Elfershäuser Kreuz: Kreisstraße für ein Jahr gesperrt

Elfershausen/Ostheim – Eine deutliche Mehrheit der Malsfelder Gemeindevertretung ist zur Lösung der Verkehrsprobleme am Elfershäuser Kreuz für eine Sperrung der Kreisstraße K 28 zwischen dem Autobahnzubringer und der Kreuzung mit den Landesstraßen. So ist es auch vom Schwalm-Eder-Kreis vorgesehen.

Ein Antrag der GL-Fraktion im Gemeindeparlament, stattdessen die Landesstraße zwischen dem Kreisel in Ostheim und dem Elfershäuser Kreuz für ein Jahr testweise zu sperren, wurde von SPD, CDU und FDP abgelehnt.

Von den sechs anwesenden Gemeindevertretern der Gemeinschaftsliste stimmten fünf für den Antrag, einer enthielt sich. Es gab insgesamt 14 Gegenstimmen.

Mit der Sperrung der Landesstraße würde die Verkehrssicherheit erhöht, Elfershausen und Obermelsungen würden deutlich vom Durchgangsverkehr entlastet, sagte GL-Fraktionsvorsitzender Lothar Kothe. Eine stärkere Nutzung des Autobahnzubringers wäre die Folge.

Außerdem könne der Querverkehr aus dem Bereich Felsberg/Wabern die Verbindung zur B 83 und zum Industriegebiet Pfieffewiesen über den Autobahnzubringer weiter nutzen.

Der Antrag sei „etwas verwunderlich”, sagte Bürgermeister Herbert Vaupel. Es sei ein Ammenmärchen, dass mit der Umsetzung des GL-Vorschlages alle Verkehrsprobleme gelöst würden. Den Menschen werde mit dem Antrag Sand in die Augen gestreut. Elfershausen und Obermelsungen würden nicht entlastet, betonte Vaupel.

Eine Ampel am Elfershäuser Kreuz sei zu teuer. Da es sich per rechtlicher Definition nicht um einen Unfallschwerpunkt handele, sei der Kreis auch zu keiner Baumaßnahme verpflichtet. Die geplante Sperrung der Kreisstraße sei mit allen Beteiligten einvernehmlich abgestimmt, sagte Vaupel weiter, der GL-Antrag sei gegenstandslos

Der Antrag entbehre jeder Grundlage, erklärte Klaus Rehs namens der CDU. Das Elfershäuser Kreuz sei von jeder Seite übersichtlich, die Unfallhäufung sei unverständlich. Der Kreis sei zuständig und auch tätig, betonte Rehs. Man sollte nun erst einmal das Ergebnis der geplanten Kreisstraßen-Sperrung abwarten. Auch die FDP war gegen den GL-Antrag.

Der Test

Zwischen allen Beteiligten (Hessen Mobil, Straßenmeisterei Melsungen, Polizei, Regierungspräsidium, Kreis) besteht Einvernehmen, die K 28 zunächst nur für ein Jahr zu sperren, um das Unfallgeschehen am Elfershäuser Kreuz zu erforschen, teilt die Straßenverkehrsbehörde des Kreises mit. Nach der Straßenverkehrsordnung sei die testweise Sperrung von Straßen möglich.

Das Fehlverhalten

Die Sperrung der K 28 sei gegenüber der Landesstraße vorzuziehen, „um den Unfallhäufungen effektiv entgegenwirken zu können“, argumentiert der Kreis. Die Kreisverwaltung weist erneut darauf hin, dass den bisherigen Unfällen immer ein Fehlverhalten der Unfallverursacher vorhergegangen sei. So wolle man mit der testweisen Sperrung der K 21 erreichen, dass der haltepflichtige Verkehrsteilnehmer den Kreuzungsbereich nicht mehr verbotswidrig überfahre.

 Konfliktpunkt

Mit der Sperrung der Landstraße zwischen Kreisel Ostheim und Elfershäuser Kreuz würde nach Auffassung der Kreisverwaltung ein Konfliktpunkt – die abknickende Vorfahrt der Landesstraße 3435 – bestehen bleiben: „Der nicht vorfahrtberechtigte Verkehrsteilnehmer der K 28, aus Fahrtrichtung K 15 kommend, könnte weiterhin Unfälle verursachen, indem er, ohne Vorfahrt zu gewähren, die Straße kreuzt.“

 Keine Entlastung

Ferner könnte die Sperrung der Landesstraße zwischen Kreisel und Kreuz die gewünschte Entlastung von Elfershausen verfehlen – so argumentiert der Kreis – da der Durchgangsverkehr aus Richtung Felsberg/Wabern vermutlich weiterhin die Landesstraße nach Melsungen nutzen werde.

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