Heftige Diskussionen und Kritik

Bürgerversammlung zu Verkehrskonzept der Gemeinde Malsfeld

Kritische Blicke im Saal: Unter den Besuchern der Bürgerversammlung waren viele Beiseförther und Dagobertshäuser. Foto: Christine thiery

Malsfeld – Das Interesse hätte nicht viel größer sein können. Etwa 250 Menschen kamen nach Beiseförth in den Goldenen Löwen zur Bürgerversammlung.

Die Gemeinde stellte die neue Verkehrsführung für Beiseförth und den Lkw-Verkehr rund um Malsfeld nochmals in einer öffentlichen Versammlung vor.

Wie erwartet, kam es zu vielen Nachfragen und Kritik und teilweise heftigen emotionalen Diskussionen. Die Sicherheit der Fußgänger, speziell auch der Kinder, und die Zulieferung von ortsansässigen Firmen im geplanten Einbahnring (wir berichteten) zwischen Mühlen- und Brunnenstraße wurde kritisiert. Aber auch der überörtlich geplante Ring für die Lenkung des Schwerverkehrs war Thema. Moniert wurde auch der zunehmende Lkw-Verkehr durch Dagobertshausen für die Belieferung der Firma Schumacher.

Mehr Autos erwartet

Wegen deren geplanter Erweiterung der Produktion und Umnutzung des Terrains zum Sondergebiet Hygiene wurde die Änderung der Verkehrsführung ins Rollen gebracht. Besonders die Interessengemeinschaft Malsfeld ist gegen die Umnutzung des Schumacher Terrains zum Sondergebiet. Die IG hatte einen Fragenkatalog zum Konzept erarbeitet. Sprecher André Grebe monierte, speziell für Beiseförth sei es eine Milchmädchenrechnung, dass der überörtliche Verkehr zwar reduziert werden solle, doch gleichzeitig durch Schumacher laut einem Gutachten mit täglich bis zu 1200 Verkehrsbewegungen zu rechnen sei.

Moderate Zunahme

Herbert Vaupel sieht das nicht so: Der Betrieb werde nach der Erweiterung etwa 500 bis 550 Mitarbeiter (derzeit 350) haben, davon seien 70 im Außendienst tätig. Viele würden über die A 7 kommen und nicht durch den Ort fahren, andere bildeten Fahrgemeinschaften. Derzeit führen 20 bis 24 Lkw täglich den Betrieb an, nach der Erweiterung würden es etwa 34 sein, die im Ringverkehr nur einmal den Ort passieren werden.

Der Ringverkehr: Einbahnstraße in der Brunnenstraße und dem Mühlenweg sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen regeln den Verkehr. Die Mühlenstraße soll für Busse und Lieferverkehr auch in der Gegenrichtung befahrbar sein (Schild unten).

Poller sollen schützen

Kritik gab es an der Verkehrsführung für die Zulieferung von der Brücke über die Fulda in den Ort zur Bahnhofstraße. Bruno und Sven Stransky (Beiseförth) befürchten Probleme. Die Brückenstraße wird bis zum Friseur in der Mühlenstraße im Gegenverkehr befahrbar sein, erklärte Yves Vogt vom Ingenieurbüro Oppermann. Außerdem könne die Mühlenstraße für Anlieger und Busse auch in der Gegenrichtung befahren werden. Poller sollen dort die Fußgänger am Gasthaus Löwen schützen. Das war André Theumer (Beiseförth) wichtig, denn es gelte die schwächsten Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Alternative Vorschläge

Die IG kritisierte auch die geplante Stichstraße durch den Bahndamm in Malsfeld für die Zulieferung von Linss und Edeka. Die IG schlägt eine direkte Straßenführung zum Steeger vor. Dies sei wegen der Gefällstrecke nicht möglich, die Straße sei zu steil, sagt Vaupel.

Alexandra Koch aus Dagobertshausen fragte, wie man es schaffen wolle, dass sich die Lkw-Fahrer an die Verkehrsführung im überörtlichen Ringverkehr hielten. „Es wird eine Lernphase geben und es soll geblitzt werden“, sagte Vaupel. Das bezog sich auch auf die Einhaltung der Regelungen in Beiseförth, wie der Geschwindigkeitsbegrenzungen etwa in der Mühlenstraße. Ein Anwohner befürchtet, dass der überörtliche Berufsverkehr, der mit dem Ringverkehr aus Beiseförth heraus gehalten werden soll, dann über den Fährberg zunehmen wird. Bedenken gab es auch zur Tragfähigkeit der Brücke über die Beise. Das sei geprüft worden, so Vaupel.

Positive Einschätzung

Herbert Harbusch aus Beiseförth sieht eine große Entlastung durch den Ringverkehr in Beiseförth.

Und auch Lothar Kothe sagte am Rande. „In Dagobertshausen bekommen wir zwar den Zulieferverkehr für Schumacher. Aber der Berufsverkehr von Hersfeld/Rotenburg wird rausgehalten.“

Es gehe im Konzept um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, sagte Vaupel. Das sei das oberste Ziel. Die Kosten belaufen sich auf 960 000 Euro.

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