ADFC bemängelt Seilbahn 

Ärger über Fahrradseilbahn über Fulda bei Beiseförth 

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Die Fahrradseilbahn zwischen Malsfeld-Beiseförth und Morschen-Binsförth ist für den Alltagsradfahrer ein Problem, bemängelt der ADFC. 

Die Fahrradseilbahn über der Fulda zwischen Beiseförth und Binsförth ist ein Dorn im Auge für den ADFC Kreisverband Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder.

Das erklärt Ullrich Horstmann, Mitglied des ADFC-Kreisvorstandes gegenüber der HNA. Die zehn Jahre alte Fahrradseilbahn sei für den Alltagsradfahrer ein wahres Hindernis. Auf der Homepage des Fulda-Radwegs R1 wird die Seilbahn als einmalige Attraktion in Deutschland beworben. Dabei sei die Seilbahn völlig unpraktisch, bemängelt Horstmann. Er wünsche sich, dass anstelle der Seilbahn eine Brücke errichtet wird.

Flussquerung

Die Fahrt mit der Seilbahn dauert in der Regel fünf bis zehn Minuten. „Mit einer Brücke könnte man in wenigen Sekunden den Fluss überqueren“, sagt Horstmann. Wenn die Seilbahn auf der anderen Uferseite ist, verdoppelt sich die Zeit für die Flussquerung noch mal, erklärt er.

Kreisstraße

Viele Radfahrer, die täglich die Strecke fahren würden, mieden die Fahrradseilbahn und würden stattdessen die Kreisstraße zwischen Beiseförth und Binsförth nutzen. „Was nicht ganz ungefährlich ist“, sagt Horstmann. Auf der kurvenreichen Straße habe es bereits viele Unfälle mit Radfahrern gegeben.

Ergonomie

Um die Seilbahn zu betätigten, sei viel Kraft nötig. Das liegt daran, dass die Seilbahn durch Kurbeln angetrieben werden muss. „Das ist für viele Menschen schwer“, sagt er. Mehrere hundert Kurbeldrehungen seien nötig.

Zudem ist die Seilbahn etwa fünf Monate im Jahr gesperrt. „Lediglich Kinder und Jugendliche haben einmalig Spaß an der Seilbahn“, sagt Horstmann.

Kosten

Laut Horstmann haben die Kommunen Malsfeld und Morschen, die die Seilbahn als Gemeinschaftsprojekt betreiben, einen erheblichen Unterhaltungsaufwand. Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel erklärt: „Die Kosten für die Seilbahn halten sich im Rahmen.“ 

2017 lagen die Kosten bei den Gemeinden Morschen und Malsfeld bei jeweils 680 und 2018 bei jeweils 1325 Euro. Natürlich sei eine elektrische Seilbahn nutzerfreundlicher. Diese sei aber mit Personalkosten verbunden, erklärt Vaupel. Er habe deswegen bereits Gespräche mit dem Regierungspräsidum geführt. Anders als Horstmann habe Malsfelds Rathauschef auch zahlreiche positive Rückmeldungen bekommen.

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