Neues Maschinenhaus nicht in Sicht

Windrad am Körler Berg: Wiederaufbau liegt auf Eis

Teile der Windkraftanlage, die im Februar gebrannt hat, befinden sich noch am Körler Berg.
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Teile der Windkraftanlage, die im Februar gebrannt hat, befinden sich noch am Körler Berg.

Körle – Es wird immer unwahrscheinlicher, dass die Windkraftanlage in Körle, die im Februar dieses Jahres ausgebrannt ist, jemals wieder Strom produzieren wird.

Denn der eigentliche Plan von Windrad-Betreiber Eurowind ist ein Wiederaufbau der Anlage. Dafür wird allerdings ein baugleiches Maschinenhaus benötigt. Und die Suche nach einer Alt-Anlage, dessen Maschinenhaus im Körler Windrad verbaut werden könnte, gestalte sich schwierig, teilt Benjamin Schmitt, Sprecher von Eurowind, auf HNA-Anfrage mit. „Ein Wiederaufbau des Maschinenhauses ist in naher Zukunft nicht geplant.“

Eine neue Anlage aufzustellen – das nennt man Repowering – ist am Körler Berg nicht zulässig, hieß es indes bereits im März vom Regierungspräsidium Kassel gegenüber der HNA. Denn die Fläche, auf der sich die Anlage befindet, ist kein Vorranggebiet für Windkraft. Als die Anlagen – eine weitere steht gegenüber auf der anderen Seite der Straße – vor 18 Jahren errichtet wurden – gab es den Teilregionalplan, der die Vorranggebiete regelt, noch nicht. Nun stehen die beiden Anlagen unter Bestandsschutz-. Reparaturen sind zulässig, das Ersetzen durch ein komplett neues Windrad allerdings nicht.

Rotorblätter und Maschinenhaus wurden im Mai abgebaut und abtransportiert. Ein Teil des Turms, das ebenfalls abgebaut wurde, liegt allerdings nun seit fünf Monaten auf dem Feld zwischen Albshausen und Körle. Man bewahre es dort auf, heißt es von Eurowind. Denn die Turmsektionen, die sich jetzt noch an Ort und Stelle befinden, seien bei dem Brand nicht beschädigt worden und könnten wiederverwendet werden. „Schön ist der Zustand nicht“, sagt Bürgermeister Mario Gerhold, „das ist sicherlich kein Anblick, den man jahrelang hinnehmen möchte.“ Allerdings könne die Gemeinde wenig tun, da die Anlage nicht auf gemeindeeigenem Grund, sondern auf einer Privatfläche stehe. Baurechtlich sei der Landkreis zuständig. Anders sehe es bei der intakten Anlage gegenüber aus. Diese befindet sich auf einem gemeindeeigenen Grundstück. Der Pachtvertrag laufe noch drei Jahre. „Aber ich denke, kurz- bis mittelfristig wird es auf dem Körler Berg keine Windkraft mehr geben“, sagt Gerhold.

In der Baugenehmigung aus dem Jahr 2001 gibt es eine Rückbauverpflichtung, teilt Kreissprecher Stephan Bürger auf HNA-Anfrage mit. Die Anlage sei nach Aufgabe der Nutzung einschließlich dem Fundament abzubauen, vom Grundstück zu entfernen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Danach sei der ursprüngliche Zustand wiederherzustellen. Eine Frist zum Abbau könne derzeit allerdings nicht gesetzt werden, da schlicht kein Grund dafür bestehe. Denn von der Anlage gehe derzeit weder eine Gefährdung aus, noch habe der Betreiber die Nutzung völlig aufgegeben. Erst, wenn feststeht, dass der Betreiber die Anlage nicht mehr nutzen wird, greift die Rückbauverpflichtung.

Von Carolin Hartung

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