. „Und das ist ganz klar eine Tagespflege“, sagt Erbeck.

Neue Wohnanlage in Körle für bessere Infrastruktur

Eine Senioren-Wohnanlage mit Tagespflege würde die Infrastruktur in Körle deutlich verbessern, sagte auch Bürgermeister Mario Gerhold in der jüngsten Sitzung. Bereits vor drei Jahren stand mal zur Debatte, im ehemaligen Tegut-Laden an der Ortsdurchfahrt eine Tagespflege zu realisieren, um Senioren in Körle eine Perspektive zu bieten.

Für Mitte Januar sei ein weiteres Gespräch mit Vertretern von Hera-Residenzen, Sabine Peter GmbH und Architekten angesetzt, um konkret zu besprechen, wie die Anlage aussehen könnte, sagt Erbeck. Er gehe davon aus, dass man sich mit den Beteiligten einig werde und „alles klappt wie vorgesehen“. Oberste Priorität habe die Tagespflege. Etwa 20 Plätze könnten dort zur Verfügung stehen. Erbecks Plan B – sollten sich die Beteiligten nicht einig werden – wäre eine normale seniorengerechte Wohnbebauung.

Das Gelände ist 4300 Quadratmeter groß. Geplant ist, dass die Scheune abgerissen wird. Bleiben soll das Wohnhaus. Dieses könnte künftig als Bürogebäude dienen, sagt Erbeck. Sollte alles wie geplant verlaufen, „gehe ich davon aus, dass wir im Sommer Baufreiheit haben“, sagt Erbeck. Baubeginn könnte dann im Herbst kommenden Jahres sein.

Anwohner in Körle brauchen keine Hochhäuser fürchten

Er geht von einer zweigeschossigen Wohnbebauung plus Dachgeschoss aus, Anwohner müssten keine Angst vor zu hohen Gebäuden haben. In der Gemeindevertretersitzung stimmten SPD- und CDU-Fraktion der Aufstellung des Bebauungsplanes gern zu. „Wir begrüßen das Vorhaben und hoffen, dass es gelingt, eine Tagespflegeeinrichtung zu integrieren“, sagte Michael Greiner für die CDU.

Für eine gute Infrastruktur müsse man nicht nur Kindergärten und Schule vorhalten, sondern auch alten Menschen ermöglichen, im Ort wohnen zu bleiben. Eine Seniorenwohnanlage mit Tagespflege wäre das „Nonplusultra“ für die Nutzung des Geländes, sagte auch Michael Oetzel für die SPD.

Als Investor hatte Erbeck, der für die CDU in der Gemeindevertretung sitzt, nicht mit abgestimmt. (Carolin Hartung)

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