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Von Körle nach Eiterhagen: Kampf für ÖPNV durchs Mülmischtal

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Eine Busverbindung zwischen den drei Orten: Das streben die Bürgermeister der Gemeinden Körle und Söhrewald sowie der Stadt Hessisch Lichtenau an.
Eine Busverbindung zwischen den drei Orten: Das streben die Bürgermeister der Gemeinden Körle und Söhrewald sowie der Stadt Hessisch Lichtenau an. © William Abu El-Qumssan

Eine Arbeitsgruppe setzt sich für eine Busverbindung von Körle über Söhrewald nach Hess. Lichtenau ein. Eine Übergangslösung ist bereits in Arbeit.

Körle/Söhrewald/Hessisch Lichtenau – Wer mit Bus oder Bahn von Söhrewalder Ortsteils Eiterhagen in den Westen nach Körle oder in den Osten nach Hessisch Lichtenau fahren will, der muss einen langen Umweg in Kauf nehmen – nämlich über Kassel. Das könnte auch anders gehen, sind sich die Bürgermeister der drei Kommunen einig. Sie wollen eine ÖPNV-Querverbindung im Mülmischtal anschieben.

Bisher sind die drei Kommunen nur an Kassel angebunden, nach Körle fährt die Regiotram RT 5, nach Söhrewald die Buslinien 37 und 38 und nach Hess. Lichtenau die Tramlinie 4. Eine Verlängerung der Linien 37/38, die in Eiterhagen enden, ist laut NVV-Geschäftsführer Steffen Müller aktuell nicht möglich.

„Diese drei Linien existieren nebeneinander“, sagt Jörg Braunisch. Der Eiterhagener engagiert sich in der Söhrewalder Kommunalpolitik und hat ein Treffen mit allen drei Bürgermeistern und weiteren Kommunalpolitikern in Eiterhagen initiiert, um Lösungen zu finden.

Von Körle nach Eiterhagen: 90 Minuten Umweg mit dem Bus

15 Minuten seien es mit dem Fahrrad von Eiterhagen nach Empfershausen, erklärt er. „Mit dem ÖPNV sind es eineinhalb Stunden.“ Es gebe durchaus ein Interesse, ein ÖPNV-Angebot zwischen den drei Kommunen zu nutzen – nicht nur wegen familiärer Verbindungen, sondern auch von Pendlern.

„Leute in Eiterhagen arbeiten zum Beispiel in Melsungen“, nennt Empfershausens Ortsvorsteher Michael Gießler als Beispiel. Das geplante 49-Euro-Ticket könnte dann auch im Mühlmischtal genutzt werden und die Verkehrswende könne so weiter auf den Weg gebracht werden.

Grafik zur NVV-Verbindung durchs Mülmischtal
Grafik zur NVV-Verbindung durchs Mülmischtal. © HNA

Es freut Gießler sehr, das die drei Bürgermeister so engagiert die Verbindung vorantreiben. Eine bessere ÖPNV-Anbindung ist schon länger ein Bestreben des Empfershäuser Ortsbeirates. Zur Zeit gibt es als Verbindung zwischen Empfershausen und dem Körler Ortskern nur eine Schulbusverbindung, die laut Gießler zweimal morgens und mittags verkehrt.

Als Herausforderung nennt Körles Bürgermeister Mario Gerhold die Landkreisgrenzen. Eine Querverbindung würde den Schwalm-Eder-Kreis mit dem Landkreis Kassel und dem Werra-Meißner-Kreis verbinden. In allen Kreisen sei aber der ÖPNV anders geregelt und mitunter auch anders finanziert. Deshalb sollen auch die Landräte einbezogen werden.

Von Körle nach Eiterhagen: NVV schlägt AST als Übergang vor

Die Bürgermeister fassen den NVV-Fahrplanwechsel 2026 ins Auge. Bis dahin schlägt der NVV eine Brückenlösung vor als Testlauf vor: Ein Anruf-Sammel-Taxi (AST) soll im Stundentakt von Eiterhagen über Empfershausen nach Körle fahren. Dadurch können erste Erfahrungswerte gesammelt werden, wie gut eine Querverbindung funktioniere und angenommen werde. Optimal wäre bis zum Hessisch Lichtenauer Stadtteil Fürstenhagen, sagt Söhrewalds Bürgermeister Ralf Eberwein. Der vorgeschlagene Pendelverkehr führt demnach von Fürstenhagen über Quentel nach Eiterhagen und von dort über Empfershausen nach Körle.

Bezüglich der Bezeichnung AST wurde beschlossen, dass ein anderer Name gefunden werden solle, sodass einmal deutlich wird, dass grundsätzlich jeder das Angebot nutzen kann, auch wenn die Fahrt vorher nicht angemeldet worden ist. Als Arbeitstitel wurde AST-Plus festgehalten.

Auch Gerhold sieht im Einbezug der zwei Stadtteile von Hessisch Lichtenau eine Abrundung der Idee. In einem Brief wollen die drei Bürgermeister den NVV bitten, die Verbindung auf den Weg zu bringen. Ortsvorsteher Gießler findet es wichtig, dass alle drei Bürgermeister den Brief zusammen schreiben, und nicht jeder einzeln. Das gebe der Sache mehr Nachdruck.

Die Frage nach möglichem Fördergeld und der Finanzierung wird die Bürgermeister in kommenden Treffen noch beschäftigen. Ein weiteres Zusammenkommen zu dem Thema soll für Februar 2023 vereinbart werden. (William Abu El-Qumssan)

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