Nach der Gefangenschaft nach Malsfeld

Eiserne Hochzeit: Irmgard und Ernst Engelmann sind 65 Jahre verheiratet

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Freuen sich einander zu haben: Ernst und Irmgard Engelmann aus Malsfeld heirateten am 9.12.1950. Die beiden erinnern sich noch gut an den Tag, an dem sie sich das erste Mal sahen.

Malsfeld. Samtkleid und goldene Locken - so hat Ernst Engelmann seine Frau das erste Mal gesehen - und vor genau 65 Jahren feierten Irmgard und Ernst Engelmann ihre Hochzeit.

Beide erinnern sich noch genau an das Fest und auch daran, wie sie sich kennengelernt haben: „Als ich meine Frau das erste Mal gesehen habe, trug sie ein schwarzes Samtkleid und sie hatte ihre goldblonden Haaren in Schillerlocken gedreht“, erinnert sich Ernst Engelmann. „Das hat mir absolut zugesagt“, erzählt er mit einem Lächeln. „Das war bei einer Tanzveranstaltung im Malsfelder Verein im Jahr 1948“, sagt Irmgard Engelmann.

Die heute 85-Jährige kommt gebürtig aus Malsfeld, ihr Mann ist nach dem Krieg nach Hessen gekommen. „Mit 16 war ich einer von den jungen Männern, die in den Krieg geschickt worden sind und ihn gewinnen sollten“, erinnert sich Ernst Engelmann.

Bis 1946 war der heute 87-Jährige anderthalb Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft. Als er entlassen wurde, waren seine Eltern aus dem Sudetenland nach Hessen ausgesiedelt worden. So kam er nach Malsfeld.

„Als ich in Russland gefangen war, da habe ich natürlich nicht daran gedacht, jemals verheiratet zu sein und ein friedliches Leben zu haben“, erzählt Ernst Engelmann nachdenklich.

Junge Ehe: Mit 20 und 22 Jahren heirateten die beiden.

„In unser Ehe war es aber immer sehr friedlich, es gab keinen Zank“, sagt Irmgard Engelmann. „Ach, dafür bin ich auch gar nicht der Typ“, ergänzt ihr Mann lachend. 

Jubiläumsfest mit Familie

Irmgard Engelmann schwärmt noch heute über ihren Mann: „Es hat mich so begeistert, wie er singen kann. Ob Operettenmelodien oder Schlager, das fand ich schon immer toll“, sagt sie. „Ich selbst kann leider gar nicht singen“, ergänzt sie lachend.

Eine Leidenschaft teilen sie noch immer: „Wir haben früher gerne zusammen im Garten gearbeitet“, erinnert sich Irmgard Engelmann. Heute pflanzt das Ehepaar in einem Hochbeet noch eigene Salate an.

„Nach all den Jahren versteht man sich blind“, sagt Ernst Engelmann und lächelt seine Frau an. Die beiden freuen sich, mit ihren beiden Söhnen und den zwei Enkeln am Wochenende ein kleines Jubiläumsfest feiern zu können.

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