Am 26. September

Bürgermeisterwahl in Malsfeld: Michael Hanke (52) will sich um die Baustellen in der Gemeinde kümmern

Heimatverbunden: Michael Hanke lebt mit seiner Frau Manuela und seinen Töchtern Hannah-Sophie (mit im Bild) und Pauline in seinem Elternhaus in Mosheim.
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Heimatverbunden: Michael Hanke lebt mit seiner Frau Manuela und seinen Töchtern Hannah-Sophie (mit im Bild) und Pauline in seinem Elternhaus in Mosheim.

Am 26. September wählen die Malsfelder einen neuen Bürgermeister. Sie haben die Wahl zwischen drei Kandidaten, die wir in alphabetischer Reihenfolge im Porträt vorstellen. Heute: Michael Hanke (SPD).

Malsfeld – Wer bei Michael Hanke zu Gast ist, kann sich ganz besonders sicher fühlen. Denn mit etwas Glück sitzt man dort gleich mit drei Polizisten am Tisch: Der 52-Jährige, seine Frau Manuela (49) und ihre jüngere Tochter Pauline (20) üben diesen Beruf aus. Nur die Erstgeborene Hannah-Sophie (23) tritt beruflich nicht in die Fußstapfen ihrer Eltern. Doch wenn der Wähler es wünscht, wird Michael Hanke nach mehr als 30 Jahren die Polizeiarbeit an den Nagel hängen – denn der Mosheimer will Bürgermeister in Malsfeld werden.

Seine Erfahrungen bei der Polizei könnten ihm da zugutekommen, findet Hanke: „Man muss mit Menschen umgehen und lösungsorientiert Kompromisse finden können“, sagt er über das Bürgermeisteramt. „Das habe ich bei der Polizeiarbeit gelernt.“

Und es gibt aus seiner Sicht eine weitere Parallele: „Man muss bei der Polizei ein gewisses Maß an Idealismus mitbringen – das gilt auch für das Amt des Bürgermeisters.“ Beides sei eher Berufung als Beruf: „Das muss man wollen.“

Bevor Hanke Polizist wurde, war er Forstwirt. Ein Anlass für seinen beruflichen Neuanfang war, dass Ende der 1980er-Jahre viele Forstwirte bei der Ausübung ihrer Arbeit ums Leben kamen. Einen ungefährlichen Job hat Hanke mit der Polizeiarbeit allerdings auch nicht ausgewählt. Zumal er elf Jahre lang im Frankfurter Innenstadt-Revier tätig war. „Da lernt man das Leben auf dem Land schätzen“, sagt Hanke. „Wir haben hier zwar nicht jeden Tag heile Welt, aber es ist doch etwas ganz anderes als im Ballungsraum.“

In jedem Fall habe aber auch Malsfeld ein paar Baustellen, die bearbeitet werden müssten. „Wir müssen ortsansässige Betriebe hier halten“, sagt Hanke. „Und die Bedingungen für die Ansiedlung junger Familien müssen optimal sein – etwa durch eine gute Kinderbetreuung.“ Gleichzeitig müsse man eine solide Finanzpolitik bewahren. Auch die hausärztliche Versorgung liegt ihm am Herzen: Da gebe es nun dank der Pläne fürs Rittergut-Gelände Licht am Horizont. Das Verkehrskonzept sei „ein dickes Brett, was wir bohren müssen“. Gerade für Beiseförth sei die jetzige Planung nicht zufriedenstellend. „Da müssen wir noch mal drüber nachdenken.“ Jetzt, wo sich das Gelände der ehemaligen Kanonenbahntrasse im Eigentum der Gemeinde befinde, könne man das auch konkreter tun als bisher.

Mit Themen wie diesen hat sich Hanke in den vergangenen Jahren viel auseinandergesetzt, da er seit 2011 für die SPD im Malsfelder Gemeindevorstand sitzt. In der vergangenen Legislaturperiode war er auch Stellvertreter von Bürgermeister Herbert Vaupel. „Ich war als Urlaubsvertretung drei Wochen am Stück im Rathaus und durfte dabei viel Erfahrung sammeln“, sagt Hanke. „Die Verwaltung kenne ich gut.“ Er könne gut abschätzen, was auf ihn zukomme, wenn er tatsächlich Bürgermeister werde. „Ich habe Respekt vor dieser Aufgabe“, sagt er.

Mit dem Amtsinhaber verbindet Hanke nicht nur, dass er fünf Jahre lang sein Stellvertreter war: Die beiden sind auch Parteikollegen. Seit Jahrzehnten wird der Bürgermeister in Malsfeld von der SPD gestellt – doch ein Selbstläufer sei seine Kandidatur deshalb nicht, stellt Hanke klar. Im Gegenteil: „Viele sagen mir, als Person würde ich dich wählen – aber du hast das falsche Parteibuch“, erzählt der 52-Jährige und schmunzelt. Der Gemeinde Malsfeld gehe es nicht schlecht – trotzdem gebe es Leute, die fänden, dass so viele Jahre SPD genug seien. „Aber ich hätte es nicht aufrichtig gefunden, als unabhängiger Kandidat anzutreten“, sagt Hanke. „Was wir in Malsfeld machen, hat mit dem Parteibuch nichts zu tun. Wir müssen in der Sache Lösungen finden.“ Warum ihn auch SPD-Skeptiker wählen sollten? „Ich bin eine ehrliche Haut“, sagt Hanke. Vertrauenswürdig – so würde er sich charakterisieren. Und: „Ich bin ein Kümmerer.“ Beruflich, aber auch privat. In seiner Freizeit werkelt er in Haus und Garten: „Ich bin leidenschaftlicher Hand- und Heimwerker, das ist für mich ein schöner Ausgleich“, sagt der 52-Jährige. Allerdings dauere es seine Zeit, bis er ein Projekt abgeschlossen habe: „Ich habe einen Hang zum Perfektionismus“, gesteht er.

Darüber hinaus ist es ihm wichtig, Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Diese Zeit ist kostbar: Durch den Schichtdienst bei der Polizei gibt es im Haus Hanke keinen klassischen Tagesablauf. Zwar lebt die Familie im Mehrgenerationenhaus – auch Hankes Mutter wohnt in einer Einliegerwohnung unterm selben Dach mit Sohn, Schwiegertochter und Enkelinnen – doch dass alle gleichzeitig zuhause sind, kommt selten vor. Umso mehr genießen die Hankes die gemeinsame Zeit – zum Beispiel bei Fahrradtouren.

Für Hanke war daher entscheidend, dass auch seine Familie hinter seiner Kandidatur steht. „Sonst hätte ich das nicht gemacht.“ Diese Unterstützung ist ihm sicher. Seine Frau Manuela liebt ihren Beruf als Polizistin – doch den 26. September will sie sich auf jeden Fall freihalten und zusammen mit ihrem Mann verfolgen, wie die Malsfelder abgestimmt haben. „Ich mache mir keinen Druck, dass es klappen muss“, sagt Michael Hanke. Doch er wolle am Wahlabend das Gefühl haben, alles getan zu haben, um die Wähler von sich zu überzeugen. (Judith Féaux de Lacroix)

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