Nachhaltigkeit

Shoppen statt schreddern: Jungunternehmer nehmen an TV-Show teil

Eugen Kobert und Milena Reinsdorf handeln mit Retourenwaren. Nun tritt das Unternehmerpaar aus Melsungen in der TV-Show „Die Retourenprofis“ auf.
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Eugen Kobert und Milena Reinsdorf handeln mit Retourenwaren. Nun tritt das Unternehmerpaar aus Melsungen in der TV-Show „Die Retourenprofis“ auf.

Ein junges Unternehmerpaar aus Melsungen betreibt ein nachhaltiges Geschäft: Sie handeln mit Retourenwaren. Nun sind sie regelmäßig in einer TV-Show zu sehen.

Körle – Eugen Kobert und Milena Reinsdorf aus Melsungen sind Jungunternehmer. Mit ihrer Firma Kobert Goods handeln sie mit Retourenware. Also mit Ware, die online gekauft, aber dann zurückgeschickt wurde.

Im vergangenen Jahr ist die Firma in die neu gebaute Lagerhalle in Körle eingezogen. Auf 950 Quadratmetern sind Lager und Büroräume von Kobert Goods untergebracht. Die beiden Jungunternehmer sind jetzt Teil einer Fernsehserie.

Handel mit Retourenware: Jungunternehmer aus Melsungen treten in TV-Show auf

Der Handel mit Retourenware lohne sich, denn: „Häufig ist zum Beispiel nur die Verpackung beschädigt, aber das Produkt absolut in Ordnung“, betont Eugen Kobert. Er und seine Partnerin Milena Reinsdorf haben sich zur Aufgabe gemacht, diese Retouren zu kaufen und über Amazon und Ebay wieder an den Kunden zu bringen. Denn bei großen Online-Geschäften werden die zurückgeschickten Produkte häufig vernichtet. Für die Versandhändler ist es nämlich oft günstiger, die Rücksendungen zu schreddern, als sie wieder für den Verkauf zurechtzumachen oder zu lagern.

Für die Umwelt ist das eine große Belastung. Schließlich werden viel Energie und viele Ressourcen benötigt, um die Waren herzustellen. Und auch der Transport der Pakete ist ein Problem für die Umwelt. Deswegen setzt sich das Paar aktiv gegen die Verschwendung der Retourenware ein.

Melsunger im TV: Gründer kommt nachhaltige Geschäftsidee im Kinderzimmer

Die Idee hatte der 32-jährige Eugen Kobert schon im Jahr 2010. Noch im Kinderzimmer fing er an, Gebrauchtes auf Ebay zu verkaufen. Schon zwei Jahre später konnte er davon leben. Seine Partnerin Milena ist nach ihrem Abitur ins Geschäft eingestiegen. Dass sie Social-Media-Management studiert, hilft auch bei der Vermarktung der Produkte.

Mittlerweile hat Kobert Goods neun Mitarbeiter. Fünf in Vollzeit und vier in Teilzeit. Die große Halle bietet Platz für Waren aller Art. Von Haushaltsprodukten bis hin zu Technik haben die Unternehmer schon alles angeboten. „Es gibt nichts, was wir noch nicht hatten“, sagt Kobert. „Aktuell bieten wir online um die 10 000 verschiedenen Produkte an.“

Jedes Produkt, das die Firma verkaufen will, muss gesichtet und eventuell gereinigt oder repariert werden. „Manchmal lohnt es sich nicht, Kaputtes zu reparieren“, erklärt Kobert. Aber er versuche, immer alles zu verwerten. „Ich habe zum Beispiel auch schon ein funktionierendes Produkt aus zwei kaputten Produkten gebaut.“

Melsungen: Unternehmerpaar bei „Die Retourenprofis“ im TV

Im Moment hat die Firma Probleme, an Ware zu kommen. Der Containermangel macht es den Unternehmern nicht einfach. Kürzlich gab es zwei Wochen keine Ware für Kobert Goods. „Wir haben aktuell nur 50 Prozent unserer Stammprodukte im Sortiment“, sagt Eugen Kobert. Das sei nicht schlimm, da immer genug Ware vorrätig sei.

Nun sind die Macher der neuen Fernsehsendung „Die Retourenprofis“ auf die beiden Jungunternehmer aufmerksam geworden. „Als die Anfrage kam, in der Sendung mitzumachen, wollte Eugen erst gar nicht. Er meinte, dafür hätte er keine Zeit. Ich habe ihn dann überredet“, erinnert sich Milena Reinsdorf. In der Sendung treten die beiden gegen andere Teams an. Die Händler bekommen Paletten mit Retourenware und müssen damit in den Verkauf gehen. Am Ende siegt das Paar, das mit seinen Produkten am meisten Geld verdient hat. Die Sendung ist seit Montag täglich um 15.45 Uhr bei RTL zu sehen. (Clara Pinto)

Erst vor Kurzem war ein Start-Up aus Kassel im TV zu sehen: Sie wollten bei der beliebten TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ die Investoren von ihrer nachhaltigen Idee überzeugen. Auch Jungunternehmer aus Göttingen buhlten in der TV-Show um ein Investment.

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