Letzte Chance für Bewerber: Noch 259 freie Ausbildungsstellen im Landkreis 

Azubi Nils Imming (18), 2. Ausbildungsjahr bei Glas Herwig in Melsungen. Er kittet ein Fenster. Das Glas war gebrochen und musste ausgetauscht werden.

Schwalm-Eder – Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es immer noch 259 unbesetzte Ausbildungsplätze.

Anfang August waren bei der Agentur für Arbeit noch 1026 freie Ausbildungsstellen gemeldet, sagt Cornelia Harberg von der Agentur für Arbeit. Bei 1006 Bewerbern sollte das kein Problem sein. „Zumindest auf dem Papier“, sagt Harberg.

Die Gründe für die unbesetzten Ausbildungsplätze sind jedoch vielfältig: Das Stellenprofil und die Qualifikation der Bewerber stimmen nicht immer überein. Nicht alle Jugendlichen bringen die notwendige Mobilität mit. Außerdem spielt der Bekanntheitsgrad und die Attraktivität eines Ausbildungsberufes eine Rolle, sagen Harberg und Wolfgang Scholz, stellvertretender Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder.

Jugendliche haben also die Chance, noch für dieses Jahr einen Ausbildungsplatz zu ergattern, sagen Harberg und Scholz: Wenn sie schnell sind und die Initiative ergreifen. Freie Stellen werden im Internet bei der IHK und der Kreishandwerkerschaft aufgeführt. „Es lohnt sich, in den Betrieben anzurufen und nachzufragen, ob der Platz immer noch frei ist“, sagt Scholz. Außerdem werden auch Praktikumsplätze angeboten. Wichtig ist zudem, anderen Berufen eine Chance zu geben.

Dazu gehört die Ausbildung zum Glaser, ein wenig bekannter Beruf. Jörg Herwig kennt das Problem. Er bildet in seinem Betrieb in Melsungen Glaser und Schreiner aus. Bei den Glasern ist es schwierig, Nachwuchs zu finden. „Dabei ist es ein interessanter und vielfältiger Beruf.“ Bei den Schreinern ist es leichter: In diesem Jahr fangen zwei Jugendliche die Ausbildung bei ihm an.

Haben Jugendliche in diesem Jahr keinen Ausbildungsplatz bekommen, empfiehlt Harberg die Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit. „Es ist wichtig, sich zu informieren und sich auf dem Weg zur Ausbildung begleiten zu lassen.“ In der Beratung wird besprochen, welche Alternativen es zu einem Ausbildungsplatz gibt und wie die Zeit bis zum Ausbildungsstart 2020 gestaltet werden kann. „So ist es kein verlorenes Jahr“, sagt Harberg. Jugendliche sollten sich fragen: Was stelle ich mir vor, wo liegen meine Stärken und wo meine Interessen.

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