Klagen über Zunahme von wild entsorgtem Unrat

Im Altkreis Melsungen landet Müll im Wald

Mensch, Steinplatten, Wald, illegaler Müll,   Jagdpächter Uwe Borrmann aus Guxhagen zeigt  Steinplatten, die in einem Waldstück abgeladen worden waren
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Mehr als ein Ärgernis: Jagdpächter Uwe Borrmann aus Guxhagen zeigt die Steinplatten, die er in einem Waldstück seiner Pacht gefunden hat.

Immer wieder entdecken Spaziergänger und Gemeindemitarbeiter Müll im Wald, auf Parkplätzen und anderswo- Während des Lockdowns wegen der Coronapandemie nahmen die Fälle zu, da die Deponien geschlossen waren. Trotz der Öffnung gibt es aber immer noch zahlreiche Fälle.

Körle – 50 Steinplatten hat Uwe Borrmann in einem Waldstück zwischen Körle und Guxhagen entdeckt. Eine Sauerei sei dass, sagt der Jagdpächter über den Müll in seinem Revier. Auch wenn von den Platten keine direkte Gefahr für die Umwelt ausgehe, verstehe er den Aufwand nicht.

Über den Kleinanzeigenmarkt hätte der Verursacher die Platten vielleicht sogar verschenken können. So habe er sie mit einem großen Fahrzeug aufladen und abladen müssen. Die Gemeinde Guxhagen wisse Bescheid und lassen die Platten abholen, um sie zu entsorgen.Diese illegale Entsorgung ist in der Region dieser Tage aber kein Einzelfall. Während der Coronapandemie waren die Mülldeponien geschlossen.

„Coronabedingt hatten wir natürlich mehr Probleme“, sagt Dirk Sohl vom Ordnungsamt der Gemeinde Körle. Während der zurückliegenden Monate sei viel illegal entsorgt worden – es habe sich aber überwiegend um Grünabfälle gehandelt.

Dieselbe Erfahrung haben auch die Verantwortlichen in den anderen Kommunen im Altkreis gemacht. „Bei uns waren aber schon auch Sperrmüll und Bauschutt dabei“, heißt es vom Melsunger Ordnungsamt. Das habe sich aber seit der Öffnung der Deponien wieder eingependelt.

Es gebe zwar weniger Vorfälle als während der Schließung der Deponien, sagt Guxhagens Bauamtsleiter Steffen Tasler, aber insgesamt hätten die Vorfälle leider sehr zugenommen. Und das obwohl der Abfall bei jeder Deponie für wenige Euro abgegeben werden kann.

Die illegale Müllentsorgung ist dabei kein Kavaliersdelikt. Je nach entsorgtem Müll kann es sich sogar um eine Straftat handeln. Der Bußgeldkatalog sieht Strafen ab zehn Euro vor (Pappbecher), Blechreste können schon mal 100 Euro kosten und gefährlicher Müll wie asbesthaltige Gegenstände und auch ein Kühlschrank können mehrere Tausend Euro Bußgeld kosten. Richtig teuer kann Bauabfall mit Verunreinigungen schädlicher Art werden. Das Bußgeld kann dann mehrere Zehntausend Euro ausmachen.

Kummer machten manche Altmetallsammler, sagt Sohl. Diese sammelten auch viel Unrat ein und ließen die Dinge, die sie nicht mehr benötigten dann einfach zurück beziehungsweise lüden die Sachen illegal ab. (Damai D. Dewert)

Babysachen achtlos entsorgt: Das Bild von dem Müll entstand in Guxhagen.

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