Rechner für ganz Deutschland

Lars Möller überwacht bei B. Braun 1000 Server

Er erkennt am Lüftergeräusch, ob seine Maschinen funktionieren oder defekt sind: Lars Möller arbeitet als Inhouse Consulting in der Informationstechnik im Europagebäude bei der B. Braun Melsungen AG. Foto: Nieswandt

Melsungen. Wir sind B. Braun, heißt unsere Serie über den größten Arbeitgeber der Region. Wir stellen einige Mitarbeiter vor - diesmal Lars Möller, der über 1000 Server wacht.

Lars Möller hört am Lüftergeräusch, ob seine Computer gesund sind oder nicht. „Dieser Rechner heult ein wenig mehr als die anderen, da ist die Lüftung defekt“, sagt der 38-Jährige.

Er arbeitet in der Informationstechnik bei der B. Braun Melsungen AG als Inhouse Consulting. Überall blinkt und pfeift es. Klimaanlagen im Boden sorgen dafür, dass der Raum nicht zu warm wird. Lars Möller ist der Herr über die 1000 Server, die im Keller des Rechenzentrums im Europagebäude im Werk P stehen. Die Server sind deutschlandweit Plattform für die Systeme auf den Computern. Der Rhündaer sagt, er habe immer ein ganz besonderes Gefühl im Bauch, wenn er die Treppe in den Keller steigt und den Blick über seine Schützlinge wandern lässt. Sie stehen in Schränken, in Reih und Glied.

Server laufen permanent 

Bis man im Keller angekommen ist, dauert es eine Weile: Der Weg zu den Computern ist gut gesichert. Es gibt mehrere Sicherheitsleute, die kontrollieren, ob man auch berechtigt ist, den Weg in den Keller anzutreten.

Möller kümmert sich um fast alles, was im Rechenzentrum der Informationstechnik so anfällt. „Das Schöne an meiner Arbeit ist die Abwechslung. Ich habe keine festen Aufgaben, die ich erfüllen muss“, sagt er.

Er kümmert sich darum, dass die Systeme überall in Deutschland fehlerfrei laufen. Der 38-Jährige ist auch dafür zuständig, dass sich keine Änderungen, die an den Rechner vorgenommen werden, überschneiden. Dies sei gerade bei der Wartung sehr schwierig, da die Server permanent laufen und nicht ausgeschaltet werden dürfen.

Etwa 150 Kilowatt Strom die Stunde verbrauchen die Server im Rechenzentrum. Das ist etwa so viel, wie ein Zwei-Personen-Haushalt in zwei Wochen benötigt.

Dass er mal in solch einem Beruf landet, hätte Möller nicht gedacht. Er absolvierte ab 1997 eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei B. Braun. Währenddessen fiel ihm ein Blatt mit dem Kürzel der IT in die Hände. „Die IT fand ich schon immer interessant“, sagt er. Von da an habe er genau gewusst, was er machen möchte. Er besichtigte noch während seiner Ausbildung das Rechenzentrum. Doch dann verließ er das Unternehmen erstmal, um Informatik zu studieren. Zurück bei B. Braun arbeitete er als Prozessmanager und war von 2010 bis 2014 Leiter des Deltacenterservices. Seit diesem Jahr hat er die Stelle als Inhouse Consulting.

„Ich bekomme dadurch, dass ich so viel mit Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen zu tun habe, ein sehr weites Sichtfeld“, sagt er. Es freue ihn, dass er den Kunden Instrumente gibt, die ihnen die Arbeit erleichtern, wie das Stellen der Server.

Damit das auch so bleibt, ist er auch schon wieder auf dem Sprung. Schließlich muss er sich noch um den defekten Lüfter kümmern, damit die Rechner wieder um die Wette schnurren.

Von Leona Nieswandt

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