Bundestagsabgeordneter: Schutz der Kinder im Fokus

MdB Bernd Siebert aus dem Schwalm-Eder-Kreis mit kontroversem Post auf Facebook

 Meme zum Thema Kinderarbeit
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Kinderarbeit auch beim Bau von Elektroautos.

Bernd Siebert, CDU-Bundestagsabgeordneter, sorgte jetzt mit einem Post auf Facebook für Irritation. Der 71-jährige Gudensberger teilte das Bild eines afrikanischen Jungen, der offenbar illegal mit schwerer körperlichen Arbeit beschäftigt ist. Das Bild – siehe rechts – ist betitelt mit „Dieser kleine Mann ist stolz darauf für die Grünen am Elektroauto mitzuarbeiten“.

Schwalm-Eder – Zu allererst stellt sich die Frage, ob der erfahrene Bundespolitiker Bernd Siebert seine Social-Media-Kanäle selbst bestückt und den Post kennt: Das mache er schon selbst, sagte Siebert am Freitag unserer Zeitung. In der Regel erstelle er zwar keine Posts, like und teile aber regelmäßig andere Beiträge.

Er habe mit dem geteilten Beitrag auch nicht die Politik der Grünen verunglimpfen wollen, sondern vielmehr das Thema Kinderarbeit medial aufgreifen und in den Fokus stellen wollen.

Kinderarbeit werde mit vielen Produkten in Verbindung gebracht, aber eher nicht mit dem Ausbau der E-Mobilität. Das müsse man in der Gesamtbetrachtung berücksichtigen. Beim Ausbau der Elektromobilität müsse unbedingt der Schutz der Kinder mit auf die Agenda genommen werden.

Ein gutes Datum für das Ansinnen von Siebert hätte der Welttag gegen die Kinderarbeit am 12. Juni sein können. Was genau die Grünen damit zu tun haben, erschließt sich auch nicht. Immerhin regieren CDU und SPD im Bund gemeinsam und haben jüngst neue Kaufanreize für Elektroautos geschaffen.

Er gebe zu, mit eigenen Worten hätte er das Thema wohl eleganter setzen können. Unter dem Post entbrannte auch eine Kontroverse. Warburgs CDU-Bürgermeister Tobias Scherf schrieb, das sei nicht das christdemokratische Niveau,, um unterschiedliche Standpunkte darzulegen.

Eine der ersten Kommentatoren war Dr. Bettina Hoffmann (MdB, Die Grünen) aus Niedenstein. Sie sei entsetzt über den Post gewesen. Es werde ja suggeriert, die Grünen wären verantwortlich und Beförderer von Kinderarbeit. Sie sehe in dem Post eine böswillige Verknüpfung und nichts als Wahlkampf. Wenn sich Siebert ehrlich gegen Kinderarbeit positionieren wolle, gebe es bessere Möglichkeiten, sagt Hoffmann. Das jedenfalls sei keine inhaltliche Auseinandersetzung – die könne man gut am Beispiel des Lieferkettengesetzes führen. (Damai D. Dewert)

MdB für die CDU
Dr. Bettina Hoffmann, MdB für die Grünen

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