Dorf mit jahrhundertealter Geschichte 

Ostheim boomt: Ortsteil beliebt bei jungen Familien

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Treffpunkt mitten im Ort: Der großzügig gestaltete Dorfplatz in Ostheim fällt auf, wenn man durch den Ort fährt. Mittendrin die Kohlliesel.   

Ostheim. In der Serie „Gespräche am Gartenzaun“ besuchen wir Orte im Altkreis Melsungen. Die Ostheimer haben eine gute Gemeinschaft und wünschen sich weitere Bauplätze.

Auf ihren Dorfplatz sind die Ostheimer besonders stolz. Er wurde mit der Dorferneuerung neu gestaltet. Mitten darauf steht die Kohlliesel – das Wahrzeichen des Ortes. Der Verein Ostheimer Kohlkippen hat sie aus dem Erlös der Einnahmen bei der 850-Jahr-Feier im Jahr 2012 anfertigen lassen.

Die Figur erinnere an die Tradition des Ortes, erzählt Margita Harbusch. Kohl wurde in der Gegend angebaut und der Name Kohlkippen sei ein Spitzname. Früher habe man rund um Ostheim Weißkohl angebaut. Demzufolge hatten die Ostheimer die Kippen (Taschen) voller Kohl – so die Überlieferung.

Tagebau

Aber auch der Bergbau hat eine große Rolle im Ort gespielt, sagt Ortsvorsteher Holger Ackermann. Vor dem Ort wurde bis 1989 auf 35 Hektar Kohle abgebaut. Nach dem Grubenunglück in Borken wurde der Abbau eingestellt. 

Zeugnis des Tagebaus: Isolde Ludwig an einer von zwei Loren, die im Ort aufgestellt sind.

Es entstand ein großes Naturschutzgebiet mit dem Ostheimer See. Auch Landwirtschaft gibt es im Ort – viele große Höfe prägen das Ortsbild, einen Vollerwerbsbetrieb gibt es aber nicht mehr.

Vereine

Herzensangelegenheit ist auch der Handball. Der TSV Ost-Mosheim ist in der Region wegen seiner Erfolge bekannt. In den Siebzigerjahren wurde die große Halle in Eigenleistung gebaut, in der auch immer noch die Hallenkirmes gefeiert wird. Der Verein verfügt über zwei Herren-, eine Damen-, und acht Jugendmannschaften. Außer dem Traditionsverein Kohlkippen, gibt es einen Schützenverein, die Feuerwehr und einen Angelverein.

Ansiedlung

Der Ort hat 430 Einwohner, 100 davon sind unter 18 Jahren. Und Ostheim boomt. Christian Linne beherbergt in seinem sanierten Fachwerkhäuschen Gäste. Die Herberge am Lindenring wird derzeit um eine Ferienwohnung erweitert. „Immer mehr junge Familien siedeln sich an, sanieren alte Häuser,“ sagt Ackermann. Das Neubaugebiet am Rande des Ortes ist voll – die Ostheimer wünschen sich mehr Bauplätze. „Wir sind offen für Neuzugänge“, sagt Antje Lewandowski. Auch sie sei einst gut aufgenommen worden.

Gewerbegebiet

Die 850-Jahr-Feier habe den Ort geeint. Zuvor habe es viele Streitereien gegeben wegen der Trassenführung der Umgehungsstraße am Gewerbegebiet. Das ist zurzeit auch wieder in aller Munde, weil es in Richtung Ort erweitert werden soll. Auch die Nähe zur Autobahn hat zwei Seiten. Man ist schnell auf der A7. „Aber man hört bei Ostwind auch den Lärm“, sagt Edgar Janassek, der an dem lauen Sommerabend im Garten herum werkelt.

Gemeinschaft

Die gute Laune lassen sich die Ostheimer nicht verderben, denn sie haben eine gute Gemeinschaft. Die Vorbereitung zur 850-Jahr-Feier habe sie zusammengeschweißt, sagt Tatjana Schuler. Am neuen Lindenplatz unterhalb der Kirche feiern sie alle zwei Jahre ihr Weinfest. In der 1000 Jahre alten Linde vor der Kirche spielen manchmal die Ostheimer Kinder, wenn sie nicht auf dem großen Spielplatz vor dem Ort schaukeln. 

Treffpunkt Hof: Holger Ackermann auf seinem Hof, wo er selbst geschlachtete Wurst verkauft. 

Holger Ackermann feiert auf seinem Hof jedes Jahr einen Weihnachtsmarkt, den Erlös spendet er immer für einen guten Zweck. Nach dem Ortsrundgang stellen die Ostheimer den Grill auf dem Dorfplatz auf, sie wollen den Abend gemütlich ausklingen lassen. Natürlich gemeinsam.

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