Straße bei Körle noch länger dicht:

Abbau des abgebrannten Windrades ist für Anfang April geplant

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Bleibt noch mindestens bis Mitte April 2020 dicht: Die Kreisstraße zwischen Körle und Albshausen. 

Die Sperrung der Kreisstraße zwischen Körle und Albshausen verärgert viele Pendler und Gewerbetreibende. Die gute Nachricht: Es gibt einen Termin, wann Eurowind das ausgebrannte Windrad abbauen lässt. Die schlechte Nachricht: Bis die Straße wieder freigegeben wird, vergeht mindestens noch ein Monat.

„Man hat den Eindruck, es tut sich einfach nichts“, sagt zum Beispiel Fabian Umbach vom Heidehof in Albshausen. Durch die Sperrung wegen des ausgebrannten Windrades blieben viele Kunden weg. „Ich verstehe nicht, wieso die Gemeinde der Firma Eurowind nicht mehr Druck macht, dass das Windrad abgebaut wird“, sagt Umbach.

Seit Mitte Februar, und damit nun seit weit über einem Monat, ist die Kreisstraße gesperrt. Eines der Windräder auf dem Körler Berg war in Flammen aufgegangen. Weil Teile eines Rotorblattes auf die Fahrbahn fallen könnten, wurde die Straße im Auftrag der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises gesperrt.

Laut Eurowind ist der Abbau der Windkraftanlage für Anfang April geplant. Das teilt der Unternehmenssprecher Benjamin Schmitt auf Anfrage mit. Ob dieser Termin wirklich eingehalten werden kann, hänge an Verfügbarkeiten der Teams und des Krans. „Es werden die Rotorblätter, das Maschinenhaus sowie die oberste Turmsektion demontiert.“ Die Sperrung der Straße kann dann „hoffentlich bis Mitte April“ aufgehoben werden.

Er könne gut verstehen, dass viele über die Sperrung verärgert sind, sagt Körles Bürgermeister Mario Gerhold. Auch ihn persönlich nerve die Sperrung. Die Gemeinde Körle habe allerdings kein „Druckmittel“ gegen den Betreiber in der Hand, um ihm beispielsweise eine Frist zu setzen, wann die Reparatur abgeschlossen sein muss.

Die Gemeinde sei weder für die Sperrung der Kreisstraße verantwortlich noch baurechtlich zuständig. Und alles, was Immissionen, Arbeitsschutz und Abfallrecht beträfe, falle in die Verantwortung des Regierungspräsidiums Kassel, so Gerhold. Aber: „Unsere Mitarbeiter und ich stehen mit dem Betreiber Eurowind regelmäßig in Kontakt. Einen Ortstermin gab es zuletzt am 11. März. Bei dem waren auch wir vertreten.“ Derzeit liefen bei Eurowind die organisatorischen und technischen Vorbereitungen. „Hierzu gehört nach unserem Kenntnisstand auch der Bau von Wege- und Abstellflächen, um den benötigten Kran an der Anlage in Stellung bringen zu können“, sagt Gerhold. „Ich vertraue darauf und habe vor allem auch den Eindruck, dass die mittlerweile getroffene Entscheidung zum Abbau der Anlage unverzüglich umgesetzt wird.“

Eine Regelung über Schadenersatz sei mit Eurowind nicht getroffen worden, so der Rathaus-Chef. Denn die Schäden wie Umsatzrückgang oder höhere Benzinkosten durch eine längere Pendlerstrecke sei kein gemeindliches Problem, sondern spiele sich „im privaten Bereich“ ab. Dass die Gemeinde angeblich jeden Tag 1000 Euro von Eurowind kassiert, solange die Straße noch gesperrt ist, davon höre Gerhold zum ersten Mal. Dieses Gerücht hatte in Körle die Runde gemacht.

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