So wird Eis hergestellt: Besuch in einem Eislabor in Körle

Körle. Eine Kugel Eis schmeckt auch bei Regenwetter. Aber wie wird die kalte Köstlichkeit eigentlich gemacht? Das haben wir uns bei einem Eishersteller in Körle angeschaut.

Inhaberin Annina Grisafi-Secreto und ihr Mann Giuseppe Secreto betreiben seit acht Jahren das Eismobil Pino: Sie stellen selbst Eis her und beliefern damit Firmenkantinen, Großmärkte, Privatkunden - etwa bei Familienfeiern - und auch Eisdielen. „Manche Eisdielen haben nicht die Möglichkeit, sich selbst ein Eislabor einzurichten“, erklärt Giuseppe Secreto.

Fertig: Giuseppe Secreto (links) präsentiert eine Portion vom selbstgemachten Zitroneneis, das jetzt ganz schnell ins Eisfach wandern muss.

Und warum haben er und seine Frau nicht ihre eigene Eisdiele eröffnet? Das würden ihn auch Kunden immer wieder fragen, sagt der 38-Jährige. Wenn sich die Gelegenheit ergebe, würde er das auch gern tun. „Aber es ist nicht so einfach, dafür den geeigneten Platz zu finden“, erklärt Secreto. Eine eigene Eisdiele aufzumachen, bedeute eine große Investition: „Damit es sich lohnt, braucht man viel Laufkundschaft.“ Das Eislabor in Körle hingegen ist gar nicht so einfach zu finden - es liegt versteckt in einer Seitenstraße. Aber das macht nichts, denn die Kunden müssen ja nicht dorthin kommen: Per Eismobil kommt das Eis zu ihnen.

Im Eislabor stehen riesige Gefrierschränke - und natürlich die Eismaschine. Die läuft von März bis Oktober auf Hochtouren: Bis zu 10.000 Kilo Eis, so schätzt Giuseppe Secreto, wird in einer Saison produziert. 20 bis 30 verschiedene Sorten bieten er und seine Frau den Kunden an.

Und wenn die Saison vorbei ist, geht’s nach Italien? „Nur für ein paar Wochen“, sagt Giuseppe Secreto und lacht. Denn auch im Winter müssen seine Frau und er Geld verdienen - dann allerdings mit anderen Jobs. Das Eismobil macht im Winter Pause.

Und so wird das Eis hergestellt:

Schritt 1: Die Zutaten 

Viel braucht man nicht, um ein leckeres Eis zu zaubern. Basis ist ein Konzentrat - Zitronenkonzentrat für Zitroneneis, Haselnusskonzentrat für Nusseis und so weiter. „Das Haselnusskonzentrat wird zum Beispiel aus ganz fein gemahlenen Nüssen gewonnen“, erklärt Giuseppe Secreto. Dazu kommt Zucker, etwas Pflanzenfett, Bindemittel, Wasser oder Sahne.

Schritt 2: Die Zubereitung 

Alle Zutaten gibt Giuseppe Secreto in einen Metallbehälter, der auf einer Waage steht und so genau anzeigt, wie viel von welcher Zutat hinzugefügt wird. Denn auf die genauen Mengen komme es an, betont Secreto: „Eismachen ist wie Mathematik.“ Mit einem Gerät, das aussieht wie ein gigantischer Pürierstab, mixt der 38-Jährige die Masse gründlich durch.

Schritt 3: Die Eismaschine 

Die Masse, die nach dem Verrühren der Zutaten entstanden ist, sieht noch sehr dünnflüssig aus, die Farbe ist milchig transparent. Noch ist schwer vorstellbar, dass daraus ein cremiges Zitroneneis entstehen soll. Deshalb kommt jetzt die Eismaschine ins Spiel. Ein bisschen erinnert die Eismaschine an eine Waschmaschine: Das zylinderförmige Innere wird mit einer runden Luke fest verschlossen. Dann füllt Giuseppe Secreto durch eine trichterförmige Öffnung die Masse für das Eis in die Maschine. Jetzt heißt es warten: Die Maschine kühlt die Masse herunter und rührt sie gleichzeitig kräftig um. Dabei kann man durch eine Fensteröffnung zusehen - eben fast wie bei einer Waschmaschine. Allerdings ist die Eismaschine mit mehreren tausend Euro deutlich teurer als das Haushaltsgerät.

Schritt 4: Das Eis ist fertig 

Nach wenigen Minuten kann Giuseppe Secreto die Eismaschine abstellen. Durch eine dafür vorgesehene Öffnung wird das fertige Eis aus der Maschine geholt und in einen vorher gekühlten Metall-Behälter gefüllt. Der Behälter wird abgedeckt, und dann muss das Eis sofort ins Tiefkühlfach, damit es frisch bleibt. Das Eis ist jetzt schön cremig und fertig für den Verkauf.

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