Neue Pächter

Nach Leerstand: Landgasthaus in Wagenfurth öffnet wieder

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Rudi Niemand vor dem Landgasthaus im Fuldatal: Mit seiner Frau Jutta zusammen wird er die Gaststätte in Wagenfurth künftig bewirtschaften.

Wagenfurth. Mehr als ein Jahr lang stand das Wagenfurther Landgasthaus im Fuldatal leer. Jetzt soll die Gaststätte, die für die Wagenfurther zugleich eine Art Dorfgemeinschaftshaus ist, wieder öffnen.

Die Eigentümer der Wagenfurther Stuben (Café Mocca), Jutta und Rudi Niemand, haben das Gebäude von der Gemeinde Körle gepachtet.

Die vorherigen Pächter des Landgasthauses hatten im Herbst 2013 den Vertrag mit der Gemeinde gekündigt - mit der Begründung, dass das Geschäft nicht gut lief. Vorausgegangen waren Streitigkeiten mit Anwohnern: Der Wirt hatte den angrenzenden Dorfplatz zur Erweiterung seines Biergartens genutzt. Davon fühlten sich viele Wagenfurther gestört: Der Zugang zur Kirche war versperrt, und Spaziergänger konnten nicht mehr auf dem Dorfplatz rasten, ohne etwas im Gasthaus zu konsumieren. Deshalb stellt der neue Pächter Rudi Niemand klar: „Der Dorfplatz bleibt Dorfplatz.“ Als Biergarten werde man nur die Terrasse nutzen.

Neu gestaltet: Statt in Blautönen ist der Gastraum jetzt in hellen Farben gehalten.

Die Niemands wollen mit dem Landgasthaus ihr Angebot ergänzen: Es soll bei schönem Wetter montags und dienstags geöffnet sein, denn an diesen Tagen haben die Wagenfurther Stuben geschlossen. „Wir wollen gewährleisten, dass es in Wagenfurth immer einen Anlaufpunkt für Gäste gibt“, erklärt Rudi Niemand. Denn durch den Ort führt der Fuldaradweg R1, das führt viele Touristen nach Wagenfurth. So viele, dass es während der Schließung des Landgasthauses teilweise schwierig war, alle unterzubringen: „Wir hatten manchmal Anfragen von Gruppen mit zehn Leuten - aber nur acht Betten“, erzählt der 61-Jährige.

Um noch mehr Platz für Übernachtungsgäste zu schaffen, haben die Niemands die ehemalige Pächterwohnung im Landgasthaus umgebaut - ein zusätzliches Gästezimmer und ein Aufenthaltsraum sind so entstanden. Auch im Gastraum hat sich einiges verändert: Die Wände sind jetzt in hellen Farben gestrichen, passend dazu sind die Stühle und Sitzbänke bezogen. Vorher war der Raum eher in dunklen Blautönen gehalten.

Der Charakter eines Dorfgemeinschaftshauses soll auch künftig erhalten bleiben: Für Veranstaltungen - etwa Familienfeste und Vereinssitzungen - kann das Landgasthaus nach wie vor angemietet werden. Die Nutzer können dann wählen, ob sie sich selbst um die Verpflegung kümmern oder die Niemands damit beauftragen. Allerdings werden die Pächter im Landgasthaus nur einfache Gerichte - etwa Würstchen und Frikadellen - anbieten.

• Ein Eröffnungsfest findet am Samstag, 21. März ab 19 Uhr im Landgasthaus Wagenfurth statt. Es gibt Getränke und Snacks für ein Euro pro Glas und Stück.

Das sagt der Ortsbeirat

„Es ist schön, dass der Betrieb der Gaststätte mit dem Charakter eines Dorfgemeinschaftshauses aufrechterhalten wird“, sagt Dirk Freudenstein vom Ortsbeirat Wagenfurth. So stehe das Gebäude auch weiterhin für Veranstaltungen offen. „Vor einigen Jahren wurde viel Geld in das Haus gesteckt, um es mit Gästezimmern auszustatten“, sagt Freudenstein. Deshalb sei es gut, dass das Gebäude nun weiterhin zu diesem Zweck genutzt werde. Der Bedarf sei da: „Während das Landgasthaus geschlossen war, standen oft Leute davor, die Übernachtungsmöglichkeiten gesucht haben.“ Zwischenzeitlich gab des andere Pläne für das Landgasthaus: Der Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG) wollte dort ein Jugendhaus einrichten (die HNA berichtete). Diesen Vorschlag hatte der Ortsbeirat jedoch abgelehnt, sagt Dirk Freudenstein. Die Gästezimmer hätten dann nicht mehr von Touristen genutzt werden können, das wäre in Anbetracht der hohen Investitionen schade gewesen. Zudem fürchtete man, dass auch die Nutzung als DGH wegfallen würde. (jul)

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