Angst vor mehr Verkehr

Kritik an geplanter Öffnung der Straße zwischen Beiseförth und Dagobertshausen

Offiziell gesperrt, trotzdem oft befahren: Die Straße zwischen Beiseförth und Dagobertshausen sollte lieber richtig zugemacht werden, fordern von links Michael Böse, Daniel Fleischert und Ina Gärtner von der GiB.
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Offiziell gesperrt, trotzdem oft befahren: Die Straße zwischen Beiseförth und Dagobertshausen sollte lieber richtig zugemacht werden, fordern von links Michael Böse, Daniel Fleischert und Ina Gärtner von der GiB.

Die derzeit gesperrte Straße zwischen den Malsfelder Ortsteilen Beiseförth und Dagobertshausen soll im kommenden Jahr wieder freigegeben werden. Zuvor muss sie allerdings saniert werden. Das kritisieren Mitglieder der GiB (Gemeinde in Bewegung).

Malsfeld - Die ehemalige Kreisstraße 20, die kurz hinter dem Viadukt am Ortsausgang von Beiseförth nach Dagobertshausen abzweigt, wurde laut Bürgermeister Herbert Vaupel aus Verkehrssicherungsgründen gesperrt, da sich die Straße in einem schlechten Zustand befand. Ein großes Schlagloch vor dem Viadukt wurde inzwischen geschlossen. Der Gemeindevorstand hat daher beschlossen, die Straße wieder für den Verkehr zu öffnen.

Dem jedoch habe der Regionale Verkehrsdienst nicht zugestimmt, sagte Vaupel in der jüngsten Gemeindevertretersitzung auf Anfrage von SPD und FDP. Der Grund: Der Zustand der Straße sei immer noch zu schlecht, die Straßenoberfläche müsse zunächst saniert werden. „Diese Sanierung müssen wir gleich zu Beginn des kommenden Jahres in Angriff nehmen“, kündigte Vaupel an.

Die Wiedereröffnung der Straße ist Teil des Malsfelder Verkehrskonzepts: Bei der zunächst geplanten Übergangslösung soll die ehemalige Kreisstraße komplett für den Verkehr genutzt werden. Damit auch größere Lastwagen die Strecke nutzen können, soll die Straße unter dem Viadukt abgefräst werden.

Die GiB

Daniel Fleischert von der GiB versteht nicht, warum die Gemeinde Geld in die Hand nimmt, um die Straße zu sanieren. „Im finalen Verkehrskonzept wird diese Straße eine reine Werkszufahrt für die Firma Dr. Schumacher.“ Vor diesem Hintergrund sei es aus Sicht der GiB nicht sinnvoll, in die Straße zu investieren. Zumal die Parallelstraße bereits saniert worden sei.

Ina Gärtner, ebenfalls Mitglied der GiB, wohnt in Dagobertshausen. Ihr wäre es lieber, die Straße bliebe gesperrt – und sie würde sich wünschen, dass nicht nur ein Schild auf die Sperrung hinweist, sondern dass die Straße tatsächlich für den Verkehr blockiert würde. Denn viele Autos nutzen die Straße trotz der Sperrung. Kürzlich war die Straße tatsächlich wegen Baumschnittarbeiten nicht befahrbar. Das habe sich merklich auf den Durchgangsverkehr im Ort ausgewirkt, berichtet sie. „Ich kritisiere den Schwerlastverkehr in Dagobertshausen nicht per se“, betont Gärtner. „Aber ich erlebe täglich, was es bedeutet, wenn zwei Lkws auf dieser Straße aneinander vorbei fahren und dabei ganz selbstverständlich den Gehweg mitnutzen. Das ist hochgefährlich für die Fußgänger und nicht akzeptabel.“  

Michael Böse (GiB) sagt, es habe vor Jahren den Plan gegeben, die Straße zuzumachen, um eine Verkehrsberuhigung in Dagobertshausen und Beiseförth zu erreichen. Warum man davon abgekommen ist, versteht er nicht: „Der Verkehr ist nicht weniger geworden.“

Der Ortsbeirat

Die Sicht des Ortsbeirats Dagobertshausen zu dem Thema sei klar, sagt Ortsvorsteher Winfried Hucke: Die Straße sollte zugemacht werden. Das wünschten sich die Dagobertshäuser schon seit Jahren. „Dafür habe ich sogar schon mal eine Unterschriftenaktion gestartet“, erzählt er. Aber schon durch die Schilder, die auf die Sperrung hinweisen, sei es im Ort merklich ruhiger geworden, berichtet Hucke. Der Durchgangsverkehr habe abgenommen. „Ein paar schwarze Schafe gibt es natürlich immer.“ Die Übergangslösung beim Verkehrskonzept sehe vor, dass das Befahren der Straße nur von Dagobertshausen kommend Richtung Beiseförth zulässig sei. Für den Ortsvorsteher geht das in Ordnung: „Wir können nicht die ganze Last des Schwerverkehrs den Beiseförthern überlassen.“

Der Bürgermeister

Bürgermeister Herbert Vaupel sagt auf Nachfrage, dass die Straße „nur punktuell“ nicht in Ordnung sei. Aber diese Schäden müssten behoben werden. Sowohl für die geplante Nutzung als Übergangslösung beim Verkehrskonzept als auch als spätere Firmenzufahrt für die Firma Dr. Schumacher müsse die Befahrbarkeit der Straße gegeben sein, so Vaupel. (Judith Féaux De Lacroix)

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