Körle: Musik im Kopf

Der ehemalige Handballer Niklas Vaupel aus Körle veröffentlicht sein erstes Lied

Der Körler Niklas Vaupel war bisher eher durch Handball bekannt. Jetzt will er mit Musik Karriere machen.
+
Hat sein erstes Lied herausgebracht: Der Körler Niklas Vaupel (28) war bisher eher durch Handball bekannt. Jetzt will er mit Musik Karriere machen.

Wer sich bei Niklas Vaupel fragt, ob er Hunde- oder Katzentyp ist, braucht nicht lange überlegen. Das liegt an Kater Theo, mit dem er zusammenlebt und an dem er das Freche und Unvorhersehbare liebt.

Körle – Der der 28-jährige Körler ist ein kreativer Kopf, den das Ungewisse reizt. Nun hat er sein erstes Lied „Raise me up“ veröffentlicht. Dabei ist er den Anhängern des Handball-Oberligisten ESG Gensungen/Felsberg eher als Linksaußen bekannt.

Doch dem Sport hat Niklas Vaupel den Rücken gekehrt. „Ich habe schon seit zwei Jahren nicht mehr gespielt“, sagt er. „Handball und Musik hat nicht gut zusammengepasst, deswegen habe ich den Ball erstmal liegen lassen.“ Viermal die Woche Training, Auswärtsfahrten am Wochenende, die Arbeit als Erzieher in der Evangelischen Kita Felsberg und eine Fernbeziehung mit seiner Freundin, die in Paderborn wohnt, sind dem 28-Jährigen zu viel geworden.

Stattdessen wollte sich Niklas Vaupel einen Traum erfüllen und professionell Musik machen. „Schon als kleines Kind war ich mit der Rassel unterwegs und habe viel gesungen.“ Das habe er von seinem Großvater Fritz Ochs, der von 1970 bis 2000 Körler Bürgermeister war. „Er war ein Vollblutmusiker, hat Trompete gespielt und verschiedene Musikzüge geleitet“, sagt der ehemalige Handballer. „Er hat mich immer unterstützt.“

Als Niklas Vaupel anfing, in der Grundschule Blockflöte zu spielen, lebte sein Großvater noch, der 2013 starb und ihm viel bedeutete. Der 28-Jährige wechselte jedoch mit etwa zwölf Jahren zur Gitarre. „Weil sich das besser mit Gesang verbinden lässt.“ Damals begann er auch, Lieder zu schreiben. „Damit habe ich angefangen, als ich den ersten Akkord auf der Gitarre spielen konnte“, sagt er. „Ich fand es spannend, mich darin fallen zu lassen und meine Gefühle über Lieder auszudrücken.“

Sein erstes Lied handelte von der Schule. „Sie lief nicht gut und da habe ich mir den Frust von der Seele geschrieben“, sagt er und lacht. Auch seine anderen Lieder seien aus dem Alltag heraus entstanden. So habe er über Liebe, Wut und Beziehungsprobleme geschrieben.

Sein aktuelles Lied „Raise me up“ handelt von solchen Problemen: einer turbulenten Beziehung, in der es am Ende zur Trennung kommt. Das stellt der Körler mit einer Schauspielerin in dem Video im Kasseler Auebad nach. Die Musik kommt hingegen in einem ruhigen und gleichmäßigen Reggae-Stil daher. Als Profimusiker sieht sich Niklas Vaupel aber noch nicht. Doch: „Musik läuft ständig in meinem Kopf.“

Dabei will er sich nicht auf eine Musikrichtung beschränken. Das zeigt auch, welche Musik ihn bisher begleitet hat: von Rapper Eminem über Rockbands wie Nirvana und Green Day hin zu ruhigeren Sängern wie Shawn Mendes und seinem Vorbild Ed Sheeran.

Dass der Körler Wert auf gutes Aussehen legt, ist sofort zu sehen. Beim Pressetermin ist das braune Haar top gestylt, er trägt ein hellgraues Jackett auf dem weißen T-Shirt, Armbänder und eine modische Uhr. Sein Interesse an Kleidung brachte ihn vor einigen Jahren zum Modehaus Vockeroth. Dort machte er eine Ausbildung zum Verkäufer. Doch schnell war ihm klar, dass er eigentlich Erzieher werden will.

Denn Niklas Vaupel arbeitet gern mit Menschen. Er ist wohl auch einer, der nicht gern allein ist. Zu Hause ist Kater Theo und seine Freundin, wenn sie aus Paderborn zu Besuch kommt. „Ich habe auch oft Freunde um mich herum, wenn es Corona zulässt.“ Hinzu kommen seine ältere Schwester und sein sieben Jahre jüngerer Bruder, zu dem er ein besonderes Verhältnis hat. „Ich habe zu ihm in der Kindheit wohl einen Beschützerinstinkt aufgebaut“, sagt er, „mit der Zeit wurde ich für ihn vielleicht auch ein bisschen zum Vorbild.“ Noch heute verbringe der 28-Jährige verbringe viel Zeit mit seinem Bruder.

Das zeigt auch, dass Niklas Vaupel ein Familienmensch ist. „Ich wünsche mir ein Haus mit meiner Freundin und Kindern“, sagt er. Zurzeit sei Kater Theo aber oft der einzige, der nachts neben ihm einschläft – während der Körler Sänger bereits das nächste Lied im Ohr hat.

Infos: Das Video gibt es im Internet auf zu.hna.de/raise421, das Lied auf zu.hna.de/raise021.

(Fabian Becker)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.