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Einbrüche in drei Kirchen: Polizei geht noch nicht von Serie aus

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Von: Fabian Becker

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Nach dem Einbruch: Pfarrer Bernd Knobel zeigt das Fenster der Neumörscher Kirche, das von Unbekannten herausgebrochen wurde.
Nach dem Einbruch: Pfarrer Bernd Knobel zeigt das Fenster der Neumörscher Kirche, das von Unbekannten herausgebrochen wurde. © Fabian Becker

Unbekannte sind in die evangelischen Kirchen in Beiseförth, Malsfeld und Neumorschen eingebrochen. Das berichtet Dekan Norbert Mecke.

Malsfeld/Morschen – In der Evangelischen Kirche Neumorschen fand der Einbruch zwischen Mittwochabend und Sonntagfrüh statt. Die Täter brachen ein farbiges Seitenfenster heraus, das danach an der Kirchenmauer lag.

Bernd Knobel, Pfarrer des Kirchspiels Neumorschen, rechnet mit einem Schaden in Höhe eines vierstelligen Betrags. In der Kirche suchten die Unbekannten nach Geld. Sie öffneten den Opferkasten, klappten sogar dessen Futter nach oben. Knobel vermutet, dass die Täter annahmen, darunter könne sich Geld befinden.

Unbekannte durchsuchten Schränke – kein Erfolg

Zudem durchsuchten sie die Schränke in der Kirche. Bisher ist dem Pfarrer aber noch nichts aufgefallen, das fehlt. Einen vergleichbaren Fall habe es in seiner Zeit in Neumorschen noch nicht gegeben. „Eine Serie ist möglich, da in drei dicht beieinanderliegenden Kirchen eingebrochen wurde“, sagt er.

Die vermutet auch der Pfarrer Henning Reinhardt. Er ist unter anderem für die evangelischen Kirchen in Malsfeld und Beiseförth zuständig, in die eingebrochen wurde: in Malsfeld zwischen Samstag, 16.30 Uhr, und Sonntag, 16.30 Uhr; in Beiseförth zwischen Samstag und Dienstagmorgen.

Die Täter brachen in Malsfeld ein Kirchenfenster auf, ein weiteres beschädigten sie. Drinnen öffneten sie eine Abstellkammer gewaltsam. „Die Kirche in Beiseförth ist eine offene Kirche“, sagt Reinhard. Der Haupteingang sei daher ständig geöffnet. Trotzdem brachen die Unbekannten die Seitentür auf.

Einbrüche in Kirchen: Täter zerstörten Türen, Geschirr und Fenster

Drinnen durchsuchten sie zwei Kammern unter der Treppe und einen Holzschrank, dabei zerstörten sie Geschirr für das Kirchencafé. Der Pfarrer rechnet mit einem Gesamtschaden in Höhe eines niedrigen vierstelligen Betrages. Er hat noch nichts festgestellt, das gestohlen wurde. „Geld gibt es in unseren Kirchen sowieso nicht.“

Eine Einbruchsserie in Kirchen sieht Polizeisprecher Jens Breitenbach noch nicht. „Die Ermittlungen stehen noch am Anfang“, sagt er. „In der Region gab es kürzlich verschiedene Einbrüche, vor allem bei Gewerbetreibenden.“ Von einer Einbruchsserie in Kirchen sei daher noch nicht auszugehen. Es sind die einzigen Fälle, die der Polizeidirektion Schwalm-Eder 2022 bisher gemeldet wurden. 2022 war es einer, 2020 waren es insgesamt drei.

Dekan Mecke: „Kein Diebesgut in den Kirchen“

Bei Einbrüchen in Kirchen sei nicht viel mögliches Diebesgut zu finden. „Bargeld oder veräußerbare Wertgegenstände werden nicht in Kirchen aufbewahrt“, sagt Mecke. „Kollekten werden nach Gottesdiensten direkt eingezahlt oder zur sicheren Aufbewahrung bei Banken eingeworfen.“

Die Kirchengemeinden seien traurig, dass Einbrecher an ihren Kirchen Schaden verursacht hätten. „Im Kirchenkreis Schwalm-Eder sind viele Gotteshäuser für die persönliche Einkehr tagsüber geöffnet und frei zugänglich“, erklärt er. „Solche Zufluchtsorte gewaltsam zu schädigen, enttäuscht das Vertrauen derer, die sich für die Kirchen einsetzen.“ (Fabian Becker)

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