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21 Stolpersteinverlegungen in Beiseförth und Spangenberg

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Treffen die letzten Vorbereitungen für die Veranstaltungswoche in Beiseförth: von links Volker Komiske (Vorsitzender Heimat- und Kulturverein Beiseförth), Benjamin Giesen (Ortsvorsteher Beiseförth), Hans-Peter Klein (Sprecher der Stolperstein-Initiative) und Uwe Brehm (Initiative Jüdisches Leben in Beiseförth). In der Hand halten sie die Bücher von Julio Rosenblatt zur NS-Zeit. Diese werden in Gesprächen in den Schulen Teil der Veranstaltungswoche.
Treffen die letzten Vorbereitungen für die Veranstaltungswoche in Beiseförth: von links Volker Komiske (Vorsitzender Heimat- und Kulturverein Beiseförth), Benjamin Giesen (Ortsvorsteher Beiseförth), Hans-Peter Klein (Sprecher der Stolperstein-Initiative) und Uwe Brehm (Initiative Jüdisches Leben in Beiseförth). In der Hand halten sie die Bücher von Julio Rosenblatt zur NS-Zeit. Diese werden in Gesprächen in den Schulen Teil der Veranstaltungswoche. © Kerim Eskalen

Stolpersteine sollen an die Opfer der Nationalsozialisten erinnern. In der kommenden Woche werden weitere in Beiseförth und Spangenberg verlegt.

Beiseförth – Für den Malsfelder Ortsteil Beiseförth steht eines der größten Ereignisse des Jahres bevor: Vom 17. bis 20. September findet dort die Woche zum jüdischen Leben in Beiseförth in Gedenken an die Familie Katz und Rosenblatt statt. Die Familienangehörigen verließen während der NS-Zeit den Ort, wurden vertrieben oder deportiert.

Eine der Kernveranstaltungen ist die Stolpersteinverlegung am Donnerstag, 19. September. „Dafür werden unter anderem neben dem Buchautor Julio Rosenblatt aus Uruguay auch die beiden Söhne Sheldon und Doug des in die USA ausgewanderten Manfred Katz nach Beiseförth reisen“, sagt Ortsvorsteher Benjamin Giesen.

Manfred Katz überlebte die Konzentrationslager der Nazis nur knapp und lebte fortan in den USA, um seine Schwester Ilse Katz zu finden (HNA berichtete).

Insgesamt werden zehn neue Stolpersteine in Beiseförth verlegt. 2012 wurden bereits drei Stolpersteine für Sally, Betty und Doris Katz verlegt. Alle drei wurden im Konzentrationslager Riga getötet. Das Besondere der Stolpersteinverlegung: Es ist sogar ein Livestream für die Verwandten geplant. „So können zum Beispiel die Familien in Uruguay die Veranstaltung verfolgen“, erklärt Giesen. Zudem werde parallel zur Stolpersteinverlegung ein Programm vorbereitet.

„An der Brückenstraße 4 wird zum Beispiel mit einigen Personen ein Standbild mit Mimik und Gestik dargestellt, dass die Flucht aus Beiseförth zeigen soll“, erklärt Uwe Brehm von der Initiative Jüdisches Leben in Beiseförth. „Die Personen treten aus dem Standbild heraus, sagen wie sie sich fühlen und erklären, was aus den Personen geworden ist.“

Die Veranstaltung sei laut Hans-Peter Klein, Sprecher der Stolperstein-Initiative, brandaktuell wie lange nicht: „Es geht nicht nur um die Vergangenheit und Gegenwart, sondern auch um die Zukunft“, sagt er. Unterstützt werde die Veranstaltungswoche unter anderem von dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Das Programm in Beiseförth:

(Kerim Eskalen)

Stolpersteinverlegung in Spangenberg

Am Donnerstag, 19. September, werden in der Innenstadt ab 10 Uhr elf weitere Stolpersteine für die Familien Blumenkrohn, Rosenbaum und Friedmann sowie für Louis Schartenberg und Nanny Kurzmann verlegt. Der Künstler und Begründer dieses Projektes, Gunter Demnig, wird laut Mitteilung bei der Verlegung dabei sein.

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