Körle will Tourismus-AG Melsunger Land nicht beitreten

Fulda-Radweg: Er verbindet mehrere Kommunen im Kreisteil Melsungen, darunter auch Körle. Doch eine gemeinsame Tourimus-AG mit den Kreisteil-Kommunen will Körle nicht gründen. Foto: HNA-Archiv

Körle. Die Gemeinde Körle wird sich der neuen Touristischen Arbeitsgemeinschaft (TAG) Melsunger Land nicht anschließen.

Das haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montagabend einstimmig beschlossen.

Zu hohe Kosten bei zu geringem Nutzen - so begründeten die Gemeindevertreter ihre Entscheidung.

Für die Mitgliedschaft hätte Körle jährlich knapp 2200 Euro zahlen müssen: 1000 Euro Grundkosten plus 1179 Euro Umlage, letztere berechnet sich nach der Zahl der Betten und der Einwohnerzahl. Körle hat knapp 3000 Einwohner und nur 31 Betten. Die Gemeinde hätte daher im Vergleich mit den anderen Kommunen im Kreisteil die geringste Umlage zahlen müssen.

Trotzdem sei der von Körle geforderte Beitrag zu hoch, sagte Michael Oetzel (SPD). Als kleinste Kommune im Kreisteil Melsungen wäre Körle ohnehin nur eine Randerscheinung in der TAG gewesen, fügte Oetzel hinzu. Im Übrigen sei Körle bereits Mitglied im Verband Kurhessisches Bergland, auch dafür würden Beiträge fällig.

Michael Greiner (CDU) sah das ähnlich: „Die Bedingungen sind schlecht ausgehandelt. Für einen kleineren finanziellen Beitrag wären wir bereit gewesen, uns zu engagieren.“ Helmut Teis (SPD) sagte: „Wir sind aus der TAG Mittleres Fuldatal ausgetreten, weil wir gemerkt haben, dass uns die Mitgliedschaft dort nichts bringt.“ Vor diesem Hintergrund sei es nicht sinnvoll, gleich wieder in die nächste TAG einzutreten. Das heiße nicht, dass Körle nicht zu einem späteren Zeitpunkt doch noch eintreten könne - vorausgesetzt, man spreche noch einmal über die Kosten.

Bürgermeister Mario Gerhold sprach sich indes für einen Beitritt Körles zur TAG Melsunger Land aus: „Im kulturellen Bereich sind wir im Altkreis Melsungen bislang wenig vernetzt“, sagte er. Das könne man mit einer gemeinsamen TAG verbessern.

Michael Oetzel betonte, die Ablehnung der TAG-Mitgliedschaft sei keine Retourkutsche für den Austritt Melsungens aus der Fulda-Eder-Energie (FEE).

„Es ist für mich eine große Überraschung, dass Körle abgelehnt hat. Ich bin enttäuscht über diese Entscheidung“, sagte Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein gestern. Melsungen hatte die Gründung einer neuen TAG initiiert. „Wir könnten fuldaabwärts einiges miteinander machen“, sagte Boucsein über die mögliche Zusammenarbeit zwischen Melsungen und Körle. „Ich würde mir wünschen, dass Körle sich das nochmal überlegt und sich möglicherweise später noch anschließt.“ Das sei auch nach der Gründung der TAG immer noch möglich. Bei der finanziellen Beteiligung könne man Körle aber nicht entgegenkommen, stellte Boucsein klar. Melsungen trage schon jetzt den größten Teil der Kosten. Die neue TAG werde man auch ohne Körle gründen, wenn die anderen Kommunen zustimmten. Auch bedeute die Absage Körles nicht, dass die anderen Mitgliedskommunen nun höhere Beiträge zahlen müssten als bisher geplant.

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