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Wenn die Europol anruft: Mehrere Betrugsfälle im Landkreis

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Betrüger versuchen es immer wieder mit neuen Maschen. Bei jüngsten Fällen geben sie sich als Europol-Mitarbeiter aus.
Betrüger versuchen es immer wieder mit neuen Maschen. Bei jüngsten Fällen geben sie sich als Europol-Mitarbeiter aus. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Polizei Schwalm-Eder warnt vor neuer Betrugsmasche: Die Täter versuchen es übers Telefon als vermeintliche Mitarbeiter der Europol. Eine Frau aus Körle blieb bei einem Anruf standhaft.

Schwalm-Eder/Körle – Die Polizei Schwalm-Eder warnt vor einer Betrugsmasche, bei der sich Anrufer als Mitarbeiter der Interpol oder Europol ausgeben. Der Angerufene erfährt dabei zumeist durch eine Bandansage auf Englisch, der Anruf komme von Interpol oder Europol. Dann soll der Angerufene eine Ziffer drücken, um mit einem Mitarbeiter der Polizei verbunden zu werden.

So erging es laut Mitteilung der Polizei am Donnerstag, 28. Juli, auch einer Frau aus Körle. Der angebliche Europol-Mitarbeiter habe ihr in englischer Sprache dargelegt, dass ihre Personalausweisdaten zur Nutzung von Geldwäschegeschäften und für Drogenhandel genutzt würden. Der Anrufer habe dabei ausdrücklich um Verschwiegenheit gebeten.

Je mehr die Körlerin nachfragte, umso unfreundlicher wurde der Anrufer. Als er mehr Druck aufbaute, wurde die Körlerin misstrauisch. Sie beendete das Gespräch, bevor Forderungen gestellt wurden. Ein Schaden entstand ihr nicht.

Betrüger verändern bekannte Masche

Die Masche selbst ist laut Polizei nicht neu, sondern eine Variante des Phänomens des „Falschen Polizisten“. Dabei geben sich Betrüger als Amtsperson aus, um Seriosität vorzutäuschen und sich das Vertrauen ihrer Opfer zu erschleichen. Abgesehen haben es die Betrüger zumeist auf Geld und Wertgegenstände oder auf Informationen zu persönlichen und finanziellen Verhältnissen, um mit diesen spätere Straftaten vorzubereiten, berichtet die Polizei.

Das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) rät deshalb, dass sich die Angerufenen nicht in ein Gespräch verwickeln oder unter Druck setzen lassen sollen. „Folgen Sie nicht den Aufforderungen der Anrufer, drücken Sie keine Taste. Legen Sie stattdessen einfach auf“, heißt es weiter. Die Nummer solle ebenfalls nicht zurückgerufen werden.

Persönliche oder finanzielle Verhältnisse sollten nicht geteilt werden und keine Überweisungen an Unbekannte getätigt werden. Stattdessen empfiehlt das HLKA, mit Familie oder anderen Vertrauenspersonen über den Anruf zu sprechen. Im Falle eines Betruges solle Anzeige erstattet werden.

Frau aus dem Schwalm-Eder-Kreis wird um 2000 Euro betrogen

Eine Frau aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis fiel jüngst auf eine andere Betrugsmasche herein. Die Betrüger gaben sich via Whatsapp als ihre Tochter aus. Am Donnerstag, 28. Juli, um 14.30 Uhr bekam die Frau eine Nachricht von ihrer angeblichen Tochter, die angab, dass sie eine neue Telefonnummer und ein neues Telefon habe, berichtete die Polizei. Da die angebliche Tochter nicht mehr an die Daten des alten Telefons kommen würde, bat sie um die Begleichung einer Rechnung.

Die Mutter kam dieser Bitte nach und überwies fast 2000 Euro an die unbekannten Täter, berichtete die Polizei. Später stellte sich dann heraus, dass es nicht die eigene Tochter, sondern Betrüger waren, welche geschrieben hatten.

Um sich vor dieser Masche zu schützen, rät die Polizei, die Person unter der alten Nummer anzurufen. (William Abu El-Qumssan)

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