Unnötige Autofahrten vermeiden

Hinsetzen und einsteigen: Künstler will drei Gemeinden Mitfahrerbänke spenden

Bunte Bänke sind sein Markenzeichen: Rainer Schunder aus Albshausen möchte ein Mitfahr-Projekt in Körle, Albshausen und Dörnhagen etablieren. Foto: Carolin Hartung

Fuldabrück/Albshausen/Körle – Hinsetzen, warten, einsteigen, mitfahren – und alles kostenlos. Mitfahrerbänke könnten dies bald von Dörnhagen bis Körle möglich machen. 

Der Albshäuser Künstler Rainer Schunder will den Gemeinden je zwei seiner bunten Sitzbänke schenken. Wer sich dort hinsetzt, gibt damit ein klares Zeichen an vorbeifahrende Autofahrer: Nimm mich mit!

„Ich möchte, dass die Leute einfach von A nach B kommen“, sagt Schunder. Es würden so viele unnötige Wege mit Autos gefahren. Das ließe sich mit den Mitfahrerbänken verhindern, ist sich Schunder sicher. Das Prinzip der Bänke ist ganz einfach. Schwierig sei hingegen, das Projekt publik zu machen, sagt Schunder.

Das Problem kennt auch Paul Stöhr vom Vdk Ortsverband Röhrenfurth. Seit etwa zwei Jahren stehen Mitfahrerbänke in dem Melsunger Stadtteil, eine im Ortskern und eine in der Nähe des Friedhofs. „Jedoch werden die Bänke nicht so gut angenommen, wie ich mir das vorgestellt hatte“, sagt Stöhr. Er sehe zwar, dass öfter Personen auf der Bank im Ortskern sitzen würden, „aber ob die nur dort sitzen oder darauf warten, mitgenommen zu werden, das weiß ich nicht“. Stöhr vermutet, dass einfach viele das Angebot nicht kennen. Schunder will – vorausgesetzt die Gemeinden geben ihr OK – für sein Mitfahr-Projekt ordentlich werben. Kleine Bänke mit einem Flyer, auf dem Infos zur Aktion zu finden sind, will er dann beispielsweise in Bäckereien aufstellen.

„Ich finde die Idee wirklich interessant“, sagt Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann auf Anfrage. Man müsse nun noch geeignete Plätze in der Gemeinde finden. „Wir werden auf jeden Fall versuchen, das umzusetzen.“

In Körle will der Gemeindevorstand am heutigen Mittwoch über die Aufstellung der Bänke beraten. „Wir müssen allerdings aufpassen, dass wir uns nicht verfranzen, wenn wir zu viele Mobilitätsangebote bereithalten“, sagt Bürgermeister Mario Gerhold. Denn schließlich gebe es auch den Bürgerbus, der „meiner Ansicht nach die selbe Zielgruppe hat wie sie die Mitfahrerbänke hätten“. Hinzu käme das neue Carsharing-Angebot. „Wir müssen aufpassen, dass es nicht zu unübersichtlich wird.“

In Guxhagen hatte die Gemeinschaftsliste bereits im Februar einen Antrag gestellt, der auf die Aufstellung von Mitfahrerbänken abzielte. Bürgermeister Edgar Slawik freut sich, dass Schunder in Albshausen den Anfang machen will. Wenn es gut beworben wird, könne er sich vorstellen, dass die Bänke auch genutzt werden.

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