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Pläne für Körler Ortskern stehen fest – Tagespflege soll kommen

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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So soll es an der Nürnberger Straße in Körle künftig aussehen. In das Erdgeschoss des vorderen Hauses (Nummer 16) soll eine Tagespflege ziehen. Unser Bild zeigt einen Entwurf des Architektenbüros Baupartner Fritzlar.
So soll es an der Nürnberger Straße in Körle künftig aussehen. In das Erdgeschoss des vorderen Hauses (Nummer 16) soll eine Tagespflege ziehen. Unser Bild zeigt einen Entwurf des Architektenbüros Baupartner Fritzlar. © Baupartner Fritzlar

Es soll eine Tagespflege im Körler Ortskern geben. Die Pläne dafür hat das Parlament verabschiedet. Am Marktplatz entsteht ein neues Wohn- und Geschäftshaus.

Körle – „Wir können hier durchaus von einem außergewöhnlichen Projekt für Körle sprechen“, sagt Bürgermeister Mario Gerhold zu den Plänen für zwei Gebäude im Ortskern der Gemeinde. Den Plänen für ein neues Wohn- und Geschäftshaus vom Architektenbüro Baupartner Fritzlar haben am Montag die Gemeindevertreter zugestimmt. Auch für die Hausnummer 18a gibt es Ausbaupläne.

So sollen die Gebäude direkt am Marktplatz an der Nürnberger Straße künftig aussehen.

Der Neubau: Es ist beschlossene Sache: Das Haus Nummer 16 wird neugebaut. Das stellte Architekt Enrikos Tsiropoulos den Gemeindevertretern vor. Im Erdgeschoss des Neubaus soll auf etwa 330 Quadratmetern nun eine Tagespflege entstehen. Mieter möchte der Körler Pflegedienst Peter werden, der zur Gruppe der Hera Residenzen Pflege gehört.

Im ersten Geschoss sowie im Dachgeschoss sollen insgesamt bis zu sechs Wohnung entstehen. Tsiropoulos nannte Wohnflächen mit Größen von 60 bis 70 Quadratmetern als wahrscheinlich. Bei dem Neubau handelt es sich um eine Investition der Baupartner Fritzlar. Das Architektenbüro wiederum sucht jetzt bereits nach Investoren, die die Wohnungen und Räume kaufen wollen. Im Falle des Erdgeschosses gibt es mit der Tagespflege auch gleich einen Mieter.

Gerhold betont die Bedeutung einer Tagespflege im Körler Ortskern. Seit 2015 sei der Gemeindevorstand an dem Thema dran, das trage nun endlich Früchte. Michael Greiner von der CDU nennt die Tagespflege eine Stärkung der Grundversorgung. „So hält man Menschen hier in der Gemeinde“, sagt Greiner. Michael Oetzel (SPD) findet aber auch die Realisierung von neuen Wohnungen erfreulich. Es sei gut, wenn innerorts Wohnraum geschaffen werden könne und Baulücken geschlossen würden.

Körler Ortskern: Mehr Parkplätze am Marktplatz

Damit dieses Wohn- und Geschäftshaus von den Baupartnern realisiert werden kann, musste die Gemeindevertretung eine 150 Quadratmeter große Fläche verkaufen. Darauf sind aktuell noch Parkplätze. Doch Tsiropoulos beruhigt: Es fallen dadurch keine Stellplätze für Fahrzeuge weg. „Durch den Umbau des Grundstücks ergeben sich drei Stellplätze mehr als jetzt zur Verfügung stehen.“

Vorläufig auf Eis gelegt ist die Verlagerung der Gemeindebücherei in den Ortskern. Das gehörte laut Gerhold zu den ursprünglichen Plänen, bevor sich das mit der Tagespflege ergeben hat. „Unser Ziel ist es dennoch, die Gemeindebücherei innerhalb der nächsten zwei Jahre vom Sonnenhang in die Ortsmitte zu holen“, sagt Gerhold.

Der Ausbau: Gemeinsam mit der Bücherei sollte in die Hausnummer 16 ein Hörgeräteakustiker einziehen. Dieser ist trotz der Umplanungen an Bord geblieben, sagt Gerhold. Die Lösung: Über der U3-Kita im Haus 18a entsteht ein neues Dachgeschoss. Das ist aktuell nur Lagerraum, soll nun aber für den Hörgeräteakustiker ausgebaut werden.

Dieser bevorzuge laut Gerhold sogar die neue Lösung, da seine Arbeit sowieso eher termingebunden, als durch Laufkundschaft geprägt, sei. Außerdem werde er in dem Ärztehaus – die Ärzte befinden sich im Obergeschoss – besser gefunden werden.

Körler Ortskern: 235.000 Euro für neues Dachgeschoss

Für den Ausbau des Dachgeschosses nimmt die Gemeinde 235.000 Euro in die Hand. Die Investition soll im Haushalt für 2023 veranschlagt werden, so der Beschluss der Gemeindevertreter. 42.000 Euro davon entfallen auf eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach sowie eine Luft-Wärmepumpe zur Beheizung der Etage. Greiner lobte die Nachhaltigkeit in dem Ausbau und sprach von einer weiteren Aufwertung des Ortskerns.

Architekt Tsiropoulos erklärte außerdem, dass die Räume im Dachgeschoss mit wenigen, nicht aufwendigen Bauschritten zu zwei Wohnungen umgestaltet werden könnten – falls der Hörgeräteakustiker sein Geschäft dort irgendwann wieder aufgeben sollte. Die Flexibilität in der Bauweise sei der SPD laut Oetzel sehr wichtig gewesen. (William Abu El-Qumssan)

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