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Körler Firma ist Spezialist für Campingfahrzeuge

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Ein Schmuckstück wird veredelt: Kfz-Meister Kevin Gall vor einem amerikanischen Wohnmobil aus den 1970er-Jahren.
Ein Schmuckstück wird veredelt: Kfz-Meister Kevin Gall vor einem amerikanischen Wohnmobil aus den 1970er-Jahren. © Rolf Färber

Eine Beule oder Schramme am Wohnwagen oder am Aufbau eines Wohnmobils ist ärgerlich und kann teuer werden.

Körle – Insbesondere bei Modellen mit fein strukturierter Außenhaut ist die Reparatur schwierig.

René Schliestädt ist auf die Beseitigung derartiger Schäden spezialisiert. Der 39-jährige Kfz-Meister ist Inhaber der RS Fahrzeugtechnik in Körle.

Seit 2010 erledigt die Firma Wartungs- und Reparaturarbeiten an Autos und Campingfahrzeugen. Auch Lackierarbeiten und der Einbau von Sonderausrüstungen werden im Haus ausgeführt. Nach der Gründung ist das Unternehmen stetig gewachsen. Im Jahr 2019 wurde eine neue Halle gebaut. Acht Mitarbeiter umfasst die Belegschaft heute, zwei davon in der Ausbildung. Für die Mitarbeiter hat er sich etwas einfallen lassen: Schliestädt probiert die 4-Tage-Woche aus.

 Reparaturverfahren

Für die Außenhautreparaturen der Campingfahrzeuge wird ein patentiertes Verfahren der dänischen Firma HBC angewendet. Stark vereinfacht gesagt, wird der betroffene Schadensbereich mit einem Zwei-Komponentenharz aufgefüllt und dabei die ursprüngliche Oberflächenstruktur wiederhergestellt. Das ist kostengünstiger als der Austausch des kompletten Außenhautelements. Nach der Lackierung ist vom Schaden nichts mehr zu sehen.

Was sich in der Theorie einfach anhört, braucht in der praktischen Umsetzung viel Expertise und Erfahrung. „Mit dem System von HBC arbeiten viele, aber die Qualität der Reparatur wird vom Anwender bestimmt“, sagt Schliestädt. Die stimmt bei seinen Reparaturen offenbar, mittlerweile zählt er Fahrzeughalter aus ganz Deutschland und Europa zu seinen Kunden.

Ein weiteres Arbeitsfeld von RS Fahrzeugtechnik ist der Einbau von Sonderausrüstungen. Das Spektrum reicht von Systemen zur Stromversorgung über Solar- und Brennstoffzellen bis hin zu Filteranlagen zur Wasseraufbereitung.

Auch Expeditionsfahrzeuge für Fahrten auf der Seidenstraße und quer durch Südamerika wurden bereits in Körle aufgebaut. Das neueste Projekt ist die Restaurierung eines amerikanischen Oldtimer-Wohnmobils aus den 1970er-Jahren. Die dazu erforderliche Metallbau-, Schreiner- und Polsterarbeiten können im Haus ausgeführt werden.

„Die Arbeiten im Bereich Freizeitmobilität machen mittlerweile 90 Prozent unseres Geschäftes aus“, erklärt Schliestädt, „aber auch Kunden mit Autos sind immer willkommen.“

Vier-Tage-Woche

Aufgrund der guten Auslastung würde René Schliestädt gern noch weitere Mitarbeiter einstellen. „Wir leiden auch unter dem Fachkräftemangel“, sagt er. Um sein Unternehmen attraktiver für Bewerber zu machen, führt er probeweise ein neues Arbeitszeitmodell ein.

Von Montag bis Donnerstag wird die tägliche Arbeitszeit verlängert, dafür haben die Arbeitnehmer von Freitag bis Sonntag frei. Die Wochenarbeitszeit und das Gehalt bleiben unverändert. So könnten die Mitarbeiter ihr Privatleben flexibler gestalten, erklärte Schliestädt, und im Betrieb ließe sich durch den Schließtag auch Energie sparen.

Zur neuen Regelung habe er schon viele positive Rückmeldungen erhalten, berichtete er weiter, die Mitarbeiter legten mittlerweile mehr Wert auf Freizeit.

So sieht das auch Kevin Gall. „Vier Tage arbeiten und drei Tage frei, das ist super. Und ich spare einmal die Fahrt zur Arbeit“ sagte der 35-jährige Kfz-Meister.

(Rolf Färber)

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