Kita-Gebühren erst ab Tag sechs

Bei Betreuung zuhause: Gemeinde Körle verzichtet auf Geld von Eltern

Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita bringen, bekommen in Körle die Gebühren erstattet. Das Symbolfoto zeigt eine Familie in Mittelhessen.
+
Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kita bringen, bekommen in Körle die Gebühren erstattet. Das Symbolfoto zeigt eine Familie in Mittelhessen.

Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen, müssen dafür auch keine Kindergarten-Gebühren bezahlen. So handhabt das die Gemeinde Körle jetzt.

Körle - Das haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montag einstimmig beschlossen. Um von der Gebührenfreiheit zu profitieren, dürfen Eltern ihr Kind an maximal fünf Tagen im Monat in den Kindergarten bringen.

Dies sei nur gerecht den Eltern gegenüber, die die Betreuung zuhause organisieren, sagte Bürgermeister Mario Gerhold.

In Hessen bleibt es derzeit den Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder in einer Kita betreuen lassen oder die Betreuung selbst organisieren. In Körle würden von den 100 Plätzen im Kindergarten Pfiffikus derzeit 30 bis 35 Plätze in Anspruch genommen, sagte Gerhold. Während diese Zahl im Hinblick auf den Infektionsschutz akzeptabel sei, bereite der Gemeinde aber ein Blick in die U3-Kita Pusteblümchen etwas Sorgen. Statt 24 Kindern würden dort derzeit bis zu 18 betreut. „Wir wollen wirklich noch mal an die Eltern appellieren, ob es wirklich dringend nötig ist, die Kinder in die Betreuung zu bringen“, sagte Gerhold. Gerade in der Kinderbetreuung sei es unmöglich, die Abstandsregeln einzuhalten. Deshalb sei es wichtig, dass die Zahl der Kinder so gering wie möglich gehalten werde. Im Kindergarten Pfiffikus war eine Erzieherin erst kürzlich positiv auf Corona getestet worden. Gott sei dank hätten weitere Tests aber ergeben, dass es zu keiner Ansteckung gekommen sei, so Gerhold. Jedoch sehe man daran, wie schnell das Virus in eine Kita gelangen könne.

Die Gebührenbefreiung gilt nun erst einmal für die Monate Januar und Februar, könnte aber, je nachdem wie sich die Betreuungssituation coronabedingt entwickelt, auch darüber hinaus noch weiter gelten. Die endgültige Entscheidung darüber, wie in den Monaten von März bis Juli verfahren wird, hat die Gemeindevertretung dem Gemeindevorstand übertragen. Der Gebührenbetrag, auf den die Gemeinde aus Kulanz verzichtet, ist überschaubar. Ohne Coronapandemie gehen 7000 Euro im Monat an Gebühren in die Gemeindekasse. Durch den Verzicht verringert sich dieser Betrag um etwa 4000 Euro, erklärte Bürgermeister Gerhold. In Hessen müssen Eltern nur Gebühren für die U3-Betreuung und die Betreuung außerhalb der Regelzeit bezahlen. Sechs Stunden sind frei.

Die Gemeindeverwaltung hatte in ihrem Beschlussvorschlag zunächst vorgesehen, dass die coronabedingte Befreiung von den Gebühren nur dann greifen soll, wenn Eltern ihre Kinder an keinem Tag im Monat betreuen lassen.

Im Haupt- und Finanzausschuss (Hafi) einigte man sich auf die Fünf-Tage-Regelung, um die Eltern nicht vor die Wahl zu stellen, die Kinder entweder ganz oder gar nicht in die Kindertagesstätte zu schicken. Eine Woche im Monat solle nicht den Unterschied machen, ob Eltern Gebühren bezahlen oder nicht, berichtete Michael Oetzel (SPD) aus der Ausschusssitzung. (Carolin Hartung)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.