Kurhessen Brass Quintett

"Tierisch" gutes Konzert in der evangelischen Kirche Gensungen

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Zu Gast in der Gensunger Kirche: Das Kurhessen Brass Quintett mit von links Alexander Kraft, Oliver Persch, Michael Schüte, Werner Seim und Stephan Bernd.  

Gensungen. Die fünf Musiker des Kurhessen Brass Quintetts präsentierte ein "tierisch" gutes Konzert in der Evangelischen Kirche in Gensungen.

Michael Gerisch sorgte mit den Tier-Gebeten von Frieder Meschwitz für einen ausdrucksstarken Sprech-Vortrag mit Soundeffekten auf dem Keyboard.

Tiere haben Komponisten zu allen Zeiten zu großartiger, häufig sehr populär gewordener Musik inspiriert. Ob in Ballett und Operette, in Film und Volkslied oder in modernen Titeln des Swing, Jazz, Rock und Pop. Auf einen solchen, bunt gemischten Streifzug mitten hinein ins Tierreich der Musik nahm das Kurhessen Brass Quintett am Sonntag seine Zuhörer in der evangelischen Kirche in Gensungen mit.

Das Blechbläser-Ensemble aus der Region - bestehend aus Oliver Persch (Trompete), Werner Seim (Horn), Alexander Kraft (Posaune), Michael Schüte (Tuba) und Stephan Bernd (Trompete) - begeisterte mit anderthalb Stunden locker-leichter, „tierisch guter Musik“, wie Pfarrer Bernd Hochschorner in seiner Begrüßung die Erwartungen des Publikums geschürt hatte. Die wurden keinesfalls enttäuscht, allenfalls übertroffen.

Das musikalische Können der Instrumentalisten bewegte sich durchweg auf hohem Niveau, ungeachtet der Tatsache, dass alle fünf Amateure sind, freilich von Kindheit auf Musik machen. Als Kurhessen Brass Quintett gründeten sie sich vor gut einem Jahr, in Gensungen war das Ensemble zum zweiten Mal zu Gast.

Schon mit dem jazzigen Pink-Panther-Thema aus dem gleichnamigen Film des Jahres 1963, komponiert von Henry Mancini, stellten die fünf Musiker gleich zu Beginn ihr tadelloses Zusammenspiel unter Beweis. Im Husarengalopp ging’s dann zur temporeichen, anspruchsvollen Ouvertüre der Operette „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé, uraufgeführt 1866 in Wien, bei der vor allem Hornist Werner Seim seine Solo-Qualitäten voll ausspielen konnte, gerade beim bekannten Reitermarsch.

Humor und Klamauk 

Neben aller Konzentration auf die Musik blitzte sehr viel Humor und Klamauk zwischen den Noten auf. Beim „Tanz der Schwäne“ aus Tschaikowskis weltberühmten Ballett „Schwanensee“ tänzelte Trompeter Stephan Bernd im durchsichtigen Tüllrock über der schwarzen Anzughose daher; beim Pop-Song „Eye of the Tiger“ schlüpfte er in Trainingsanzug und Boxhandschuhe. Auf das Publikum wirkte das ansteckend, sodass es gerne aktiv wurde, als Moderator Werner Seim um Unterstützung bat: Mit Geräuschen aus dem Urwald - dem Pfeifen exotischer Vögel, Gebrüll, Geheul, Geschnatter, affenartigem Gekreische - ging es um die passende Untermalung für den König der Tiere im Song „The Lion Sleeps Tonight“. Auch Tango-Rhythmen und traditionelle Blasmusik auf konzertantem Niveau hat das Kurhessen Brass Quintett drauf, wie es mit den Stücken „Wenn der Abend kommt im Grauen Bären…“ und „Harte Hasen“ (Roman Rindberger) bewies.

Ein experimentelles Hörerlebnis erwartete die Zuhörer mit den Tier-Gebeten für Sprecher und Klavier von Frieder Meschwitz. Michael Gerisch, Kantor in Kassel-Kirchditmold und schon mehrfach bei Auftritten des Kurhessen Quintetts mit von der Partie, produzierte lautmalerische Sound-Effekte auf dem Keyboard, interpretierte dazu mit schauspielerischer Mimik und Gestik die unterschiedlichen Stimmen von Hund, Katze, Maus, Ochse, Ameise, Elefant, Schildkröte und einigen anderen Tieren. Wie sie ihrem Schöpfer gegenüber völlig arttypisch jammerten oder sich über ihr Dasein freuten, hatte schon etwas Menschliches.

Am Ende des sehr unterhaltsamen, „tierisch guten“ Konzerts verlangte das begeisterte Publikum nach zwei weiteren - ebenfalls tierischen - Zugaben.

Von Petra Schaumburg-Reis

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