Kommunalwahl

SPD behält in Körle mit 60 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit

Michael Greiner
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Michael Greiner

Wenn eines bei der Gemeindewahl in Körle ausblieb, dann sind es Überraschungen. Während insbesondere die SPD in vielen Kommunalparlamenten Federn lassen musste, hält die SPD in Körle ihre absolute Mehrheit stabil mit 60 Prozent.

Körle - Damit verliert die Partei knapp zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren. Man habe das 60-zu-40-Mehrheitsverhältnis mit geringen prozentualen Verlusten halten können, sagt Fraktionschef und Spitzenkandidat Michael Oetzel.„Und das trotz eines erheblich höheren Werbemitteleinsatzes unserer Mitbewerber.“

Insbesondere mit der Sitzverteilung sei die SPD zufrieden – es sei alles beim Alten geblieben. Jedoch sei auch der Verlust von zwei Prozentpunkten ein Grund, um sich zu fragen, wie dies zustande gekommen sei, sagt Oetzel. Er geht davon aus, dass Entscheidungen wie die Erhöhung der Grundsteuer zur Finanzierung der Sanierungen von Gemeindestraßen mit eine Rolle gespielt haben könnten. Jedoch betont Oetzel auch, dass dies und andere Beschlüsse, etwa zum neuen Dorfplatz, zur Abwasserentsorgung oder zum Neubau des Feuerwehrhauses die richtigen gewesen seien. „Und die Kritik hieran hat keine Grundlage.“

Unter den Bedingungen sei die CDU mit dem Ergebnis zufrieden, sagt Spitzenkandidat Michael Greiner und spielt auf den Masken-Korruptionsskandal der CDU/CSU an. So etwas schade den vielen Ehrenamtlichen, die sich für die Partei engagieren. Vor zwei Wochen hatte Greiner noch mit einem siebten Sitz im Parlament geliebäugelt. „Wir hatten die Hoffnung, dass wir einen Sitz hinzugewinnen können.“ Greiner ist sich allerdings sicher: „Gäbe es in Körle eine dritte Partei, dann hätte die SPD keine absolute Mehrheit mehr.“

Oetzel ist hingegen überzeugt, dass der Korruptionsskandal keine Auswirkungen auf das Ergebnis gehabt habe. „Ich denke, das spielt eher in großen Städten eine Rolle, in denen die Menschen Kandidaten einer Partei wählen, die sie nicht kennen.“ In einem Dorf wie Körle kenne man sich und bringe das, was auf Bundesebene passiert, nicht in direkten Zusammenhang mit denen, die sich auf kommunaler Ebene engagieren.

Für die CDU habe sich nicht nur ausgezahlt, dass sie die Umweltthemen im Blick habe, sondern auch dass der Ortsverein viele junge Leute gewinnen konnte, sagt Greiner. So landete beispielsweise seine Tochter Anna Tingting Greiner, die auf Listenplatz 11 stand, mit 657 Stimmen auf Platz fünf für die Gemeindevertretung und wird sich damit erstmals in der Kommunalpolitik engagieren. Auch der 25-jährige Niklas Griesel, Geschäftsführer der Werbeagentur Eskor in Körle, könnte auf Platz 7 noch nachrücken. Für langjährige Gemeindevertreter wie Joachim Gebauer werden die Stimmen nicht für einen Platz reichen.

Auch bei der SPD sticht der jüngste Kandidat heraus. Philip Wenzel (32) landet auf Platz 2 hinter Oetzel. Die Nachwuchsgewinnung sei eine der großen Aufgaben für den Ortsverein, sagt Oetzel. Dass junge Leute in der Politik gewollt seien, sehe man deutlich an den vielen Wählern, die ihre Stimme den jungen Kandidaten gegeben hätten.

Auch beim Frauenanteil zeichnet sich ein Unterschied der beiden Fraktionen ab. Während die neun Sitze der SPD nur mit männlichen Kandidaten besetzt sind, hat die CDU einen Frauenanteil von 50 Prozent. Die Ziele von CDU und SPD für Körle seien im Groben dieselben, sagt Oetzel. Ganz oben stehen unter anderem die Verringerung der CO2-Emissionen, die Sicherung der Kinderbetreuung und die weitere Verbesserung des Personennahverkehrs. Insofern sei er zuversichtlich, dass wieder viele Beschlüsse einvernehmlich gefasst würden. (Carolin Hartung)

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